Direktorenamt bei der Niedersächsischen Landesmedienanstalt muss 2020 neu besetzt werden

17.09.2019 •

Bei der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM) muss das Direktorenamt Anfang August 2020 neu besetzt werden. Bei der in Hannover ansässigen Medienbehörde wird in Kürze das Verfahren zur Neubesetzung der Position gestartet. Das geht aus der im Internet veröffentlichten Tagesordnung für die nächste Sitzung der NLM-Versammlung hervor, die am 19. September stattfindet. Die NLM-Versammlung, der insgesamt 38 Mitglieder aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen angehören, wählt den Direktor der Medienanstalt für die Dauer von fünf Jahren.

Die Neubesetzung der Stelle steht an, weil Amtsinhaber Andreas Fischer Ende Juli 2020 im Alter von dann 64 Jahren in den Ruhestand tritt. Fischer ist seit 2010 Direktor der NLM; zuvor war er deren Vizechef. Die NLM ist die Aufsichtsbehörde unter anderem für mehrere Fernsehsender der RTL-Gruppe, darunter das Hauptprogramm RTL Television. Außerdem ist die NLM aufsichtsmäßig zuständig für die landesweiten Privatsender Radio FFN, Radio 21 und Antenne Niedersachsen sowie für mehrere Bürgerrundfunkstationen. Das Budget der Medienanstalt beläuft sich auf rund 10 Mio Euro pro Jahr.

Laut dem niedersächsischen Landesmediengesetz ist das Direktorenamt bei einer Neubesetzung der Stelle öffentlich auszuschreiben (Paragraph 47, Abs. 1). Über das weitere Procedere wird die NLM-Versammlung in ihrer kommenden Sitzung befinden. Möglicherweise entscheidet sich das Gremium dazu, eine Findungskommission einzurichten oder eine Personalberatungsfirma einzuschalten. Im Jahr 2010 hatte die Versammlung beschlossen, die Kienbaum Executive Consultants GmbH (Büro Hannover) mit der Durchführung des Ausschreibungsverfahrens für das NLM-Direktorenamt zu beauftragen. Damals musste der Posten neu besetzt werden, weil der ab 1995 amtierende Direktor Reinhold Albert in den Ruhestand trat (dem dann schließlich sein Stellvertreter Andreas Fischer nachfolgte). Dass seinerzeit bei der NLM für die Direktorensuche Personalberater eingeschaltet wurden, war im Kreis der 14 Landesmedienanstalten ein Novum (vgl. FK-Meldung).

Andreas Fischer, geboren am 10. April 1956 in Stuttgart, hat Rechtswissenschaft in Freiburg, Tübingen und Heidelberg studiert. Nach Abschluss seines Studiums mit dem zweiten juristischen Staatsexamen begann er seine berufliche Laufbahn als Leiter des Rechts- und Ordnungsamts der Stadt Aalen (Württemberg). Im Oktober 1990 wurde Fischer Justiziar der in Stuttgart ansässigen Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LfK). Im September 1994 wechselte er als Leiter der Rechtsabteilung zur NLM nach Hannover. Zugleich wurde er damals stellvertretender Direktor der Medienbehörde. Anfang August 2010 übernahm er dann als Direktor die Leitung der NLM. Im Februar 2015 wurde er für eine zweite fünfjährige Amtsperiode wiedergewählt (vgl. MK-Meldung). Von Januar 2016 bis März 2017 war Andreas Fischer auch Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), deren stellvertretender Vorsitzender er zuvor ab Dezember 2011 gewesen war.

17.09.2019 – vn/MK