Robert-Geisendörfer-Preis 2016: Besondere Ehrung für ZDF-Moderatorin Dunja Hayali

13.10.2016 •

In Hamburg sind am 12. Oktober beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung die diesjährigen Robert-Geisendörfer-Preise verliehen worden. Mit dem Sonderpreis der Jury wurde dabei Dunja Hayali ausgezeichnet. Die Laudatio auf die ZDF-Moderatorin und -Journalistin hielt Georg Mascolo, der Leiter des Rechercheverbundes von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“. Der Wettbewerb um den Robert-Geisendörfer-Preis wurde jetzt zum 33. Mal veranstaltet.

„Die Jury würdigt Dunja Hayali für die Beharrlichkeit, mit der sie ihre eigene öffentliche Persona in den Dienst einer offenen, nie teilnahmslosen Gesprächskultur stellt. Dass sie sich dabei auch direkt mit Menschen auseinandersetzt, die zuvor ihre Arbeit oder gar sie persönlich verunglimpft haben, und dabei immer die nötige Distanz wahrt, hat die Jury beeindruckt und überzeugt“, teilte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zur Preisverleihung an Dunja Hayali mit. Den Vorsitz der Jury hatte der evangelische Medienbischof Volker Jung, Kirchenpräsident von Hessen Nassau, inne.

Dunja Hayali, die am 6. Juni 1974 als Tochter irakischer Eltern im westfälischen Datteln geboren wurde, moderiert beim ZDF das „Morgenmagazin“ und hat bei dem öffentlich-rechtlichen Sender seit 2015 mit „Donnerstalk“ ihre eigene Gesprächssendung; sie wird im Sommer ausgestrahlt, wenn Maybrit Illner mit ihrem Talkformat pausiert. Hayali unterstützt als Botschafterin die Initiative „Respekt! Kein Platz für Rassismus“.

Fünf von sechs Preisen für
öffentlich-rechtliche Sender

Neben dem Sonderpreis wurden beim Robert-Geisendörfer-Wettbewerb, dem Medienpreis der evangelischen Kirche, in den Kategorien Fernsehen, Hörfunk und Kinderprogramme wiederum Preise an jeweils zwei Sendungen vergeben. Diese sechs Auszeichnungen sind mit insgesamt 30.000 Euro dotiert (sechsmal 5000 Euro; der Sonderpreis ist undotiert). Die Preise gingen, wie im vorigen Jahr, fünfmal an Produktionen öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten; eine Auszeichnung erhielt, ebenfalls wie im Vorjahr, der private Fernsehsender Vox.

Im Jahr 2015 hatte Vox den Geisendörfer-Preis für die von Spiegel TV produzierte Dokumentation „Unsere Mütter, unsere Großmütter im zweiten Weltkrieg“ erhalten (vgl. MK-Meldung). Diesmal bekam der Privatsender, von dem nicht bekannt ist, dass er spezielle Kindersendungen ausstrahlt oder produziert, die Auszeichnung in der Kategorie „Kinderprogramm“ für seine Serie „Club der roten Bänder“, in der es um krebskranke Jugendliche geht. „Club der roten Bänder“ ist die sehr detailgetreue Adaption der Serie „Polseres vermelles“ („Rote Armbänder“) des katalanischen Fernsehens, für die der Autor Albert Espinosa mit seinem autobiografischen Bestseller „El mundo amarillo“ („Glücks­geheimnisse aus der gelben Welt“) die Vorlage lieferte.

Dem Wettbewerbsstatut zufolge werden beim Robert-Geisendörfer-Preis Radio- und Fernsehsendungen ausgezeichnet, die persönliches und soziales Verantwortungsbewusstsein stärken, die christliche Orientierung vertiefen und die zur gegenseitigen Achtung der Geschlechter beitragen. Mit dem Sonderpreis wird eine exemplarische publizistische oder künstlerische Leistung gewürdigt. Der Geisendörfer-Preis wird seit 1983 jährlich im Gedenken an den evangelischen Publizisten Robert Geisendörfer (1910 bis 1976) vergeben. Er war Gründungsdirektor des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) und Fernsehbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die Fernseh- und Hörfunkauszeichnungen des Geisendörfer-Wettbewerbs 2016 gingen an folgende Beiträge:

Kategorie Fernsehen

Die Folgen der Tat (ARD/WDR/SWR/NDR), Dokumen­tarfilm. Der Preis ging an Julia Albrecht und an Dagmar Gallenmüller (zusammen Buch und Regie).

#EinMomentDerBleibt. Wenn Flüchtlinge erzählen (NDR), Dokumentation. Den Preis erhielten Daniela Raskito und Sven Hille (zusammen Buch und Regie).

Kategorie Hörfunk

Auschwitz-Stolpersteine. Stolpern gegen das Vergessen (N-Joy/NDR), crossmediales Projekt des NDR-Jugendradios N-Joy. Der Preis ging an den Autor Christian Hinkelmann und an die Autorin Sharon Welzel.

Illegale Helfer (WDR 3), Hörspiel. Den Preis erhielten die Autorin Maxi Obexer und der Regisseur Martin Zylka.

Kategorie Kinderprogramm

Rosa – Tun kann jeder was (ZDFtivi/Kika), Folge aus der Doku-Reihe stark!. Mit dem Preis ausgezeichnet wurde Phillis Fermer (Buch, Regie und Produktion).

Club der roten Bänder (Vox), 10-teilige Serie. Der Preis ging an die Autoren Jan Martin Scharf und Arne Nolting  sowie an Richard  Huber, stell­vertretend für das Regie-Team.

13.10.2016 – da/MK