Papst Franziskus betont Unabhängigkeit katholischer Journalisten

05.05.2018 • Papst Franziskus hat katholische Journalisten zu unabhängiger Berichterstattung und zu einem Blick für soziale Themen aufgerufen. „Niemand soll eure Agenda diktieren, außer den Armen, den Letzten, den Leidenden“, sagte er bei einem Treffen mit Medienschaffenden am 1. Mai im Vatikan, wie die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) berichtete. Der Papst mahnte die Journalisten, Geschichten abseits der Scheinwerfer zu suchen und sich „nicht mit dem zu bescheiden, was alle sehen“. Die Randbezirke seien „nicht das Ende, sondern der Anfang der Stadt“.

Katholischer Journalismus müsse Weggefährte derer sein, die sich für Gerechtigkeit und Frieden engagierten, hob Franziskus hervor. Der Pontifex warnte davor, Effekte und Quoten als Kriterien für die journalistische Arbeit zu nehmen. Aufgabe katholischer Journalisten sei nicht, ihren Adressaten Gutes zu tun, sondern sie zum Denken und Urteilen zu bringen. Die Berichterstatter müssten die Wirklichkeit beim Namen nennen, sagte der Papst laut der KNA.

Papst Franziskus äußerte sich am 1. Mai im Rahmen einer Begegnung mit Mitarbeitern der katholischen Tageszeitung „Avvenire“, die zu 75 Prozent über eine Stiftung indirekt im Eigentum der italienischen Bischofskonferenz ist. Das Blatt entstand im Jahr 1968 aus dem Zusammenschluss zweier Zeitungen. „Avvenire“ versteht sich als katholisch ausgerichtete Publikation, trifft die redaktionellen Entscheidungen aber unabhängig.

05.05.2018 – MK