WDR: Produzenten erhielten 2014 insgesamt 106 Mio Euro

30.08.2015 •

30.08.2015 • Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat im vorigen Jahr für Auftrags- und Koproduktionen insgesamt rund 106 Mio Euro an Produzenten gezahlt. Das geht aus dem Produzentenbericht des WDR für das Jahr 2014 hervor, den der öffentlich-rechtliche Sender am 4. August auf seiner Internet-Seite veröffentlichte. Die Rundfunkanstalt teilte dazu mit, dass beginnend mit dem Jahr 2014 das Berichtsschema umgestellt worden sei. Von nun an seien die Zahlungen, die in einem Jahr aus Auftrags- und Koproduktionen resultierten, Bestandteil des Produzentenberichts. Damit werde eine ARD-einheitliche Systematik übernommen.

In den Vorjahren hatte der WDR in seinen Produzentenberichten stets das Volumen neu abgeschlossener Verträge im jeweiligen Jahr angegeben. Aufgrund der Umstellung ist ein Vergleich mit den Vorjahreszahlen nicht möglich. Laut WDR-Gesetz hat der Sender den Rundfunkrat jährlich detailliert über die Auftrags- und Koproduktionen, die mit unabhängigen und abhängigen (verbundenen) Produzenten zustande kamen, zu informieren. Im Sommer 2013 hatte der WDR den bis dato nur intern verwendeten jährlichen Produzentenbericht erstmals öffentlich gemacht, und zwar für das Jahr 2012. Im Juni 2014 publizierte der Sender den Produzentenbericht für das Jahr 2013.

73 Mio Euro für NRW-Produzenten

Im vorigen Jahr zahlte der WDR an Fernsehproduzenten mit Sitz in Nordrhein-Westfalen insgesamt 73 Mio Euro für Auftrags- und Koproduktionen. Das entsprach einem Anteil von 69 Prozent. 2013 hatte der Anteil der NRW-Produzenten auf Basis der früheren Erhebungssystematik 65 Prozent betragen (2012: 67 Prozent). Als Produzenten aus NRW wurden im Jahr 2014 auch die beiden mit dem WDR verbundenen Firmen Bavaria Fernsehproduktion und Colonia Media erfasst. Als verbundenes Unternehmen stuft der Sender solche Firmen ein, an denen er direkt oder mittelbar über eine Tochterfirma beteiligt ist.

An der Bavaria Fernsehproduktion und Colonia Media war der Westdeutsche Rundfunk bis Sommer 2014 mittelbar über seine Werbetochter WDR Mediagroup beteiligt. Im August vorigen Jahres übernahm dann die Bavaria die Colonia Media (vgl. FK 33/14). An der Bavaria Fernsehproduktion ist die Bavaria Film GmbH, die Holdinggesellschaft der Produktions- und Dienstleistungsgruppe, mit 50 Prozent beteiligt. An der Bavaria Film GmbH ist die WDR Mediagroup mit einem Drittel beteiligt. Die übrigen 50 Prozent an der Bavaria Fernsehproduktion hält seit 2007 ZDF Enterprises, die Rechteverwertungs- und Merchandising-Tochter des öffentlich-rechtlichen Senders. Der WDR überweis im vorigen Jahr an mit ihm verbundene Unternehmen für geleistete Produktionen einen Betrag von 11 Mio Euro. Das entspricht einem Anteil von rund 10 Prozent am gesamten Auszahlungsbetrag für 2014. Als mit dem WDR verbunden werden im jüngsten Produzentenbericht insgesamt acht Firmen eingestuft. Dabei wurden die Colonia Media und die Bavaria Fernsehproduktion noch getrennt erfasst. Bei letzterer Firma wurde überdies unterteilt nach der Herstellung von Sendungen durch die Dependance in Köln und die Zentrale in Geiselgasteig bei München. Weitere mit dem WDR verbundene Unternehmen sind die Bavaria Filmverleih und Produktions GmbH, Saxonia Entertainment, First Entertainment, Askania Media und Motionworks.

Zusammenarbeit mit 336 Firmen

Im Jahr 2014 zahlte der WDR an insgesamt 336 Firmen Gelder für geleistete Produktionen. Zwei Firmen haben nicht zugestimmt, dass sie im Produzentenbericht genannt werden; sie wurden daher in der weiteren Auswertung vom Sender nicht berücksichtigt. Von den verbliebenden 334 Produktionsfirmen, mit denen der WDR 2014 kooperierte, erhielten 256 Gelder in Höhe von bis zu 250.000 Euro. Bei 39 Unternehmen belief sich der Umsatz mit dem WDR jeweils auf einen Betrag zwischen 250.000 bis 500.000 Euro. Produktionsgelder in der Höhe von 500.001 bis 1 Mio Euro gingen im vorigen Jahr an 16 Produzenten. 23 Unternehmen erhielten für ihre angelieferten Produktionen im Jahr 2014 jeweils mehr als 1 Mio Euro.

Wie auch in den Vorjahren machten Auftragsproduktionen den größten Anteil an den Sendungen aus, für die der WDR Produzenten bezahlte. Hier beliefen sich laut dem Produzentenbericht die Ausgaben des Senders auf 57,8 Mio Euro (Anteil: 55 Prozent). Bei Auftragsproduktionen schließt der WDR Verträge mit Firmen ab, die dann „selbständig und nicht weisungsgebunden vorher vereinbarte Leistungen und Programme erstellen“. Die Aufwendungen für Mischproduktionen beliefen sich auf 29,6 Mio Euro (28 Prozent). Hier handelt es sich um Produktionen, bei denen der WDR die Herstellung übernimmt, während die Vertragspartner für die inhaltliche und kreative Stoffentwicklung zuständig sind. Auf 17 Mio Euro bezifferte der Westdeutsche Rundfunk seinen Anteil an Koproduktionen im Jahr 2014, an denen neben dem WDR auch noch andere Sender oder Fördereinrichtungen finanziell beteiligt waren (16 Prozent). Für Produktionsvorverträge zahlte der Sender im vorigen Jahr 1,1 Mio Euro (ein Prozent).

30.08.2015 – vn/MK