Medienbischof Fürst bekräftigt Bedeutung des Journalismus

20.10.2018 • Bischof Gebhard Fürst, Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, hat die steigende Bedeutung von Qualitätsjournalismus in Zeiten von Fake News bekräftigt. „Die vielen ungeprüften, frei erfundenen und fahrlässig recherchierten Informationen von unklarer Herkunft in den sozialen Medien machen Journalismus noch unverzichtbarer als früher. Dafür sind die Qualitätsmedien als Kitt unserer Gesellschaft, gerade in bewegten Zeiten, notwendig und sogar unersetzlich“, erklärte der Medienbischof am 4. Oktober in Frankfurt am Main. Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, äußerte sich anlässlich der Verleihung des Katholischen Medienpreises 2018, der von der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands und dem Katholischen Medienverband vergeben wird.

Bereits im September hatte Fürst die Verantwortlichen in den Medien dazu aufgefordert, mit vereinten Kräften daran zu arbeiten, Fake News keinen Platz zu lassen (vgl. MK-Meldung). Anlässlich des „Welttags der sozialen Kommunikationsmittel“, den die katholische Kirche in Deutschland am 9. September beging („Mediensonntag“), appellierte der Medienbischof an die Verlage, „nachhaltig in Qualitätsjournalismus zu investieren“. Mit seinen Ausführungen griff Fürst die im Januar 2018 veröffentlichte Botschaft von Papst Franziskus auf, in der der Pontifex dazu aufgerufen hatte, Falschmeldungen in sozialen und auch traditionellen Medien entgegenzutreten (vgl. MK-Meldung).

Katholischer Medienpreis verliehen

Bischof Fürst, Vorsitzender der sechsköpfigen Jury des Katholischen Medienpreises, würdigte in Frankfurt die diesjährigen Preisträger und ihre Beiträge. Er hob hervor, was Transparenz im Journalismus bedeute: „Den Ereignissen auf den Grund gehen, nachforschen und selbst das scheinbar Nebensächliche hinterfragen und aufspüren. Das Verborgene aufdecken und öffentlich machen. Dabei geht es auch, aber nicht ausschließlich um die großen Skandale. Ich meine ebenso“, verdeutlichte Fürst, „das Entdecken und Erzählen von Menschen, die Schicksalhaftes erleben, Besonderes können oder leisten.“

Der Vorsitzende der Gesellschaft Katholischer Publizisten, Joachim Frank (Chefkorrespondent des „Kölner Stadt-Anzeigers“), wies auf die besonderen Herausforderungen angesichts der aktuellen Missbrauchs- und Vertrauenskrise hin: „Vielen, die sich der Kirche verbunden fühlen, ist zur Zeit nicht nach Feiern zumute. Der Katholische Medienpreis erinnert daran, wie wichtig kritische, aufklärende und wertorientierte Journalisten für ein Gemeinwesen sind, auch für die Kirche. Die ausgezeichneten Beiträge ehren ihr Metier.“

Den Katholischen Medienpreis 2018 in der Kategorie „Elektronische Medien“ (Fernsehen, Radio, Internet) erhielten der syrische Filmautor Feras Fayyad und die SWR-Fernsehredakteurin Gudrun Hanke-El Ghomri für den Dokumentarfilm „Die letzten Männer von Aleppo“, eine Kinokoproduktion von SWR und Arte aus dem Jahr 2017. Fayyads 104 Minuten lange Kinofassung wurde von Gudrun Hanke-El Ghomri für eine 90-minütige TV-Ausstrahlung bearbeitet. Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld wurde so aufgeteilt, dass Feras Fayyad 4000 Euro erhält und Gudrun Hanke-El Ghomri 1000 Euro.

In der Kategorie „Printmedien“ (Dotierung: 5000 Euro) wurde der freie Journalist Johannes Böhme für seine Reportage „Sorgenkinder“ ausgezeichnet, die im „Süddeutsche Zeitung Magazin“ veröffentlicht worden war. Den mit 2000 Euro dotierten Sonderpreis der Jury erhielten die Journalistinnen Katja Grundmann und Anna Sprockhoff von der „Landeszeitung für die Lüneburger Heide“ für die multimediale Reihe „Aufwachsen als Flüchtlingskind – Ein Jahr danach“. Außerdem wurden noch vier undotierte Auszeichnungen („journalistisch wertvoll“) vergeben. Alle Preisträger des Katholischen Medienpreises 2018 waren bereits im Juli von der Bischofskonferenz bekannt gegeben worden (vgl. MK-Meldung).

20.10.2018 – MK

Print-Ausgabe 24/2018

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