Namensvereinheitlichung: Die Marke Deutschlandfunk

Das Deutschlandradio wird zwei seiner drei Programme umbenennen. Wie der Sender am 23. September in einer Mitteilung bekanntgab, werde Deutschlandradio Kultur ab dem Frühsommer 2017 Deutschlandfunk Kultur heißen; der neue Name für DRadio Wissen werde ab dann Deutschlandfunk Nova sein. Der genaue Termin für die Umbenennung wurde nicht genannt. Das Informationsprogramm Deutschlandfunk (DLF) behalte seinen Namen, hieß es weiter.

Zu den Gründen für die Umbenennungen teilte der Sender mit: „Deutschlandradio setzt auf starke Marken, die auf allen Verbreitungswegen das vermitteln, wofür der Sender steht: qualitativ bestes Radio zu bieten, glaubwürdig zu sein, Orientierung zu geben. Ab dem kommenden Frühsommer wird das Gütesiegel Deutschlandfunk die Verwandtschaft der Programme unterstreichen und die bisherige Markenlandschaft ablösen. Zukünftig werden Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova die gemeinsame Marke auf allen Ausspielwegen vertreten. Die in der Medienpolitik etablierte Körperschaftsmarke Deutschlandradio bleibt erhalten.“

Ergänzend wird Deutschlandradio-Intendant Willi Steul in der Pressemitteilung des Senders mit folgenden Sätzen zitiert: „Der Name Deutschlandfunk steht bundesweit für höchsten publizistischen Anspruch, dem sich alle drei Programme tagtäglich neu stellen. Die neue Namensgebung soll Hörerinnen und Hörern, Nutzerinnen und Nutzern die Zuordnung und Orientierung erleichtern.“ In einem Interview mit dem Deutschlandfunk am 23. September begründete Steul die Namensvereinheitlichung außerdem damit, dass in der digitalen Welt angesichts der gestiegenen Anzahl der Konkurrenzprogramme die Absender klar erkennbar sein müssten.

Zielgruppenadäquate Ansprache

Seitens des Senders hieß es überdies, dass „die Namensvielfalt der Deutschlandradio-Programmangebote in der Vergangenheit immer wieder für Verwirrung gesorgt“ habe. Mit der „Neuordnung der Markenarchitektur“ solle künftig „eine zielgruppenadäquate Ansprache sichergestellt werden und zugleich die Stärke der Qualitätsmarke Deutschlandfunk für alle Programme nutzbar gemacht werden“. Die bevorstehende „Neuordnung der Namensarchitektur“ bilde den Abschluss eines Strategieprozesses, mit dem seit dem Jahr 2010 die inhaltliche und strukturelle Modernisierung von Deutschlandradio vorangetrieben worden sei. Programmdirektor Andreas-Peter Weber sagte dazu: „Unsere Hörerinnen und Hörer nutzen unsere Programme immer häufiger zeitsouverän, über die sozialen Medien, auf Drittplattformen. Deswegen müssen wir schnell und deutlich erkennbar sein.“ Das Deutschlandradio betonte in seiner Mitteilung, dass die neue Markenarchitektur die ausdrückliche Unterstützung vom Hörfunkrat und vom Verwaltungsrat des Senders erhalten habe und auch in Mitarbeiterversammlungen erörtert worden sei. Bezüglich der Namensänderung hatte das Deutschlandradio, wie zu erfahren war, zuvor auch mehrere Fachleute nach ihrer Meinung zu dem geplanten Schritt befragt.

Der nationale Hörfunkanstalt Deutschlandradio entstand 1994. In diesem Jahr wurde die Anstalt durch die Fusion von Deutschlandfunk, RIAS Berlin und Deutschlandsender (DS) Kultur gegründet. Sie veranstaltete zunächst die beiden Programme Deutschlandfunk und Deutschlandradio Berlin, das im März 2005 in Deutschlandradio Kultur umbenannt wurde. Seit Januar 2010 betreibt die Sendeanstalt neben Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur als drittes Programm DRadio Wissen, das sich an eine jüngere Hörerschaft richtet und ausschließlich via DAB plus, Kabel, Satellit und das Internet zu empfangen ist (also nicht über UKW-Frequenzen, wie die anderen beiden Programme). Alle vom Deutschlandradio veranstalteten Programme sind werbefrei und werden aus dem allgemeinen Rundfunkbeitrag finanziert.

15.10.2016 – MK

Print-Ausgabe 23/2018

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