Bei der MABB hat am 15. März 2016 Anja Zimmer von Hans Hege das Direktorenamt übernommen

16.03.2016 • Die Leitung der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) hat am 15. März die Juristin Anja Zimmer übernommen. Die 49-Jährige hat als MABB-Direktorin die Nachfolge von Hans Hege angetreten, der nun im Alter von 69 Jahren in den Ruhestand ging. Hege war 1992 Direktor der damals gegründeten Medienanstalt Berlin-Brandenburg geworden. Der promovierte Volljurist stand von 1985 bis 1992 auch an der Spitze der MABB-Vorgängerbehörde, der Anstalt für Kabelkommunikation (AKK), die das Kabelpilotprojekt in Berlin organisierte und beaufsichtigte. Hege war damit rund 31 Jahre lang als Chef einer Medienaufsichtsbehörde tätig. Mit ihm tritt der letzte Direktor in den Ruhestand, der sein Amt mit der Gründung der (westdeutschen) Landesmedienanstalten ab Mitte der 1980er Jahre übernommen hatte.

Anja Zimmer, bisher Geschäftsführerin des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) Nordrhein-Westfalen, war Ende November 2015 vom siebenköpfigen MABB-Medienrat zur neuen Direktorin der Medienanstalt gewählt worden. In dem Gremium, das von Hansjürgen Rosenbauer geleitet wird, erhielt sie alle sieben Stimmen. Zimmer konnte sich in der letzten Runde gegen eine zweite verbliebende Kandidatin durchsetzen (vgl. MK-Meldung). Insgesamt hatten sich 18 Personen, neun Frauen und neun Männer, auf das öffentlich ausgeschriebene Direktorenamt beworben (vgl. MK-Meldung). Anja Zimmer hat die Leitung der MABB für zunächst fünf Jahre übernommen. Ihre Amtszeit läuft somit bis zum 14. März 2021.

Langwieriger Neubesetzungsprozess

Eigentlich sollte der Wechsel an der Spitze der Medienanstalt Berlin-Brandenburg schon viel früher passieren. Vorgesehen war, dass Hans Hege mit Ablauf seines Vertrags Ende April 2014 im Alter von 67 Jahren in den Ruhestand tritt. Da sich die Bundesländer Berlin und Brandenburg monatelang aber nicht auf die personelle Besetzung des MABB-Medienrats einigen konnten, insbesondere nicht darüber, wer den Vorsitz übernehmen sollte, konnte keine Direktorenwahl stattfinden. Nachdem sich dann im Januar 2015 der neue Medienrat konstituiert hatte, stoppte das Gremium im Juni des Jahres das Verfahren zur Neubesetzung der MABB-Direktorenstelle wegen eines nicht näher benannten Verfahrensfehlers. Es wurde ein neues Besetzungsverfahren samt Ausschreibung gestartet, das dann schließlich Ende November 2015 mit der Wahl von Anja Zimmer abgeschlossen werden konnte. Aufgrund dieses langwierigen Neubesetzungsprozesses – der scheinbar nicht enden wollte und teilweise possenartige Züge annahm – musste Hans Hege nun insgesamt fast zwei Jahre länger im Amt bleiben, als er ursprünglich geplant hatte (vgl. FK-Hefte Nr. 27/14, 28/14 und MK-Artikel).

Die neue MABB-Direktorin Anja Zimmer hat in Bonn Rechtswissenschaften studiert und ein Aufbaustudium in Paris absolviert. Ihr Studium hat sie mit dem zweiten juristischen Staatsexamen abgeschlossen: Sie ist damit Volljuristin und verfügt über die Befähigung zum Richteramt. Diese Qualifikation ist für die Übernahme des MABB-Direktorenamts laut dem Medienstaatsvertrag zwischen Berlin und Brandenburg erforderlich. Zimmer war im Jahr 2009 Geschäftsführerin des DJV Nordrhein-Westfalen geworden, der seinen Sitz in Düsseldorf hat.

Zuvor war Anja Zimmer Partnerin in der Rechtsanwaltssozietät Beiten Burkhardt in Frankfurt am Main; dort war sie insbesondere im Bereich Medien- und Telekommunikationsrecht tätig (2008 bis 2009). Für die Deutsche Telekom war Zimmer von 2004 bis 2007 als Senior Manager Government Relations für Medienpolitik und Regulierung zuständig. Zuvor arbeitete sie von 2000 bis 2004 in München und Hamburg bei der internationalen Sozietät Lovells als Rechtsanwältin für Medien- und Telekommunikationsrecht. Im Jahr 2001 promovierte Anja Zimmer am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg zum Thema „Hate Speech im Völkerrecht“. Bevor sie zu Lovells wechselte, war Zimmer auch schon bei der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) und im Auswärtigen Amt tätig gewesen.

Anja Zimmer ist nun die dritte Frau an der Spitze einer der 14 deutschen Landesmedienanstalten. Die Bremische Landesmedienanstalt (Brema) wird seit Juni 2009 von Cornelia Holsten geleitet; Chefin der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK) ist seit April 2012 Renate Pepper.

16.03.2016 – vn/MK

Print-Ausgabe 25-26/2017

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