Anzahl der Schauspielerpreise halbiert: Bayerischer Fernsehpreis 2015 für Helene Fischer, Claus Kleber, Mario Barth

15.06.2015 •

15.06.2015 • Beim Bayerischen Fernsehpreis wurden in diesem Jahr drei Preise weniger vergeben als 2014. Das hängt insbesondere damit zusammen, dass im Bereich der Schauspielerinnen und Schauspieler die Anzahl der Auszeichnungen von vorher vier auf jetzt nur noch zwei und damit um die Hälfte reduziert wurde. Außerdem war im vergangenen Jahr ein Preis für eine Kameraleistung verliehen worden, was in diesem Jahr nicht mehr der Fall.

Im Schauspielsektor waren zuvor stets zwei Preise in der Kategorie „Serie/Reihen“ und zwei Auszeichnungen in der Kategorie „Fernsehfilm“ vergeben worden, jeweils für Schauspielerinnen und Schauspieler. Jetzt wurden die Kategorien zusammengefasst, dass heißt, es gibt nur noch eine Kategorie „Beste Schauspielerin – Fernsehfilme/Serien und Reihen“ sowie „Bester Schauspieler – Fernsehfilme/Serien und Reihen“. Die Jury des Bayerischen Fernsehpreises vergab somit diesmal insgesamt 11 Preise (2014 waren es 14 Auszeichnungen). Während es seinerzeit bei einer Preis- und Kategorienreduzierung des Deutschen Fernsehpreises heftige Proteste gegeben hatte, ging die Minimierung bei dem bayerischen TV-Wettbewerb lautlos über die Bühne.

Die Auszeichnungen des diesjährigen Bayerischen Fernsehpreises wurden am Abend des 22. Mai (Freitag) im Rahmen einer feierlichen Fernsehgala im Prinzregententheater in München verliehen. Die Preisverleihung wurde in diesem Jahr vom Bayerischen Rundfunk (BR) produziert und von 19.00 bis 21.45 Uhr live im Dritten Programm Bayerisches Fernsehen übertragen. Präsentiert wurde die Gala von Michael Altinger und Christian Springer, den beiden Moderatoren der im Dritten Programm des BR gesendeten Kabarettreihe „Schlachthof“. Die Übertragung der Preisverleihung hatte im BR-Sendegebiet 320.000 Zuschauer und einen Marktanteil von 9,1 Prozent (bundesweit: 390.000 Zuschauer, 1,6 Prozent).

Ehrenpreis für Jörg Armbruster

Den Ehrenpreis des bayerischen Ministerpräsidenten erhielt der langjährige ARD-Auslandskorrespondent Jörg Armbruster, 67, der inzwischen offiziell in den Ruhestand gegangen ist. Mit dem Ehrenpreis wurde somit in diesem Jahr ein Journalist gewürdigt, der unter anderem viele Jahre aus den Krisen- und Kriegsgebieten im Nahen Osten berichtet hat. Der Nahe Osten ist immer wieder das Thema von Armbrusters Filmen und Dokumentationen gewesen, die er auch weiterhin dreht.

Ministerpräsident Seehofer würdigte den ARD-Journalisten „als eines der prägenden Gesichter des deutschen Fernsehens. Mit großem Engagement, Mut und persönlichem Einsatz“, so Seehofer weiter, „hat Jörg Armbruster lange Jahre die Geschehnisse in der Welt, insbesondere im Nahen Osten, erklärt und kommentiert. Mit seinem Schaffen, das für Qualität und Seriosität deutscher Auslandskorrespondenten steht, mit seinen Berichten und Reportagen, hat Jörg Armbruster die Welt in die bundesdeutschen Wohnzimmer geholt.“ Der Nachwuchspreis beim Bayerischen Fernsehpreis ging an die 19-jährige Mala Emde, die in dem Film „Meine Tochter Anne Frank“ (ARD) das jüdische Mädchen Anne Frank Spielte, das von den Nazis im KZ Bergen-Belsen ermordet worden war.

Von den 11 von der Jury vergebenen Preisen gingen neun an die öffentlich-rechtlichen Programme und zwei an die privaten. Der Comedian Mario Barth erhielt einen Preis für seine bei RTL zu sehende Reihe „Mario Barth deckt auf, die Sängerin Helene Fischer wurde für ihre beim ZDF ausgestrahlte „Helene Fischer Show“ ausgezeichnet. Claus Kleber, Moderator des ZDF-„Heute-Journals“, und Angela Andersen bekamen einen Preis für ihre zweiteilige Dokumentation „Hunger! Durst!“. Der BR war mit gleich drei Preisen für sein Drittes Programm Bayerisches Fernsehen erfolgreich, auch das ZDF schnitt mit drei Auszeichnungen ab. Die zwei Schauspielpreise gingen an Matthias Brandt für den ARD-Film „Männertreu“ und an Felicitas Woll für den Sat-1-Film „Die Ungehorsame“ (der andere der beiden Preise für die Privatsender).

Der Bayerische Fernsehpreis, der seit 1989 von der Bayerischen Staatsregierung „für herausragende Leistungen im deutschen Fernsehen“ vergeben wird und jetzt zum 27. Mal verliehen wurde, ist weiterhin der höchstdotierte TV-Wettbewerb in Deutschland, die Preissumme betrug in diesem Jahr 120.000 Euro (aufgrund der Kategorien-Reduzierung 30.000 Euro weniger als 2014). Die Gewinner werden neben der Geldprämie mit einem aus Porzellan bestehenden „Blauen Panther“ ausgezeichnet, dem Symbol des Bayerischen Fernsehpreises. •  da/MK

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Im Folgenden alle Entscheidungen des Bayerischen Fernsehpreises 2015 und die Begründungen im Überblick.

Der Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten geht an Jörg Armbruster (ARD) für herausragende Leistungen im deutschen Fernsehschaffen.

Begründung der Jury:

Jörg Armbruster ist eines der prägenden Gesichter des deutschen Fernsehens. Er steht für das Engagement, die Überzeugung, den Mut und die Seriosität deutscher Auslandskorrespondenten, die uns täglich die Schrecknisse dieser Welt erklären, aber auch das Unbekannte oder Skurrile näherbringen. Er begann seine Karriere 1974 beim WDR im Hörfunk und wechselte 1982 zum SDR ins Fernsehen. Seit 1988 beschäftigte er sich mit dem Ausland, vornehmlich dem Nahen Osten. Als ARD-Korrespondent wirkte er ab Mitte der 1990er Jahre aus Kairo und vor allem dem Irak. Wir kennen ihn auch aus dem „Weltspiegel“, den er bis Anfang 2010 moderierte.

Zurück in Ägypten berichtete er unter anderem über den Sturz Husni Mubaraks und später dann aus dem Bürgerkrieg in Syrien. Sein Schaffen ist untrennbar verbunden mit diesem Teil der Welt, der nicht zur Ruhe zu kommen scheint. Am 29. März 2013 wurde Jörg Armbruster im nordsyrischen Aleppo bei Dreharbeiten zu dem Dokumentarfilm „Zwischen Krieg und Frieden – Der neue Nahe Osten“ von Unbekannten beschossen und schwer verletzt. Er überlebte nur dank einer Notoperation.

Als einer der bedeutendsten Journalisten des deutschen Fernsehens in wortwörtlicher Bedeutung, der in einer Vielzahl von Reportagen über Hintergründe und politische Zusammenhänge im Nahen Osten berichtete, ist Jörg Armbruster ein würdiger Ehrenpreisträger des Bayerischen Fernsehpreises.

Als einer der bedeutendsten Journalisten des deutschen Fern-Sehens in wortwörtlicher Bedeutung, der in einer Vielzahl von Reportagen über Hintergründe und politische Zusammenhänge im Nahen Osten berichtete, ist Jörg Armbruster ein würdiger Ehrenpreisträger des Bayerischen Fernsehpreises.

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Der mit 10.000 Euro dotierte Nachwuchsförderpreis der LfA Förderbank Bayern geht an die Schauspielerin Mala Emde für ihre Darstellung der Anne Frank in dem Fernsehfilm Meine Tochter Anne Frank (ARD/HR/RBB/WDR).

Begründung der Jury:

Mit elf Jahren hat sie das erste Mal vor der Kamera gestanden und bereits in 14 Produktionen mitgewirkt. Die Rolle der Anne Frank, die sie unmittelbar vor ihrer Abiturprüfung übernahm, sollte sie aber mit einem einzigen Schritt in die erste Reihe der besten Schauspieler bringen. Wenn man sie fragt, ob sie jetzt ein Star sei, sagt sie, sie habe nur Anne gespielt. Dabei ist das sehr viel mehr, was sie tut. Sie versenkt sich in ihre Figur, um sie ganz zu erfassen und authentisch zu interpretieren. Jetzt höre sie Anne Frank in sich, konnte sie daher vor dem entscheidenden Dreh sagen. Und man sieht es ihr an und begreift Anne Frank in all ihren Facetten. Dafür muss man Mala Emde dankbar sein.

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Ein mit 10.000 Euro dotierter Sonderpreis des Bayerischen Fernsehpreises geht an Gabriela Sperl, Quirin Berg und Max Wiedemann als Produzenten des dreiteiligen Fernsehfilms Tannbach – Schicksal eines Dorfes (ZDF).

Begründung der Jury:

Die Geschichte eines kleinen Ortes an der bayerisch-thüringischen Grenze, in dem sich die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts tatsächlich wie auf einer Bühne zu verdichten scheint. Aus dem im Kalten Krieg geteilten Dorf Mödlareuth wird „Tannbach“ - eine Chronik voll Schmerz, Aufbruch und Enttäuschung. Dass diese in jedem Sinne große Produktion tatsächlich ein Werk wird, das berührt und bewegt und damit Geschichte erfahrbar macht, ist ein großer Verdienst der Produzenten Gabriela Sperl, Quirin Berg und Max Wiedemann. Sie verlieren im Fluss des Geschehens nie die Menschen aus den Augen, von denen sie erzählen. Mit einem packenden Drehbuch und einem großartigen Schauspieler-Ensemble unter der einfühlsamen Regie von Alexander Dierbach schaffen sie in ihrem Dreiteiler wahrhaft großes Fernsehen, von dem man mehr sehen möchte.

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Ein mit 10.000 Euro dotierter Bayerischer Fernsehpreis geht an Eckhart Querner als Autor der Dokumentation Der Sänger Christian Gerhaher (Bayerisches Fernsehen/BR).

Begründung der Jury:

So unprätentiös wie die Hauptfigur dieses Porträts kommt auch der Film daher. Der Sänger Christian Gerhaher ist ein Weltstar des klassischen Lieds. Er tritt in New York vor ausverkauften Sälen auf, und niemand geringerer als Sir Simon Rattle bezeichnet ihn als Gesangstitanen. Doch Gerhaher ist immer auf dem Boden geblieben, genauer gesagt: auf dem Gäuboden, jenem niederbayerischen Landstrich, von dem er stammt und dem er treu geblieben ist.

Die sensible filmische Annäherung von Eckart Querner an diesen Ausnahmemusiker ist ein Stück Fernsehkulturjournalismus, wie es sortenreiner kaum denkbar ist. Und so sehr sich der Autor auch zurücknimmt – in einem gleichen sich der Porträtierte und sein Autor dann doch: Beide treffen immer den richtigen Ton.

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Ein mit 10.000 Euro dotierter Bayerischer Fernsehpreis geht an Patrick Hörl als Regisseur und Produzent der Dokumentation Fukushima – Nichts ist, wie es war (Bayerisches Fernsehen).

Begründung der Jury:

Wer dachte, alle Fernsehbilder zur Jahrhundertkatastrophe von Fukushima schon gesehen zu haben, gerät hier in großes Staunen. Nie gesehene Aufnahmen vom Erdbeben und dem folgenden Tsunami am 11. März 2011, aber auch vom anschließenden Reaktorunglück führt uns dieser großartige Dokumentarfilm vor Augen. Patrick Hörl hatte eine gleichermaßen einfache wie geniale Idee: Er ging zum Lokalfernsehsender von Fukushima, schaute ins dortige Archiv und fand atemberaubendes Material.

Doch Patrick Hörl komponierte nicht nur vorhandene Filmaufnahmen neu, sondern er erzählt auch die Geschichte der Fernsehreporter von Fukushima vom Tag des Unglücks bis heute. Ein bewegender Film über den größten anzunehmenden Unfall.

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Ein mit 10.000 Euro dotierter Bayerischer Fernsehpreis geht an Ferdinand von Schirach und André Georgi für ihre Leistungen als Buchautor und Drehbuchautor der Erzählung und des Films Volksfest (ZDF) aus dem Buch bzw. der TV-Reihe Verbrechen.

Begründung der Jury:

Die Qualität dieses Fernsehfilms erwächst aus der doppelten Qualifikation des Autors der literarischen Vorlage, Ferdinand von Schirach, und des Drehbuchautors André Georgi: Die juristische Kompetenz eines erfahrenen Strafverteidigers, die sprachliche Kraft eines erfolgreichen Schriftstellers und die Kreativität des erfahrenen Drehbuchautors ergänzen sich in diesem Kriminalstück in besonderer Weise. Wie die Autoren ihren Helden, einen Anwalt, mit aller rechtlichen und gesetzlichen Raffinesse ausstatten, um zu einem Freispruch für eine Gruppe von Vergewaltigern zu kommen, an deren Untat an einem Mädchen kein Zweifel besteht, fasziniert und erschreckt den Zuschauer. Die völlige Freudlosigkeit, mit welcher der Anwalt den von ihm vor Gericht erreichten Freispruch hinnimmt, demonstriert, wie tief die Kluft zwischen Recht und Gerechtigkeit sein kann. Ferdinand von Schirach und André Georgi lassen konsequent und ohne Beschönigung in diesen Abgrund blicken.

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Ein mit 10.000 Euro dotierter Bayerischer Fernsehpreis geht an Philipp Kadelbach als Regisseur des Fernsehfilms Nackt unter Wölfen (ARD/MDR).

Begründung der Jury:

„Nackt unter Wölfen“ ist die filmische Neuinterpretation des gleichnamigen Romans von Bruno Apitz, selbst Häftling in Buchenwald. Bei diesem Stoff kein leichtes Unterfangen, jedoch nicht für Philipp Kadelbach, der in einer eigenständigen Bildsprache mit sorgfältiger und zugleich aufwendiger Auflösung Neues bietet, das vor allem durch seine den Figuren zugewandte Inszenierung beeindruckt. Dabei wird er der großen Verantwortung gerecht, die man trägt, wenn man an einem Originalschauplatz wie der Gedenkstätte in Buchenwald dreht. Ein Glück, dass ihm dabei das exzellente und differenzierte Drehbuch von Stefan Kolditz zur Verfügung stand. Eine großartige Symbiose bei der Bewältigung einer höchst schwierigen und gleichermaßen bedeutsamen Aufgabe.

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Ein mit 10.000 Euro dotierter Bayerischer Fernsehpreis geht an Mario Barth in Mario Barth deckt auf (RTL).

Begründung der Jury:

Mario Barth hat ein neues TV-Genre geschaffen: die investigative Comedy-Show. In „ Mario Barth deckt auf “ ist er selbst absurden Fällen von Steuerverschwendung auf der Spur und entlarvt gemeinsam mit prominenten Mitstreitern Behördenwillkür oder Verbraucherbetrug. Er bricht schwierige Sachverhalte humorvoll auf eine allgemeinverständliche Sprache herunter und nutzt geschickt die Mittel der Comedy, um breite Bevölkerungsschichten anzusprechen. So gelingt es ihm, gesellschaftlich relevante Themen zur besten Sendezeit einem großen Publikum zugänglich zu machen. Mario Barth beweist damit, dass Unterhaltung und Information sehr wohl zusammen passen. Und gleichzeitig bewirkt seine Show, dass nach ihrer Ausstrahlung bei RTL manch sinnlose Entscheidungen korrigiert und fragwürdige Projekte gestoppt wurden.

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Ein mit 10.000 Euro dotierter Bayerischer Fernsehpreis geht an Claus Kleber und Angela Andersen als Autoren der zweiteiligen Dokumentation Hunger! Durst! (ZDF).

Begründung der Jury:

Die schlimmsten Katastrophen sind weltweit Kriege, Nahrungs- und Wassermangel. Die Autoren Angela Andersen und Claus Kleber sind den Themen Hunger und Durst in zwei sehr persönlich präsentierten Dokumentationen für das ZDF auf der gesamten Erde nachgegangen. Wie kann es sein, dass Lebensmittelüberfluss herrscht und dennoch viele Millionen Menschen hungern müssen? Wie kämpfen Arbeiter gegen die Versteppung in Wüstengegenden?  Mit beeindruckenden Bildern und klaren, nicht überfrachteten Grafiken zeigen Kleber und Andersen nicht die großen und oft unglaubwürdigen Politik- oder Wirtschaftsargumente auf, sondern bewegen sich in der Alltagswelt der einfachen Leute.

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Ein mit 10.000 Euro dotierter Bayerischer Fernsehpreis geht an Thomas Muggenthaler und Andrea Mocellin als Autoren der Dokumentation Verbrechen Liebe (Bayerisches Fernsehen/BR).

Begründung der Jury:

Einfühlsam, mit bedachten Aufnahmen, stets respektvoller Nähe und die Würde der Zeitzeugen in jeder Minute bewahrend zeigt die Dokumentation „Verbrechen Liebe“ das Schicksal jener Menschen, die zur Zeit des Nationalsozialismus bitter für ihre Liebe bestraft, gequält und ermordet wurden. In intensiver, jahrelanger Recherche hat sich der Journalist Thomas Muggenthaler einem dunklen, noch wenig erforschten Kapitel der deutschen Geschichte genähert. Gemeinsam mit Andrea Mocellin ist es gelungen, diese Recherchen filmisch in herausragender, respektvoller Weise umzusetzen.

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Ein mit 10.000 Euro dotierter Bayerischer Fernsehpreis geht an Helene Fischer in Die Helene Fischer Show 2014 (ZDF).

Begründung der Jury:

Helene Fischer ist eine Ausnahmeerscheinung im deutschen Show-Business. In nur wenigen Jahren ist der Sängerin ein kometenhafter Aufstieg geglückt. Sie beindruckt vor allem durch Ihre Vielseitigkeit. So interpretiert sie ihren Hit „Atemlos“ in einer einzigen Show in 14 verschiedenen Versionen. Ob Schlager, Pop, Rock, Reggae, Country, Musical, Jazz oder Operette – Helene Fischer findet immer den richtigen Ton. Ihre Duette mit Queen, Peter Maffay, Jonas Kaufmann oder Udo Jürgens – in seinem letzten Fernsehauftritt vor seinem plötzlichen Tod – berührten und bewegten Millionen Zuschauer. Aber Helene Fischer kann nicht nur singen. Sie führt charmant durch Ihre eigene Show, tanzt auf höchstem Niveau und beeindruckt mit akrobatischen Einlagen. Kurzum: Helene Fischer verzaubert die Massen. Die ganz große Fernsehshow, das Lagerfeuer früherer Tage, es gibt sie noch – wenn Helene Fischer die Bühne betritt.

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Im Gegensatz zu den bisher genannten Preisträgerinnen und Preisträgern ermittelte die Jury die beste Schauspielerin und den besten Schauspieler in den zusammengelegten Kategorien „Fernsehfilme / Serien und Reihen“ aus dem Kreis von jeweils drei Nominierten. Die Entscheidungen:

Ein mit 10.000 Euro dotierter Bayerischer Fernsehpreis für die beste Schauspielerin in den Kategorien „Fernsehfilme / Serien und Reihen“ geht an Felicitas Woll für ihre Rolle in Die Ungehorsame (Sat 1).

Begründung der Jury:

Häusliche Gewalt ist immer noch ein Tabu-Thema, auf das oft mit Unverständnis reagiert wird. Wieso lässt sich eine selbstbewusste moderne Frau von ihrem Mann schlagen? Wieso verlässt sie ihren Peiniger nicht sofort? Wieso zeigt sie ihn nicht an? Dem Film „Die Ungehorsame“ ist es gelungen, nicht nur einen Einblick in die grausame Logik dieser Beziehungen zu geben, sondern auch tiefes Verständnis für die Frauen zu wecken, die in eine Spirale der Gewalt geraten sind und sich nicht mehr daraus befreien können.

Es ist der große Verdienst von Felicitas Woll, die uns mit ihrer eindringlichen Darstellung die Tür öffnet, die uns spüren lässt, wie subtil das Opfer manipuliert wird und wie schwer es ist, sich gegen die Prügel des einst geliebten Mannes zu wehren. Felicitas Woll lässt ihre Zuschauer den Schmerz spüren. Das tut weh. Und das ist gut so.

Außerdem waren in dieser Kategorie nominiert: Martina Gedeck für ihre Rolle in dem Fernsehfilm Das Ende der Geduld (ARD/BR) und Henriette Confurius für ihre Rolle in dem Dreiteiler Tannbach – Schicksal eines Dorfes (ZDF).

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Ein mit 10.000 Euro dotierter Bayerischer Fernsehpreis für den besten Schauspieler in den Kategorien „Fernsehfilme / Serien und Reihen“ geht an Matthias Brandt für seine Rolle im Fernsehfilm Männertreu (ARD/HR)

Begründung der Jury:

Eleganz, Charme und Ironie spielt Matthias Brandt ebenso selbstverständlich wie Hochmut, Arroganz und Unverschämtheit. Daraus formt er einen Charakter, der einnehmend ist, verführerisch, frech und amüsant. Ihm gelingt unter der brillanten Regie von Hermine Huntgeburth ein Kunststück im wahrsten Sinne des Wortes. Ein großes Stück Kunst.

Außerdem waren in dieser Kategorie nominiert: Hannes Jaenicke für seine Rolle in dem Fernsehfilm Allein unter Ärzten (Sat 1) und Jonas Nay für seine Rolle in dem Dreiteiler Tannbach – Schicksal eines Dorfes (ZDF).

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Die Jury des Bayerischen Fernsehpreises 2015:

Der Jury des Bayerischen Fernsehpreises gehörten in diesem Jahr die folgenden zehn Mitglieder an:

Klaus Schaefer (Vorsitz), Andreas Bartl, Ulrich Berls, Daniel Curio, Georg Feil, Gabriele Goderbauer-Marchner, Friedemann Greiner, Anne Karlstedt, Jan Rasmus und Wilfried Scharnagl.

15.06.2015 – da/MK

Print-Ausgabe 24/2019

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