Martina Zöllner // SWR, RBB

18.02.2017 •

18.02.2017 • Martina Zöllner, 55, übernimmt am 1. Juni den neu geschaffenen Programmbereich ‘Doku und Fiktion’ beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Das gab der RBB am 15. Februar bekannt. Zöllner wechselt vom Südwestrundfunk (SWR) zum RBB; beim SWR ist sie Leiterin der Hauptabteilung ‘Film und Doku’. Im neuen Programmbereich führt der RBB nach eigenen Angaben „seine bislang getrennt arbeitenden Abteilungen ‘Film’ und ‘Dokumentation und Zeitgeschehen’ sowie seine Arte-Redaktion zusammen“.

Martina Zöllner, die im Juli 1961 in Speyer geboren wurde, arbeitete nach ihrem Studium der Germanistik und Anglistik an der Freien Universität Berlin als freie Journalistin und Autorin für verschiedene Fernsehkulturmagazine der ARD. Ab 1990 war sie von Berlin aus regelmäßig für den damaligen Süddeutschen Rundfunk (SDR) in Stuttgart tätig. Mit der Fusion von SDR und Südwestfunk (SWF) – die beiden Sender wurden 1998 zum Südwestrundfunk zusammengelegt – übernahm Zöllner die Redaktion ‘Kulturdokumentationen’ des SWR in Baden-Baden. Im Jahr 2011 wurde sie beim SWR Kulturchefin Fernsehen; 2013 wurde sie Leiterin der Hauptabteilung ‘Film und Kultur’, bevor sie zuletzt die Leitung der Hauptabteilung ‘Film und Doku’ übernahm.

RBB-Intendantin Patricia Schlesinger wird zu der Personalie in der Pressemitteilung des öffentlich-rechtlichen Senders mit den Worten zitiert: „Mit Martina Zöllner machen wir aus dem RBB einen Sender der neuen dokumentarischen und fiktionalen Formate. Relevante filmische Erzählungen aus dem RBB sollen im Ersten wie bei uns im Dritten sichtbarer werden. Drei sehr starke Redaktionen des RBB rücken dafür enger zusammen.“ SWR-Intendant Peter Boudgoust sagte zum Weggang seiner bisherigen Filmchefin: „Martina Zöllner hat für Film, Dokumentation und Kultur im SWR Großes geleistet. Ihre Kreativität und Innovationskraft zeichnen sie aus und wirken in den Produktionen noch lange nach.“

Martina Zöllner ist in ihren unterschiedlichen Funktionen für zahlreiche Formate und Reihen der ARD bzw. des SWR verantwortlich, darunter „Deutsche Lebensläufe“ und „Was war links?“. Sie hat sich stark gemacht für die Förderung des Dokumentarfilms, sichtbar an Produktionen wie „Das Herz von Jenin“ und „Schattenwelt BND“ oder Andres Veiels neuem Film über Joseph Beuys, der im Wettbewerb der Berlinale 2017 zu sehen war. Als Fernsehfilmchefin des Südwestrundfunks verantwortete Zöllner unter anderem die Miniserie „Zeit der Helden“ (SWR/Arte), für deren Idee sie 2013 den Grimme-Preis und den Deutschen Fernsehpreis bekam. Im Ersten setzte sie Akzente mit Filmen wie „Die Akte General“ (über den hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer), „Meister des Todes“ (über illegalen Waffenhandel) und „Das weiße Kaninchen“ (zum Thema Cyber-Grooming).

Wie der RBB weiter mitteilte, wird die seit 2009 multimedial arbeitende Programmdirektion des Senders ab Juni 2017 sechs statt wie bislang fünf Programmbereiche umfassen. Dabei handelt es sich um folgende Bereiche: ‘Chefredaktion’ unter der Leitung von RBB-Chefredakteur Christoph Singelnstein, ‘Service und Sport’ (Leitung: Katrin Günther), ‘Kultur und Wissen’ (Stephan Abarbanell), ‘Unterhaltung und junge Formate’ (Heiner Heller), ‘Programmmanagement’ (Moritz Pohl) sowie neu ‘Doku und Fiktion’ mit Martina Zöllner als Leiterin. Die Aufgaben als Programmdirektor übernimmt zum 15. März 2017 Jan Schulte-Kellinghaus, der bereits „am Neuzuschnitt der Programmbereiche“ mitgewirkt habe, so der RBB. Schulte-Kellinghaus ist als RBB-Programmdirektor Nachfolger von Claudia Nothelle, die den Sender verlassen hat (vgl. diese MK-Meldung und diese MK-Meldung). Welche Tätigkeit Nothelle künftig übernimmt, ist bisher noch nicht bekannt.

18.02.2017 – MK

Print-Ausgabe 23/2019

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