Der WDR bündelt ab 2021 seine aktuelle Berichterstattung in Köln

20.05.2016 • Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) wird ab dem Jahr 2021 seine Berichterstattung über tagesaktuelle Themen in Köln bündeln. Die bisher im WDR-Funkhaus in Düsseldorf ansässigen Redaktionen „Aktuelle Stunde“ und „WDR aktuell“ werden zu diesem Zeitpunkt nach Köln umziehen.

Wie der WDR Mitte April bekannt gab, werden die tagesaktuell arbeitenden Redaktionen ab dem Jahr 2021 im dann sanierten WDR-Filmhaus in Köln zusammengefasst. An diesem Standort werden neben den Redaktionen von „Aktueller Stunde“ und „WDR aktuell“ auch die Redaktionen für die Nachrichten, der aktuelle Desk und zusätzlich eine Informationswelle des WDR-Hörfunks untergebracht. Um welches Programm es sich dabei handelt, ist noch nicht entschieden.

Crossmediales Medienhaus

Im Funkhaus in Düsseldorf verbleiben die landespolitischen Redaktionen von Hörfunk und Fernsehen („Westblick“, „Westpol“), die „Hier-und-Heute“-Redaktion und die Redaktionen des Studios Düsseldorf, das vor allem die im Dritten Programm WDR Fernsehen werktäglich ausgestrahlte Sendung „Lokalzeit aus Düsseldorf“ (19.30 bis 20.00 Uhr) produziert. Offen ist, wie viele Mitarbeiter in Düsseldorf von dem Umzug betroffen sein werden. In dem vierstöckigen WDR-Funkhaus in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt arbeiten rund 500 Personen. Der Westdeutsche Rundfunk hob hervor, dass mit dem Umzug der beiden Redaktionen „keine personellen Einsparungen“ verbunden seien. Derzeit würden mehrere Optionen geprüft, wie die in fünf Jahren frei werdenden Flächen im Düsseldorfer Funkhaus genutzt werden können.

Im Filmhaus in Köln, gelegen zwischen Turiner Straße und Appellhofplatz, befinden sich derzeit unter anderem die Redaktionen der Magazinsendungen „Monitor“ (ARD) und „Markt“ (WDR Fernsehen) wie auch der Dokumentarreihe „Die Story“ und die WDR-Redaktion von „ARD-aktuell“ (u.a. „Tagesschau“). In dem zehnstöckigen Gebäude ist zudem die Redaktion des vom WDR verantworteten ARD-Digitalkanals Eins Festival ansässig. Untergebracht im Filmhaus ist auch das Fernsehstudio E, aus dem der WDR die vom ihm verantworteten „Brennpunkt“-Sendungen fürs Erste produziert. Im Filmhaus hat ferner die Redaktion des ARD-„Morgenmagazins“ ihren Sitz.

Die Arbeitsplätze der insgesamt rund 580 Mitarbeiter, die derzeit im Kölner Filmhaus tätig sind, werden ab Herbst dieses Jahres schrittweise auf andere WDR-Standorte verlagert. Der Brandschutz in dem 1974 gebauten Filmhaus entspricht nicht mehr aktuellen gesetzlichen Anforderungen; auch die Haustechnik ist veraltet. Daher wird das Gebäude ab Ende 2017 bis zum Jahr 2020 grundsaniert und dabei zugleich in „ein crossmediales Medienhaus“ (WDR) umgebaut – „Haus der Aktualität“ lautet der Arbeitstitel. Der Umbau des Hauses wird vom Büro „Buchner Bründler Architekten“ aus Basel betreut, das sich in einem Architektenwettbewerb gegen 19 weitere Büros durchsetzen konnte. Die Gesamtkosten für Sanierung, Umbau, neue technische Ausstattung und den Umzug der Mitarbeiter taxiert der WDR auf 130 Mio. Euro.

„Ein historischer Moment“

Nach dem Umbau werden die Redaktionen des ARD-„Morgenmagazins“ und von ARD-aktuell in das sanierte Gebäude zurückkehren. Dort untergebracht sein werden dann auch die zuliefernden Redaktionen für die Bereiche Wirtschaft und Ausland sowie die Online-Redaktion. WDR-Intendant Tom Buhrow erläuterte am 12. April den WDR-Mitarbeitern im Funkhaus Düsseldorf den Beschluss der Geschäftsleitung, die tagesaktuelle Berichterstattung ab 2021 in Köln zusammenzufassen. „Das ist heute ein historischer Moment für den WDR. Die Sanierung des Filmhauses Köln bietet die einmalige Chance, ein Herzstück der Crossmedialität zu schaffen. Wir bündeln hier den gesamten Kernbereich der Aktualität, denn das ist das, was uns stark macht.“

Zentrales Element im „Haus der Aktualität“ wird ein crossmedialer Newsroom sein, in dem dann ab 2021 die Redaktionen von Fernsehen, Hörfunk und Online zusammen für die tagesaktuelle Berichterstattung zuständig sind. Wie der neue Newsroom inhaltlich und räumlich gestaltet sein wird, sollen die Programmdirektionen erarbeiten. Nach WDR-Angaben sind die Mitarbeiter eingebunden in den Veränderungsprozess hinsichtlich der Planung und Konzeption für die crossmediale journalistische Arbeit am neuen Standort.

20.05.2016 – MK

Print-Ausgabe 23/2018

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