Bayern: Mehr Geld für die Filmförderung im Jahr 2016

29.02.2016 •

29.02.2016 • Der FilmFernsehFonds (FFF) Bayern erhält in diesem Jahr aus dem Haushalt des Freistaats mehr Geld für die Filmförderung. Zusätzlich 1,45 Mio Euro werden für den Bereich ‘Internationale Koproduktionen und digitale Bildbearbeitung’ bereitgestellt, so dass dafür laut den Planzahlen beim FFF insgesamt 4,7 Mio Euro zur Verfügung stehen. Im Jahr 2015 konnte der FilmFernsehFonds für die Förderung internationaler Kooperationsprojekte rund 3 Mio Euro aus dem Staatshaushalt einsetzen. Die Fördersumme des FFF in diesem Segment erhöht sich damit 2016 gegenüber dem Vorjahr deutlich.

Die CSU, die in Bayern alleine regiert, hatte die Aufstockung für diesen speziellen Bereich beim FFF im Dezember vorigen Jahres im bayerischen Landtag beschlossen, als sie den Nachtragshaushalt für 2016 verabschiedete. Im Dezember 2014 war im Parlament der Doppelhaushalt für die Jahre 2015 und 2016 gebilligt worden. Die Änderungen am bayerischen Staatsbudget für 2016 betreffen neben der Film- auch die Medienförderung (der Film- und der übrige Medienbereich werden im Staatshaushalt getrennt ausgewiesen).

Beim FilmFernsehFonds Bayern war 2013 zunächst das Sonderprogramm Bereich ‘Internationale Kooperationsprojekte’ aufgelegt worden, das vollständig aus Mitteln des Freistaats finanziert wird. Zum 1. Juli 2015 wurde dieses Sonderprogramm um die Segmente Visual Effects (VFX) und Animation erweitert, woraufhin der Sonderprogrammbereich die erweiterte Bezeichnung ‘Internationale Koproduktionen und digitale Bildbearbeitung (VFX)’ erhielt. Seitdem fördert der FFF in Bayern ansässige VFX-Produzenten, die für große internationale Produktionen die kreative digitale Bildgestaltung übernehmen. Der Erhöhungsbetrag von 1,45 Mio Euro in diesem Jahr ist komplett für die Segmente Visual Effects und Animation vorgesehen, so dass dafür 2016 insgesamt 2 Mio Euro zur Verfügung stehen. Die digitale Bildherstellung sei mittlerweile ein essenzieller Bestandteil der Filmbranche geworden, erklärte im Dezember die hierfür zuständige bayerische Wirtschafts- und Medienministerin Ilse Aigner (CSU), das Land habe „in diesem Bereich hervorragende Kompetenz am Standort“.

Zusätzliche Fördermittel für Visual Effects

Mit dem Bereich Games gibt es beim FFF noch ein weiteres Sonderprogramm, das ausschließlich mit Geldern aus dem bayerischen Staatshaushalt finanziert wird. Für die Förderung von Computerspielen sind im FFF-Etat für 2016 insgesamt rund 550.000 Euro eingeplant. Im August 2015 hatte Ministerin Aigner angekündigt, beim FFF die Förderung von Computerspielen im Rahmen des Projekts „Bayern Digital“ ab 2017 zu erhöhen. Außerdem unterstützt der Freistaat laut dem Haushaltsplan im laufenden Jahr die allgemeine Filmförderung über den FFF wiederum mit 15,2 Mio Euro (aus diesen Mitteln werden auch die Betriebskosten der Fördereinrichtung finanziert). Für die Modernisierung von Filmtheatern gibt es erneut 1,2 Mio Euro (dieses Geld wird ebenfalls vom FFF vergeben).

Der Förderetat des FilmFernsehFonds beläuft sich 2016 auf rund 30 Mio Euro. Neben der Landesregierung beteiligen sich auch öffentlich-rechtliche und private Sender finanziell an der bayerischen Filmförderung. Das Land lässt sich in diesem Jahr die Förderung die Filmbereichs insgesamt knapp 24,5 Mio Euro kosten. 2015 waren es 23,0 Mio. Mit eingeschlossen ist bei dieser Förderung auch die Unterstützung von Preisen und Festivals (unter anderem Bayerischer Fernsehpreis, Filmfest München).

Im Rahmen der Verabschiedung des Nachtragshaushalts für 2016 hat die CSU im Landtag in München auch eine Anhebung bei der Medienförderung vorgenommen, für die in diesem Jahr ursprünglich Ausgaben in Höhe von insgesamt 17,3 Mio Euro vorgesehen waren. Der Großteil davon, 10 Mio Euro, ist weiter für die Unterstützung von privatem Lokalfernsehen eingeplant; diese Förderung wird über die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) abgewickelt. Mehr Geld aus dem Etat des Ministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie erhält 2016 das Mediennetzwerk Bayern, die Medienstandort-Agentur des Freistaats. Hatte das Mediennetzwerk Bayern 2015 einen Betrag von 220.000 Euro zur Verfügung, so sind es in diesem Jahr 670.000 – ein Plus von 450.000 Euro. Die zusätzlichen Gelder sind vorgesehen für die Ausweitung des „Medienführerscheins Bayern“ auf außerschulische Zielgruppen und für die Medienkompetenzschulung von jungen Migranten.

Der Medienführerschein Bayern ist eine 2008 gestartete Initiative der Landesregierung, um die Medienkompetenz vor allem von Schülern zu verbessern. Die dazu gehörende Projektarbeit wird seit Frühjahr 2009 von der gemeinnützigen Stiftung Medienpädagogik Bayern koordiniert, die im Jahr zuvor von der BLM gegründet worden war. Durch die Aufstockung des Budgets für das Mediennetzwerk Bayern beträgt der Etat für die bayerische Medienförderung in diesem Jahr 17,8 Mio Euro.

80 Mio Euro für Gründerzentren bis 2020

Der Nachtragshaushalt für 2016 sieht ferner vor, dass für den Aufbau von weiteren Zentren in Bayern für Digital- und Mediengründer in diesem Jahr bereits 4 Mio verfügbar sind. Dieses Geld ist im Etat des Wirtschafts- und Medienministeriums im Bereich ‘Allgemeine Wirtschaftsförderung’ eingeplant (und damit nicht Teil der Medienförderung). Ministerin Aigner hatte im Oktober 2015 bei den Medientagen München angekündigt, dass nach dem Vorbild des Münchner Gründerzentrums Werk1.Bayern in allen bayerischen Regierungsbezirken ein sogenannter Inkubator zur Förderung der Digitalwirtschaft entstehen solle (vgl. MK-Artikel).

Im Nachtragshaushalt für 2016 hat sich die bayerische Staatsregierung außerdem dazu verpflichtet, in den kommenden vier Jahren (2017 bis 2020) jeweils 19 Mio Euro für die geplanten Gründerzentren einzusetzen. Insgesamt geht es somit im Zeitraum von 2016 bis 2020 um einen Betrag von 80 Mio Euro. Die Standorte für die Gründerzentren in den sieben Regierungsbezirken Bayerns sollen über ein Wettbewerbsverfahren mithilfe einer externen Jury gefunden werden. Nach Angaben von Ilse Aigner ist die Investitionssumme zum Aufbau von Gründerzentren für die Digitalwirtschaft in Deutschland einmalig.

29.02.2016 – vn/MK