Helmut Reitze // Ex-Intendant
des Hessischen Rundfunks

13.05.2016 •

Helmut Reitze, 63, ehemaliger Intendant des Hessischen Rundfunks (HR) in Frankfurt, wurde vom hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) am 15. April mit dem Hessischen Verdienstorden ausgezeichnet. Der Intendant habe den Hessischen Rundfunk „äußerst erfolgreich durch Zeiten großer Herausforderungen und Veränderungen geführt“, sagte Bouffier anlässlich der Verleihung. Durch seine langjährige Erfahrung habe Reitze den öffentlich-rechtlichen Sender „zukunftsfähig und hessischer gemacht.“

Reitze, geb. am 11.6.1952 im nordhessischen Gudensberg, war von Januar 2003 bis Februar 2016 HR-Intendant. Zu Beginn seiner Laufbahn arbeitete der Diplom-Volkswirt, der in Marburg studiert und in Mainz promoviert hat, als Fernsehreporter beim Hessischen Rundfunk und als Redakteur und Moderator beim Bayerischen Rundfunk (BR). 1985 wechselte er zum Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) nach Mainz, wo er – abgesehen von zwei Unterbrechungen – bis zu seiner Wahl zum HR-Intendanten im Oktober 2002 tätig war. Von 1990 bis 1992 leitete Reitze die in München ansässige Produktionsfirma AV Euromedia, von 1993 bis 1995 arbeitete er in Hamburg als zweiter Chefredakteur bei ARD-aktuell („Tagesschau“, „Tagesthemen“).

Bei seiner Rückkehr zum ZDF übernahm Reitze 1995 die Leitung der Hauptredaktion Gesellschafts- und Bildungspolitik und die Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Anschließend war er Hauptredaktionsleiter Aktuelles und Moderator des „Heute-Journals“. Helmut Reitze ist Mitglied im Kuratorium der Hertie-Stiftung, im Beirat der Vodafone-Stiftung sowie Mitglied im Verwaltungsausschuss des Freien Deutschen Hochstifts und im Kuratorium der Johanna-Quandt-Stiftung.

Als Helmut Reitze im Oktober 2002 zum HR-Intendanten gewählt wurde, hatte er im Vorfeld als Wunschkandidat der hessischen Landesregierung um den damaligen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) gegolten. Die Landesregierung hatte Ende 2000 im Rahmen einer Rundfunkgesetzesnovelle auch die Größe des HR-Rundfunkrats von 17 auf 29 Mitglieder erhöht und dabei eine Reihe von Organisationen – darunter den Bund der Vertriebenen und den Bauernverband – neu aufgenommen, die als politisch eher konservativ und damit CDU-orientiert gelten (vgl. hierzu FK-Hefte Nr. 34/00, 35/00 und 43-44/02). Reitzes Nachfolger als HR­-Intendant ist seit dem 1. März 2016 Manfred Krupp (vgl. MK-Meldung), der zuvor Fernsehdirektor des Hessischen Rundfunks war.

13.05.2016 – MK

Print-Ausgabe 15/2020

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