Kirchen beteiligen sich mit Format beim neuen ARD/ZDF‑Online‑Jugendangebot „Funk“

28.10.2016 •

28.01.2016 • Auch die katholische und die evangelische Kirche sind bei „Funk“, dem am 1. Oktober 2016 gestarteten neuen Online-Jugendangebot von ARD und ZDF, mit einem Format vertreten. Das Angebot, das die Kirchen beisteuern, hat den Titel „frei.willig.weg“. Es geht dabei um die Berichterstattung über den freiwilligen Auslandsdienst, den junge Leute bei den kirchlichen Hilfswerken Adveniat (katholisch) und „Brot für die Welt“ (evangelisch) leisten. Der YouTuber Manniac, dessen Video- und Cartoon-Kanal „Manniac Mind“ 270.000 Abonnenten hat, begleitet für das kirchliche Projekt zwei junge Menschen aus Deutschland, die in diesem Rahmen ein sogenanntes Freiwilliges Soziales Jahr leisten, und berichtet darüber.

Die beiden jungen Leute sind Philipp, 20, und Philomena, 24. Philipp geht für „Brot für die Welt“ ins zentralafrikanische Land Kamerun, Philomena leistet ihren Dienst für Adveniat in Asunción, der Hauptstadt von Paraguay. Über das Leben und die Arbeit der beiden im Ausland wird Manniac regelmäßig berichten. Dies geschieht für Funk mit Beiträgen auf den Plattformen YouTube, Facebook und Instagram; auch über die eigene Website von Funk sind die Beiträge abrufbar. Das Projekt startete am 9. Oktober 2016 (Sonntag). Jeweils am Wochenende sollen aktuelle Videobeiträge von drei bis fünf Minuten Länge neu online gestellt werden. Des Weiteren gibt es beispielsweise schriftliche Berichte bei Facebook und zudem Neuigkeiten via Twitter.

Menschen hautnah

„Manniac berichtet, was er und die beiden Freiwilligen, Philipp und Philo, erleben. Er zeigt dabei ein realistisches Bild von den ‘Ups’ und ‘Downs’ der Freiwilligen, erfährt mehr über ihre Hoffnungen und Ängste und macht sich ein Bild von ihrer Motivation“, hieß es dazu in einer Mitteilung von Adveniat. Und weiter: „Funk zeigt damit den Menschen in seiner Zielgruppe hautnah, wie junge Menschen sich sinnvoll engagieren und damit zu einer besseren Welt beitragen können.“ Realisiert wird das Format in Zusammenarbeit der kirchlichen Hilfswerke mit der Produktionsagentur Kniff (Stuttgart) und den Medienreferaten der katholischen und der evangelischen Kirche.

„Unser Angebot soll zeigen, dass Freiwilligendienste weltkirchliches Lernen sind. Das heißt, es geht darum, zu zeigen, wie können Menschen, die einen aus der armen, die anderen aus der reichen Welt, gegenseitig voneinander lernen und wie entwickeln sie sich dabei“, erläuterte Christian Frevel, Abteilungsleiter Öffentlichkeit bei Adveniat, gegenüber der MK. Das Funk-Angebot „frei.willig.weg“ ist bis zum 24. Dezember 2016 angelegt, also bis Heiligabend. Hier könne sich dann, sagte Michael Hertl von der Katholischen Fernseharbeit, auch so etwas wie ein emotionaler Höhepunkt ergeben, wenn man sehen könne, „wie die beiden Freiwilligen Weihnachten, das zentrale Familienereignis, zu dem jeder am liebsten zu Hause in der Heimat sein möchte“, im Ausland erleben.

Die junge Zielgruppe

Das Projekt „frei.willig.weg“ wird bei Funk neu beigesteuert im Rahmen des Sendevolumens, das der katholischen und evangelischen Kirche im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gesetzlich zusteht. Ein anderes kirchliches Angebot ist zuletzt entfallen: die Sendereihe „Freisprecher“, die seit Februar 2014 für den digitalen ARD-Fernsehsender Eins Plus zugeliefert wurde (vgl. FK-Heft Nr. 4/14). Eins Plus musste, so hatte es die Politik entschieden, zugunsten von Funk am 30. September eingestellt werden; dadurch entfiel auch der Sendeplatz für „Freisprecher“, das ebenfalls in Kooperation mit der Agentur Kniff und zusätzlich mit der Eikon Nord produziert wurde.

Ute Stenert, Geschäftsführerin der Katholischen Rundfunkarbeit und Leiterin des Referats ‘Rundfunk und Medienethik’ bei der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn, sagte zur MK anlässlich des Starts des kirchlichen Formats bei Funk: „Die von den Kirchen redaktionell verantworteten Verkündigungssendungen wie das ‘Wort zum Sonntag’, die Gottesdienstübertragungen und die Feiertagssendungen gehören zum festen Programmangebot von ARD und ZDF. Bei diesen Formaten hat sich die Zusammenarbeit bewährt und es ist gut, dass diese weiter verlässlich fortgesetzt wird. Es war aber auch immer ein Anliegen der Kirchen, sowohl fürs lineare Fernsehen wie nun auch fürs nicht lineare Programm Formate für eine junge Zielgruppe zu entwickeln. Formate, die sich von den klassischen Verkündigungssendungen unterscheiden – sowohl in der Sprache als auch in der Gestaltung. Hier ist es in den letzten drei Jahren zu einer positiven Entwicklung gekommen. Daher freuen wir uns, dass wir nun bei Funk mit dem kirchlich verantworteten Web-Projekt ‘frei.willig.weg’ vertreten sind, auf den Kanälen, die vor allem von einer jungen Zielgruppe genutzt werden.“

Stenert betonte in diesem Zusammenhang, dass „die Kirchen ein Bündnispartner des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“ seien. Für beide Seiten gebe es „einen verbindenden Auftrag: die Gemeinwohlorientierung“. Sie sei überzeugt davon, so Stenert weiter, dass es für beide Seiten sinnvoll und wichtig sei, werteorientierte Formate für alle Altersgruppen zu senden. Was dieses Ziel angeht, ergänzte sie: „Die jungen Leute waren zu lange nicht auf dem Radar. Die ersten Weichen sind jetzt in die richtige Richtung gestellt. Diesen Weg gilt es fortzusetzen.“

28.10.2016 – MK