Wiederwahl für dritte Amtsperiode: Peter Boudgoust bleibt bis 2022 SWR‑Intendant

29.07.2016 •

29.07.2016 • Peter Boudgoust ist als Intendant des Südwestrundfunks (SWR) bestätigt worden. Die beiden Aufsichtsgremien des SWR, der Rundfunkrat und der Verwaltungsrat, wählten in einer gemeinsamen Sitzung am 8. Juli in Stuttgart den 61-jährigen Boudgoust für eine dritte Amtsperiode wieder. Von den anwesenden 74 Gremienmitgliedern stimmten 63 für Boudgousts Wiederwahl. Es gab sieben Gegenstimmen und vier Enthaltungen. An der Wahl nahmen 18 Gremienmitglieder nicht teil; beide Gremien haben zusammen 92 Mitglieder (beim Rundfunkrat sind es 74, beim Verwaltungsrat 18 Mitglieder).

Peter Boudgoust ist seit dem 1. Mai 2007 Intendant des Südwestrundfunks, der zweitgrößten ARD-Landesrundfunkanstalt. Zuvor war der Jurist ab 1998 Verwaltungsdirektor des SWR, der damals aus der Fusion von Süddeutschem Rundfunk (SDR) und Südwestfunk (SWF) entstanden war. Ab 1995 war Boudgoust beim SDR in Stuttgart Finanzdirektor und Justiziar, nachdem er zuvor ab 1981 verschiedene Positionen im Staatdienst in Baden-Württemberg innegehabt hatte. Boudgousts aktuelle fünfjährige Amtsperiode als SWR-Intendant endet am 30. April 2017. Seine dritte Amtszeit beginnt dann am 1. Mai 2017 und dauert bis zum 30. April 2022. Boudgoust ist außerdem seit Anfang dieses Jahres Präsident des deutsch-französischen Kulturkanals Arte (Straßburg).

Einheitliche Nachrichtenmarke

Bei seiner Wiederwahl hatte Peter Boudgoust keinen Gegenkandidaten. Die Intendantenposition bim SWR war im Januar 2016 öffentlich ausgeschrieben worden. Für die Stelle waren bis zum Ende der Frist am 6. Februar vier externe Bewerbungen eingegangen. Das damals eingesetzte Wahlpräsidium, dem aus dem Rundfunkrat und Verwaltungsrat insgesamt fünf Mitglieder angehörten, plädierte dafür, ausschließlich Boudgoust als Kandidat für die Intendantenwahl zu nominieren (vgl. MK-Meldung).

Vor den Gremienmitgliedern kündigte der im Amt bestätigte Boudgoust am 8. Juli an, den bereits im Jahr 2009 angestoßenen Umbauprozess voranzutreiben, durch den der SWR zu einem multimedialen Medienunternehmen ausgerichtet werde. Im November dieses Jahres werde unter dem Namen „SWR aktuell“ eine einheitliche Nachrichtenmarke eingeführt. Das bedeute, so Boudgoust weiter, dass bei dem Sender ab diesem Zeitpunkt alle Nachrichtenangebote im Dritten Programm SWR Fernsehen, im Hörfunkbereich und im Internet den Namen „SWR aktuell“ erhielten. Es gehe aber nicht nur um „eine bloße Umbenennung“, sondern auch darum, die bestehenden Informationsangebote miteinander zu vernetzen und zu bündeln. „SWR aktuell“ werde ein echtes multimediales Angebot sein, so der Intendant. Deshalb würden auch alle wichtigen Nachrichten optimal für die Verbreitung auf mobile Endgeräte aufbereitet.

Online werde es unter der Adresse swraktuell.de ein neues einheitliches Informationsangebot geben. Auf Drittplattformen wie Facebook werde der SWR ebenfalls mit der neuen Nachrichtenmarkte vertreten sein. Im SWR Fernsehen würden die Nachrichtenformate in „SWR aktuell Rheinland-Pfalz“ und „SWR aktuell Baden-Württemberg“ umbenannt (derzeit noch „Landesschau aktuell Rheinland-Pfalz“ und „Landesschau aktuell Baden-Württemberg“). Boudgoust verwies ferner darauf, dass auch das Hörfunkprogramm SWR Info in SWR aktuell umbenannt werde. SWR Info wurde im Januar 2012 zu einer Nachrichten- und Informationswelle umgebaut; entstanden war das Programm aus dem vorherigen Wortradio SWR Cont.Ra. Seit Anfang 2012 ist SWR Info digital-terrestrisch über DAB plus, via Internet und in Stuttgart auch über UKW zu empfangen.

Neue Zuschnitte bei Direktionen

Der Umbau im Informationsbereich, so Boudgoust, geschehe konsequent mit Blick auf den Nutzer, der relevante Inhalte aktuell und regional auf allen Endgeräten erwarte, ob Fernsehgerät, Radio, PC, Tablet oder Smartphone. „Die Transformation des SWR zum multimedialen Leitmedium im Südwesten ist unser großes Zukunftsprojekt“, betonte der Intendant.

Boudgoust erklärte am 8. Juli außerdem, dass im SWR Fernsehen künftig bereits am früheren Nachmittag aktuelle Informationen zu sehen sein würden, jeweils getrennt für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Außerdem will der SWR samstags jeweils eine halbstündige Fernsehnachrichtensendung für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in seinem Dritten Programm einführen. Ein Zeitpunkt dafür ist aber noch nicht bekannt. Die Stärkung des Informationsbereichs beim SWR ist Intendant Boudgoust zufolge „eine immense journalistische, finanzielle und organisatorische Aufgabe“. Als weitere Neuerung kündigte der Intendant an, dass es beim SWR künftig keine Fernseh- und Hörfunkdirektion mehr geben werde, sondern „thematisch aufgestellte Direktionen“.

Von den Aufsichtsgremien des Südwestrundfunks wird der Umbauprozess unterstützt. Der Rundfunkratsvorsitzende Gottfried Müller und der Verwaltungsratsvorsitzende Hans-Albert Stechl verwiesen nach der Wiederwahl des Intendanten auf die gute Arbeit von Peter Boudgoust in den vergangenen Jahren. Boudgoust habe dabei frühzeitig erkannt, dass der SWR „bei sich stetig verschlechternden finanziellen Rahmenbedingungen gegensteuern muss, und zwar durch Sparen hauptsächlich in der Infrastruktur“, so Stechl. Dadurch sei der SWR heute in der Lage, ins Programm zu investieren.

29.07.2016 – vn/MK

Print-Ausgabe 1-2/2019

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