Kirchenvertreter für starken öffentlich‑rechtlichen Rundfunk

06.02.2018 • Die Vertreter der katholischen Kirche in den Gremien der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, der privaten Sender und der Landesmedienanstalten haben sich für einen „starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk“ ausgesprochen. Ein starker öffentlich-rechtlicher Rundfunk sei „unverzichtbar“, hieß es in einer Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 26. Januar zu den Ergebnissen der Tagung. Am Tag zuvor waren in Bonn auf Einladung von Hans Langendörfer, Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, die Gremienvertreter der katholischen Kirche zusammengekommen.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk müsse sich weiterentwickeln dürfen und „auch neu entstehende Kommunikationsräume adäquat nutzen dürfen“, hoben die Gremienvertreter hervor. Gleichzeitig seien „faire Wettbewerbsbedingungen für die Privatsender und Verlage notwendig“. Der Gesetzgeber sei gefordert, die unterschiedlichen Interessen zu berücksichtigen. Bei dem Austausch der kirchlichen Gremienvertreter ging es vor allem um die medienpolitischen Herausforderungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten im digitalen Medienmarkt.

Hintergrund ist die gegenwärtig kontrovers geführte Diskussion um eine Strukturreform bei den öffentlich-rechtlichen Sendern und die laufende Novellierung des Rundfunkstaatsvertrags. Im 22. Rundfunkänderungsstaatsvertrag geht es unter anderem um den Telemedienauftrag von ARD, ZDF und Deutschlandradio, den die zuständigen Bundesländer reformieren wollen (vgl. hierzu diese MK-Meldung).

Gegen Hetze in sozialen Netzwerken

Mit Blick auf die zunehmende Hetze und Verrohung in den sozialen Netzwerken machten die Gremienvertreter deutlich: „Öffentlich-rechtliche und private Sender sowie die Verleger sollten sich gemeinsam für Qualitätsjournalismus und eine differenzierte Debattenkultur engagieren.“ Die Gesellschaft spalte sich mehr und mehr in Teilöffentlichkeiten. Dieser Entwicklung müsse gemeinsam gegengesteuert werden: „Es ist eine übergreifende Aufgabe der Medienunternehmen, Meinungsvielfalt zu organisieren, Werte zu vermitteln und zur gesellschaftlichen Integration beizutragen.“ Den öffentlich-rechtlichen Sendern komme hier aufgrund ihres spezifischen Auftrags eine besondere Verantwortung zu. Vor diesem Hintergrund müssten die Bestands- und Entwicklungsgarantie sowie eine solide Finanzausstattung der Rundfunkanstalten dauerhaft gesichert werden.

Im Rahmen der Tagung der kirchlichen Gremienvertreter in Bonn berichtete Florian Hager, Geschäftsführer von „Funk“, über die bisherige Entwicklung des gemeinsam von ARD und ZDF veranstalteten Online-Jugendangebots, das am 1. Oktober 2016 seinen Betrieb aufnahm. Seit dem Start von „Funk“ sind auch die katholische und evangelische Kirche mit eigenen Programmangeboten auf dem Portal vertreten (vgl. MK-Meldung), das sich an die Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen richtet. Die Gremienvertreter würdigten auf ihrer Tagung in Bonn die Kooperation der Kirchen mit „Funk“ als „vorbildliche kreative Zusammenarbeit“. Man wolle junge Menschen mit werteorientierten Inhalten erreichen. Das gelinge mit „Funk“ zielgruppengerecht, hieß es.

06.02.2018 – MK

Print-Ausgabe 16/2018

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