Karsten Rudolph, Friedhelm Wixforth,
Claudia Schare, Ludwig Jörder //
WDR Mediagroup

14.03.2017 •

Karsten Rudolph, 54, ist neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats der WDR Mediagroup, der Werbetochter des Westdeutschen Rundfunks (Köln). Er wurde am 8. Februar in der konstituierenden Sitzung des 13-köpfigen Gremiums für die neue Amtsperiode gewählt, die sich vom 1. Februar 2017 bis zum 31. Dezember 2018 erstreckt. Dem Aufsichtsrat der WDR Mediagroup gehört Rudolph bereits seit November 2010 an, und zwar als Vertreter des WDR-Rundfunkrats.

Im Rundfunkrat des WDR ist Karsten Rudolph seit Dezember 1999 Mitglied. Von November 2010 bis Anfang Dezember 2016 war er auch dessen stellvertretender Vorsitzender. Seitdem ist der promovierte Historiker einfaches Mitglied des Rundfunkrats, in den er vom nordrhein-westfälischen Landtag neben weiteren Personen entsandt wurde. Dem NRW-Landtag in Düsseldorf gehörte Karsten Rudolph von 2002 bis 2010 als SPD-Abgeordneter an. Seit Oktober 2011 verantwortet Rudolph die politische Kommunikation des Unternehmens Evonik Industries und ist dessen Brüsseler Parlamentsbeauftragter.

Als Aufsichtsratsvorsitzender der WDR Mediagroup hat Karsten Rudolph nun Friedhelm Wixforth abgelöst, der diese Position im Jahr 2010 übernommen hatte und jetzt aus dem Gremium ausgeschieden ist. Auch der heute 71-jährige Wixforth war im Aufsichtsrat der WDR Mediagroup Vertreter des WDR-Rundfunkrats. Diesem Gremium gehörte Wixforth von Juli 2002 bis Anfang Dezember 2016 als Vertreter der evangelischen Kirche an. Von Anfang Dezember 2009 bis zu seinem Ausscheiden war Wixforth stellvertretender Rundfunkratsvorsitzender.

Bei der WDR Mediagroup wurde am 8. Februar Claudia Schare zur neuen stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Schare, Jg. 1966, gehört seit Dezember 2012 dem WDR-Verwaltungsrat an. Zuvor war sie ab 2009 Mitglied des WDR-Rundfunkrats. Schare ist Mitglied der SPD und war von 2009 bis 2012 stellvertretende Bezirksbürgermeisterin in Dortmund-Aplerbeck war. Als stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der WDR Mediagroup folgte Claudia Schare nun Ludwig Jörder nach, der dem Aufsichtsrat weiterhin als Mitglied angehört. Jörder, 70, leitet seit 1999 den WDR-Verwaltungsrat. Er war von 1985 bis 2011 Hauptgeschäftsführer der Westfalenhallen Dortmund GmbH.

Neben Karsten Rudolph, Claudia Schare und Ludwig Jörder gehören dem Aufsichtsrat der WDR Mediagroup noch zehn weitere Mitglieder an. Dabei handelt es sich um folgende Personen: Tom Buhrow (WDR-Intendant), Katrin Vernau (WDR-Verwaltungsdirektorin), Andreas Meyer-Lauber (Vorsitzender des WDR-Rundfunkrats), Dagmar Gaßdorf (stellvertretende WDR-Rundfunkratsvorsitzende), André Busshuven, Heinrich Kemper, Ruth Lemmer (alle drei jeweils Mitglied des WDR-Rundfunkrats), Michael Kroemer (Mitglied des WDR-Verwaltungsrats), Georg Schrameck (Betriebsratsvorsitzender der WDR Mediagroup) und Michael Höch (Mitglied des Betriebsrats der WDR Mediagroup).

Die WDR Mediagroup hatte im September 2016 bekanntgegeben, bis zum Jahr 2022 insgesamt 150 bis 170 ihrer 470 Vollzeitstellen sozialverträglich abzubauen. Diese Entscheidung hatte der Aufsichtsrat des WDR-Tochterunternehmens in seiner damaligen Zusammensetzung beschlossen; er hatte damit den Plänen der Mediagroup-Geschäftsleitung mit Geschäftsführer Michael Loeb an der Spitze zugestimmt. Als Grund für die Streichung von rund einem Drittel der Stellen hatte die WDR Mediagroup angegeben, sich künftig wieder „auf Werbezeitenvermarktung und das Verwertungsgeschäft“ zu konzentrieren, nachdem in den vergangenen Jahren die geschäftlichen Aktivitäten des Unternehmens „umfangreicher und komplexer“ geworden seien.

Der Stellenabbau hängt auch damit zusammen, dass der WDR in seinen Hörfunkprogrammen seit Januar 2017 weniger Werbung ausstrahlen darf. Bis Ende 2018 ist Werbung noch in zwei Hörfunkprogrammen (1Live und WDR 2) im zeitlichen Umfang von maximal 75 Minuten pro Werktag im Jahresdurchschnitt zulässig (bis Ende 2016: drei Programme, maximal 90 Minuten). Ab Januar 2019 ist Werbung nur noch in einem einzigen Hörfunkprogramm erlaubt, und zwar werktags maximal 60 Minuten im Monatsdurchschnitt (vgl. diese MK-Meldung und diese  MK-Meldung).

14.03.2017 – MK

Print-Ausgabe 10/2020

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