Jürgen Brautmeier // Universität Düsseldorf

Jürgen Brautmeier, 62, scheidender Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), ist zum Honorarprofessor für Geschichte und Medienwissenschaft an der Universität Düsseldorf berufen worden. Diese Entscheidung traf im vorigen Monat der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät der Universität einstimmig. Brautmeier wird somit künftig an der Hochschule lehren. Die offizielle Ernennung zum Honorarprofessur durch die Universität soll in den kommenden Wochen erfolgen.

Brautmeier wird in der näheren Zukunft die Position als LfM-Direktor, die er Anfang Oktober 2010 übernahm, abgeben und die in Düsseldorf ansässige Medienanstalt verlassen. Zum neuen LfM-Direktor wurde am 24. Juni der RTL-Manager Tobias Schmid gewählt (vgl. MK-Bericht). Wann genau der 46-jährige Schmid das Direktorenamt übernimmt, steht noch nicht fest. Frühestens wird der Wechsel zum 1. Januar 2017 erfolgen. Bis zum Amtsantritt von Schmid bleibt Brautmeier Chef der Medienanstalt.

Hintergrund für Brautmeiers Abschied bei der LfM ist, dass im Jahr 2014 die nordrhein-westfälische Regierungskoalition von SPD und Grünen das Landesmediengesetz novelliert und in das neue Gesetz den Passus einfügt hatte, dass der Direktor der Medienanstalt Volljurist sein muss (vgl. hierzu FK-Hefte Nr. 28/14 und 38/14). Da Brautmeier nicht über diese Qualifikation verfügt, wurde ihm somit durch diese Gesetzesänderung praktisch die Kandidatur für eine zweite sechsjährige Amtsperiode verwehrt. Brautmeier, der der CDU als Mitglied angehört, ist promovierter Historiker.

Im Rahmen der Ende 2015 erfolgten öffentlichen Ausschreibung der LfM-Direktorenstelle hatte sich Brautmeier dennoch wieder auf die Position beworben. Nachdem seine Bewerbung wegen der fehlenden Volljuristen-Qualifikation zurückgewiesen wurde, kündigte er an, über seine Anwälte eine Klage gegen die Nichtberücksichtigung seiner Bewerbung prüfen lassen zu wollen. Im Februar erklärte er dann, er werde nicht vor Gericht ziehen. Er begründete diese Entscheidung mit neuen beruflichen Perspektiven, die er nun im Blick habe, ohne dabei konkreter zu werden (vgl. MK-Meldung und diese MK-Meldung). Kurz zuvor hatte damals das Berufungsverfahren an der Universität Düsseldorf zum Honorarprofessor begonnen.

Brautmeier hatte bereits in der Vergangenheit Lehraufträge für Medien- und Politikwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (1991 bis 1998) und an der Fachhochschule Düsseldorf (1993/94). Außerdem gehört Brautmeier dem in Bonn ansässigen Brauweiler-Kreis für Landes- und Zeitgeschichte als Vorstandsmitglied an. Seit 2002 ist er auch einer der Herausgeber der „Düsseldorfer Schriften zur Neueren Landesgeschichte und Geschichte Nordrhein-Westfalens“.

Nach seinem Ausscheiden bei der LfM wird Brautmeier von der Medienanstalt weiterhin eine monatliche Bezahlung erhalten. In seinem Fall greift eine Klausel, die vorsieht, dass er eine Zahlung in Höhe von 75 Prozent „der monatlichen Bezüge zum Zeitpunkt des Ausscheidens bis zum Renteneintritt“ erhält, wie im LfM-Jahresabschluss 2014 nachzulesen ist. Vergütungen für externe Tätigkeiten werden auf diese Zahlungen angerechnet. 2014 bekam Jürgen Brautmeier von der LfM ein Jahresgehalt von insgesamt 175.000 Euro. Hinzu kamen noch Sachbezüge in Höhe von 10.000 Euro für den privat zu versteuernden geldwerten Vorteil eines Dienstwagens. Die Zahlen für 2015 hat die LfM noch nicht veröffentlicht. Brautmeiers künftige Tätigkeit als Honorarprofessor an der Universität Düsseldorf ist unentgeltlich.

Jürgen Brautmeier, geb. am 15.7.1954, arbeitet seit 1987 bei der Düsseldorfer Medienanstalt; zuvor war er wissenschaftlicher Referent der nordrhein-westfälischen CDU-Landtagsfraktion. Promoviert hat er 1983 an der Universität Düsseldorf im Fach Geschichte mit einer Arbeit über die Forschungspolitik in Nordrhein-Westfalen. Bei der LfM arbeitete Brautmeier ab 1987 als Abteilungsleiter. In den folgenden Jahren wurde er für weitere Bereiche zuständig. 1999 wurde der gebürtige Westfale zum Leiter der Abteilung Programme berufen, die später erweitert wurde zur Abteilung für Recht, Technik, Förderung und Aufsicht. Im September 1999 wurde er zusätzlich zum Stellvertreter des damaligen LfM-Direktors Norbert Schneider berufen. 2010 wurde Brautmeier dann Chef der Medienbehörde. Von 2013 bis 2015 war er zudem Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landemedienanstalten (DLM). Seit 2015 ist Brautmeier auch Geschäftsführer der von der LfM in Form einer gemeinnützigen Tochtergesellschaft betriebenen Stiftung für Lokaljournalismus „Vor Ort NRW“.

17.07.2016 – vn/MK