Thomas Rabe bleibt bis 2021 Vorstandschef des Bertelsmann‑Konzerns

09.02.2016 •

Thomas Rabe bleibt bis Ende 2021 Vorstandsvorsitzender des Bertelsmann-Konzerns. Der Aufsichtsrat des Unternehmens stimmte in seiner Sitzung am 26. Januar einer Verlängerung des Vertrags von Rabe um weitere fünf Jahre zu. Seit dem 1. Januar 2012 ist der heute 50-Jährige Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann. Sein aktueller Fünfjahresvertrag läuft noch bis Ende 2016; anschließend beginnt dann am 1. Januar 2017 der nun abgeschlossene zweite Fünfjahresvertrag, der somit bis zum 31. Dezember 2021 läuft. Bevor Rabe Anfang 2012 in der Nachfolge von Hartmut Ostrowski Chef von Bertelsmann wurde, war er bei dem in Gütersloh ansässigen Konzern ab Januar 2006 Finanzvorstand. Zu Bertelsmann gehört auch die internationale RTL Group, in der der Konzern seine Fernseh- und Hörfunkaktivitäten zusammengefasst hat.

Anlässlich der Vertragsverlängerung von Thomas Rabe verwies der Bertelsmann-Aufsichtsratsvorsitzende Christoph Mohn darauf, dass Rabe seit seinem Amtsantritt den Konzern strategisch neu ausgerichtet habe, „um langfristig wachstumsstärker, digitaler und internationaler zu werden“. Die unter der Führung von Rabe erzielten Fortschritte auf diesem Weg seien enorm. Mohn verwies etwa auf die Digitalinvestitionen der RTL Group in Unternehmen wie Broadband TV, Style Haul und SpotX, auf den 2013 erfolgten Zusammenschluss von Penguin und Random House zum weltgrößten Publikumsverlag Penguin Random House, den ebenfalls 2013 geschehenen Wiedereinstieg in das Musikgeschäft über die Bertelsmann Music Group (BMG) und auf die Gründung der Bertelsmann Education Group.

Operativ ein Rekordergebnis

Parallel dazu sei es gelungen, so Christoph Mohn, die Ertragskraft von Bertelsmann weiter zu stärken. In den ersten neun Monaten des Jahres 2015 sei operativ ein Rekordergebnis erzielt worden (die Jahreszahlen für das Gesamtjahr 2015 liegen noch nicht vor). Im Jahr 2012, als Rabe den Chefposten bei Bertelsmann übernahm, erzielte der Konzern einen Umsatz von 16,1 Mrd Euro; 2014 waren 16,7 Mrd Euro. Für 2015 wird ein höherer Umsatz als im Jahr zuvor erwartet. Das Konzernergebnis, also der nach allen Abzügen in den Kassen verbleibende Gewinn, belief sich 2012 auf insgesamt 612 Mio Euro, 2013 waren es 885 Mio, 2014 dann 573 Mio Euro. Für 2015 könnte sich, wenn man die Neunmonatszahlen hochrechnet, ein Nettogewinn von bis 750 Mio Euro ergeben.

Thomas Rabe, geboren am 6. August 1965 in Luxemburg, begann nach einem wirtschafts­wissenschaftlichen Studium seine berufliche Laufbahn 1989 bei der Europäischen Kommission in Brüssel. Ab 1990 arbeitete er für die in Brüssel ansässige Kanzlei Forrester Norall & Sutton (heute: White & Case), anschließend für die Berliner Treuhandanstalt und die Beteiligungsgesellschaft Neue Länder. 1996 wechselte er als Finanzchef und Mitglied des Vorstands zum Börsendienstleister Clearstream International. Rund vier Jahre später kam er im August 2000 als Finanzvorstand zur RTL Group. Am 1. Januar 2006 wurde Thomas Rabe dann Finanzvorstand von Bertelsmann, bevor er Anfang 2012 den Chefposten bei dem Konzern übernahm. Seit Februar 2015 ist Rabe zusätzlich auch Finanzvorstand von Bertelsmann, nachdem Judith Hartmann diese Aufgabe Ende Januar vorigen Jahres nach nur rund zweijähriger Tätigkeit aufgegeben hatte und in gleicher Po­sition zum französischen Energieversorger GDF Suez gewechselt war

Neuer Finanzvorstand

In den Jahren 2008 und 2009 hatte Thomas Rabe Bertelsmann eigentlich zweimal verlassen wollen. Im Spätsommer 2008 lockte ihn die Offerte, Vorstandsvorsitzender der Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe zu werden, also des direkten Konkurrenten hierzulande von RTL. Ein Jahr später plante er einen Wechsel an die Spitze des Mischkonzerns Haniel. In beiden Fällen lehnte es der Bertelsmann-Aufsichtsrat jedoch ab, Rabe aus seinem Vertrag als Finanzvorstand des Konzerns zu entlassen.

Der Bertelsmann-Aufsichtsrat beschloss in seiner Sitzung am 26. Januar eine weitere Personalie: Neuer Finanzvorstand des Unternehmens wird zum 1. April 2016 Bernd Hirsch, 45. Als Vorstandsmitglied wird Hirsch dann auch künftig dem Group Management Committee (GMC) von Bertelsmann angehören. Hirsch war vom 1. Dezember 2009 bis zum 31. Dezember 2015 Finanzvorstand der Symrise AG, eines weltweit tätigen Duft- und Geschmackstoffherstellers. Im März 2015 hatte Hirsch erklärt, auf eigenen Wunsch Symrise zum Jahresende 2015 zu verlassen. Bevor Bernd Hirsch zu Symrise kam, arbeitete er ab 2001 bei der Carl-Zeiss-Gruppe, unter anderen sieben Jahre lang als Finanzvorstand der Carl Zeiss Meditec AG. Seine berufliche Karriere hatte der studierte Betriebswirt im November 1998 bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Arthur Andersen begonnen.

09.02.2016 – MK

` `