Nennen Sie es bloß nicht WDR!

02.04.2015 •

«Es gibt immer Lästerer, die sagen, 1Live hätte gar keine richtige Konkurrenz gehabt. Aber man kann auch ohne Konkurrenz keinen Erfolg haben, das hat das frühere WDR-1-Programm bewiesen. Dessen Marktanteil lag unter vier Prozent, heute sind wir bei über 20 Prozent. Wichtig war, die Idee von öffentlich-rechtlichem Rundfunk nicht zu verraten und gleichzeitig unverstaubt zu klingen. Deshalb wurde das Programm ja nicht WDR 1 genannt, sondern 1Live. Junge Leute, das wussten wir aus der Marktforschung, trauten dem WDR alles Mögliche zu, nur nicht, ein junges Programm zu machen. Ich hatte übrigens die Idee, den Sender Dr. Eckardt zu nennen, so hieß der damalige Medienforscher des WDR, der uns dringend riet, uns nicht WDR zu nennen. Fritz Pleitgen hat dann aber entschieden, wie das Programm heißt. Der damalige Intendant Nowottny hat 1Live lange scherzhaft als Live 1 bezeichnet, weil es ihm weh getan hat, dass wir uns von dem Namen WDR trennten. Es hat uns allen weh getan, weil wir alle WDR-Leute mit Herz waren, aber es war und ist immer noch die richtige Entscheidung.»

1Live-Programmchef Jochen Rausch in einem in der Hauszeitschrift „WDR Print“ (März-Ausgabe 2015) veröffentlichten Interview auf die Frage, wie lange es gedauert habe, „um Europas erfolgreichster Jugendsender zu werden“. 1Live ist vor 20 Jahren am 1. April 1995 auf Sendung gegangen.

02.04.2015 – MK

Print-Ausgabe 20-21/2019

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