Katholischer Medienpreis 2016 für BR‑Fernsehdokumentation über Kirchenasyl

08.08.2016 •

08.08.2016 • Der Katholische Medienpreis geht in diesem Jahr an den Fernsehjournalisten Christian Wölfel und das Redaktionsteam der „Schwäbischen Zeitung“. Wie die Deutsche Bischofskonferenz am 21. Juli mitteilte, wird Wölfel in der Kategorie „Elektronische Medien“ (Fernsehen, Radio, Internet) ausgezeichnet für seine TV-Dokumentation „Kirchenasyl und dann? – Vom Bangen, Hoffen und Warten“. Der Film wurde vom Bayerischen Rundfunk (BR) am 13. Januar 2016 in seinem Dritten Fernsehprogramm ausgestrahlt. Wölfel, Jg. 1976, arbeitet beim BR unter anderem als Autor von Reportagen und als Chef vom Dienst (CvD) für die Nachrichtensendung „Rundschau“. Darüber hinaus ist er Redakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

In der Kategorie „Printmedien“ geht der Preis an das Redaktionsteam der „Schwäbischen Zeitung“ für ihre Artikelserie „Menschwürdig leben bis zuletzt“. Die Beiträge erschienen im Zeitraum vom 21. November bis 24. Dezember 2015. Projektleiter für die Serie und eine damit verbundene Weihnachtsspendenaktion in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart war Ludger Möllers, Chefreporter der Zeitung für das Gebiet Ulm/Alb-Donau. Die „Schwäbische Zeitung“ hat ihren Sitz in Ravensburg.

Christian Wölfels 45-minütiger Film „Kirchenasyl und dann?“ ist ein eindringliches Porträt über Menschen, die Gewalt und Krieg erlebt haben, die Flucht und Vertreibung erdulden mussten. In der Dokumentation, für die der Autor seine Protagonisten über mehrere Monate begleitet habe, zeige Wölfel „Schicksale von Menschen und gelebte Nächstenliebe“, heißt es in der Begründung der Jury. Eindringlich mache der Film deutlich, „dass Verständnis füreinander und für gesellschaftliche Zusammenhänge dann am ehesten vermittelt werden können, wenn aus dem Nebel der anonymen Flüchtlingszahlen Einzelschicksale hervortreten“. Insgesamt handele es sich um einen beeindruckenden Fernsehbeitrag, „der Fakten nennt und das Geschehen in Zusammenhänge einordnet“.

Preis auch für „Schwäbische Zeitung“

Die „Schwäbische Zeitung“ befasste sich in ihrer jetzt prämierten Artikelserie mit dem Thema „Krankheit, Sterben und Tod“. Insgesamt wurden über 40 Berichte in der Zeitung im Mantelteil bzw. in Lokalteilen veröffentlicht. Zusätzlich gab es Beiträge im Internet und im eigenen Regionalfernsehangebot, das der Verlag betreibt. Durch die begleitende Weihnachtsspendenaktion wurden knapp 180.000 Euro für Hospizgruppen und Hospize gesammelt. Nach Auffassung der Jury gehört „besonderer Mut dazu, ausgerechnet in der Adventszeit über das Sterben zu schreiben“. Mit dem Preis solle der Mut gewürdigt werden, „sich einem unbequemen Thema selbstbewusst und raumgreifend zu stellen“.

Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), der erneut Vorsitzender der Jury war, wird die Preise am 14. November bei einem Festakt in Berlin überreichen. Die beiden Auszeichnungen sind mit jeweils 5000 Euro dotiert. Mit dem Katholischen Medienpreis werden laut Statut Beiträge ausgezeichnet, die auf das christliche Werteverständnis verweisen, das Verständnis für Menschen fördern und die das humanitäre und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken. Der Preis wird von der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP) und dem Katholischen Medienverband (KM) vergeben.

Sechs undotierte Auszeichnungen

Die Deutsche Bischofskonferenz teilte außerdem mit, dass die Jury noch sechs undotierte Auszeichnungen („journalistisch wertvoll“) vergeben habe, viermal in der Kategorie „Elektronische Medien“ und zweimal in der Kategorie „Printmedien“. Die Auszeichnungen im ersten Segment erhalten Nicola Albrecht für den Film „Leben in der Falle – Die vielen Gesichter Gazas“ (ZDF), Jeannine Apsel für die Dokumentation „Neuanfang in Hamburg – Vom Flüchtling zum Flüchtlingshelfer“ (ZDFinfo), Nina und Oliver Buschek für das Radiofeature „Fünfzig Prozent Zukunft. Unser Leben mit der Huntington-Krankheit“ (Bayern 2/BR) und Jan Lindenau mit dem Team 17 der Axel-Springer-Akademie für das Internetprojekt „Je reste Charlie. Warum wir weitermachen. Müssen“.

In der Kategorie „Printmedien“ gehen die beiden undotierten Auszeichnungen an Dominik Stawski und Ingrid Eißele für den im Magazin „Stern“ veröffentlichten Beitrag „Der Mörder dieses Mädchens könnte bald freikommen. Aber soll er das?“ sowie an Lara Meißner für eine in der Regionalzeitung „Main-Post“ publizierte Artikelserie zur Schulintegration.

Für den Katholischen Medienpreis 2016 waren 223 Beiträge eingereicht worden; in der Kategorie „Elektronische Medien“ gab es 156 Einsendungen, darunter 23 im Internet veröffentlichte Beiträge. Im Segment „Printmedien“ lagen 67 Texte vor. Der Jury gehörten neben ihrem Vorsitzenden Bischof Gebhard Fürst noch fünf weitere Mitglieder an. Dabei handelte es sich um Albert Herchenbach (Chefredakteur von „Stadtgottes“, Nettetal), Stefan Kläsener (Chefredakteur beim Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag, Flensburg), Wolfgang Küpper (Leiter der BR-Redaktion ‘Religion und Orientierung’, München), Andreas Kuschbert (Chefredakteur beim „Heinrichsblatt“, Bamberg) und Frank Windeck (Konrad-Adenauer-Stiftung, Bonn).

08.08.2016 – MK