Das Dritte Programm Bayerisches Fernsehen heißt seit dem 11. April 2016 BR Fernsehen

11.04.2016 •

Der Bayerische Rundfunk (BR) in München hat den Namen seines Dritten Fernsehprogramms geändert und  ein neues Sendeschema eingeführt. Seit dem 11. April (Montag) heißt das Programm „BR Fernsehen“ und nicht mehr „Bayerisches Fernsehen“. Der neue Sendername soll deutlich machen, so die Begründung für die Umbenennung, dass das Programm zum Bayerischen Rundfunk gehört. Damit passt sich der BR den übrigen sechs Dritten Programmen der ARD an, deren Sendernamen bereits seit längerem aus der Abkürzung der jeweils verantwortlichen Rundfunkanstalt und dem Wort „Fernsehen“ bestehen. Zentrale Änderungen der zeitgleich wirksam werdenden Neuerungen beim Sendeschema sind die Verlängerung der regionalen Nachrichtensendung „Rundschau“ im Vorabendprogramm von bisher 15 auf 30 Minuten und die Übernahme der ARD-„Tagesschau“ um 20.00 Uhr.

Bis zum 10. April waren der BR und der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) die einzigen beiden ARD-Landesrundfunkanstalten, die in ihren Dritten Programmen die Hauptausgabe der „Tagesschau“ nicht ausstrahlen; nun bleibt nur noch das MDR Fernsehen bei dieser Praxis. Im vom Bayerischen Rundfunk betriebenen Bildungskanal ARD-alpha wird die 20.00-Uhr-„Tagesschau“ seit Ende Juni 2014 übernommen. Damals war der 1998 unter dem Namen BR-alpha gestartete Sender umbenannt worden; zugleich gab es programmliche Modifikationen (vgl. FK-Heft Nr. 25/14). Die Namensänderung und die programmlichen Neuerungen beim Dritten Fernsehprogramm des Bayerischen Rundfunks hatte der BR-Rundfunkrat am 17. März 2016 auf seiner Sitzung in München genehmigt.

Übernahme der ARD-„Tagesschau“

Mit der Übernahme der ARD-„Tagesschau“ will der BR erreichen, dass die Zuschauer seines Dritten Programms nicht mehr um 20.00 Uhr zum Ersten umschalten, um dort die Nachrichtensendung zu sehen. Laut BR hat die Hauptausgabe der „Tagesschau“ in Bayern überdurchschnittlich viele Zuschauer. Das Umschalten zum Ersten hatte zuvor auch zur Folge, dass die Zuschauer dann ab 20.15 Uhr oft nicht zum Bayerischen Fernsehen zurückkehrten. Diesen Publikumsverlust will der BR mit der Ausstrahlung der „Tagesschau“ im eigenen Dritten Programm künftig verhindern. Im Anschluss an die ARD-„Tagesschau“ wird der BR ab dem 11. April einen Wetterbericht für Bayern senden.

Infolge der Ausstrahlung der „Tagesschau“ im BR Fernsehen beginnt die halbstündige Heimatserie „Dahoam is Dahoam“ ab jetzt 15 Minuten früher um 19.30 Uhr. Das Bayerische Fernsehen erreichte im vergangenen Jahr im eigenen Sendegebiet einen Marktanteil von 7,5 Prozent und rangierte hinter dem MDR Fernsehen (9,0 Prozent) und dem NDR Fernsehen (7,8 Prozent) auf dem dritten Platz. Gegenüber 2014 konnte sich das Bayerische Fernsehen damit um 0,4 Prozentpunkte verbessern.

Mit dem neuen Sendeschema seines Dritten Programms verfolgt der BR außerdem noch drei weitere Ziele: „Mehr Berichterstattung aus Bayern, mehr Vielfalt für alle Zuschauergruppen und mehr Orientierung durch übersichtlichere Struktur“. Die „Rundschau“-Ausgabe im Vorabendprogramm ist ab jetzt nicht mehr 15, sondern 30 Minuten lang; sie wird nun von 18.30 bis 19.00 Uhr ausgestrahlt. Laut den Senderverantwortlichen gibt es in der „Rundschau“ künftig „mehr Raum für Themen aus Bayern“. Internationale und bundesweite Themen sollen zwar „wichtiger Bestandteil der Sendung“ bleiben, sie sollen aber verstärkt mit Blick auf ihre Bedeutung für die bayerischen Zuschauer beleuchtet und mit mehr Hintergrundinformationen durch die Fachredaktionen des BR angereichert werden, hieß es weiter.

BR-Informationsdirektor Thomas Hinrichs – er war bis Frühjahr 2014 Zweiter Chefredakteur von ARD-aktuell (u.a. „Tagesschau“ und „Tagesthemen“) – verweist auch auf das ausgebaute Korrespondentennetz des BR in Bayern, das die „Rundschau“ nutzen könne. Gesendet werde künftig aus „einem modernen, nagelneuen Studio“, so Hinrichs. Die 15-minütige „Rundschau“-Ausgabe am Hauptabend ist weiterhin von montags bis samstags um 21.45 Uhr zu sehen. Am Sonntag startet sie jetzt um 22.00 Uhr (zuvor: 23.00 Uhr). Dass der „Rundschau“-Sendetermin am Sonntag vorgezogen wurde, hängt damit zusammen, dass die Reihe „Blickpunkt Sport“ wieder auf den Montagabend (22.00 Uhr) verlegt wurde. Diesen Platz hatte die Sendung bereits bis zur letzten Programmschemareform, die Anfang 2013 in Kraft getreten war (vgl. hierzu FK-Heft Nr. 43/12).

Neue Sendeplätze für Dokumentationen

Mit dem neuen Programmschema für das BR Fernsehen wurde zudem am Mittwochabend um 22.00 Uhr – nach den Gesprächsformaten „Münchner Runde“ bzw. „Jetzt red i“ und dem Politikmagazin „Kontrovers“ – unter dem Titel „DokThema“ ein 45-minütiger Sendeplatz für politische Dokumentationen geschaffen. Dokumentarfilme strahlt der BR in seinem Dritten Programm weiterhin auch am Dienstagabend aus, nun aber schon ab 22.30 Uhr und damit 15 Minuten früher als bislang. Das BR Fernsehen habe „den frühesten festen Dokumentarfilm-Sendeplatz innerhalb der ARD“, hebt die Rundfunkanstalt hervor. Am Montagabend gibt es darüber hinaus seirt dem 11. April um 20.15 Uhr die neue Doku-Reihe „Bayern erleben“.

Der neue BR-Fernsehdirektor Reinhard Scolik – er war zuvor beim Österreichischen Rundfunk (ORF) in Wien und hat sein neues Amt in München am 1. März übernommen – verwies auf grundsätzliche Ziele, die der BR mit der Programmreform erreichen wolle: „Jede Region in Bayern, jede Generation, jeder Mensch, der hier lebt, hat seine Kultur und einen eigenen Begriff von ‘Heimat’. Wir wollen diese Lebenswelten lebensnah in unserem Programmangebot abbilden. Orientierung bieten, unterscheidbar sein – das ist eine der wichtigsten Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Das neue Programmschema soll dies noch stärker unter Beweis stellen.“ Ähnlich äußerte sich Andreas Bönte, BR-Programmbeauftragter Bayerisches Fernsehen.

11.04.2016 – vn/MK

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