Peter Frey, Bettina Schausten,
Elmar Theveßen // ZDF

03.12.2018 •

03.12.2018 • Peter Frey, 61, bleibt bis zum 30. September 2022 Chefredakteur des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF). Diese Position hat Frey seit dem 1. April 2010 bei dem öffentlich-rechtlichen Sender inne. Der ZDF-Verwaltungsrat stimmte in seiner Sitzung am 23. November in Mainz dem entsprechenden Personalvorschlag von Intendant Thomas Bellut zu, wie der Sender mitteilte. Der zwölfköpfige ZDF-Verwaltungsrat muss die vom Intendanten vorgesehene Berufung des Chefredakteurs wie auch die des Programmdirektors und die des Verwaltungsdirektors jeweils bestätigen. Dem Verwaltungsrat gehören seit mehreren Monaten nur zehn Mitglieder an; zwei der insgesamt vier von der Politik zu besetzenden Sitze sind seit mehreren Monaten vakant.

Freys laufender Vertrag, der nun um zweieinhalb Jahre verlängert wurde, lief noch bis zum 31. März 2020. Als ZDF-Chefredakteur bekommt Peter Frey am 1. März 2019 eine neue Stellvertreterin. Zu diesem Zeitpunkt wird Bettina Schausten beim ZDF neue Leiterin der Hauptredaktion ‘Aktuelles’ und zugleich stellvertretende Chefredakteurin. Dieser Personalie hatte der ZDF-Verwaltungsrat bereits am 7. September zugestimmt und war damit ebenfalls dem Personalvorschlag von Intendant Bellut gefolgt (vgl. MK-Meldung).

Bettina Schausten, 53, ist seit April 2010 Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios in Berlin. Sie wechselt dann Anfang März 2019 in die ZDF-Sendezentrale nach Mainz, in der Schaustens Ehemann, Thomas Fuhrmann, bereits seit Februar 2017 als Leiter der ZDF-Hauptredaktion ‘Sport’ arbeitet. Er war zuvor ab 2010 Leiter des ZDF-„Morgenmagazins“, das in Berlin produziert wird. Bettina Schausten wird auf ihren neuen Positionen als Hauptredaktionsleiterin ‘Aktuelles’ und stellvertretende Chefredakteurin Elmar Theveßen nachfolgen, der am 1. März 2019 die Leitung des ZDF-Studios Washington übernimmt. Theveßen, 51, ist beim ZDF seit Juni 2007 Leiter der Hauptredaktion ‘Aktuelles’ und stellvertretender Chefredakteur.

Peter Frey, geb. am 4.8.1957 in Bingen am Rhein, studierte in Mainz und Madrid Politikwissenschaft, Pädagogik und Romanistik. 1986 wurde er an der Universität Mainz zum Dr. phil. promoviert. Im Jahr zuvor war Frey zum ZDF gekommen und war dort zunächst als Redakteur und Reporter für das Nachrichtenmagazin „Heute-Journal“ tätig, bevor er 1988 persönlicher Referent des damaligen ZDF-Chefredakteurs Klaus Bresser wurde. In den Jahren 1991 und 1992 war Frey Korrespondent im ZDF-Studio Washington. Anschließend übernahm er die Leitung und Moderation des damals von ihm mitentwickelten ZDF-„Morgenmagazins“.

Im Jahr 1998 wurde Frey Leiter der damaligen ZDF-Hauptredaktion ‘Außenpolitik’, die im Mai 2010 mit der Hauptredaktion ‘Innen-, Gesellschafts- und Bildungspolitik’ zur neu geschaffenen ZDF-Hauptredaktion ‘Politik und Zeitgeschehen’ zusammengelegt wurde. Im Jahr 2001 wechselte Frey, der Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ist, von der ZDF-Zentrale in Mainz nach Berlin und rückte an die Spitze des ZDF-Hauptstadtstudios. Am 1. April 2010 wurde er dann als Nachfolger von Nikolaus Brender Chefredakteur des Senders. Zuvor war die ursprünglich vorgesehene Verlängerung des Chefredakteursvertrags mit Brender im ZDF-Verwaltungsrat gescheitert. Die dortigen Vertreter von CDU und CSU lehnten aus politischen Motiven eine Verlängerung des Vertrags mit Brender ab, so dass die erforderliche Anzahl von Ja-Stimmen nicht erreicht wurde.

Dieser Vorgang, der das ZDF in eine schwere Krise stürzte, führte letztlich zu einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Im März 2014 entschied das oberste deutsche Gericht dann, dass in Aufsichtsgremien öffentlich-rechtlicher Sender maximal ein Drittel der Vertreter aus dem staatlichen bzw. staatsnahen Bereich kommen darf (vgl. MK-Artikel). In der Folge änderten die Bundesländer den ZDF-Staatsvertrag so, dass im Fernsehrat (seit Juli 2016) und im Verwaltungsrat (seit Juli 2017) nur noch jeweils exakt ein Drittel der Sitze der Politik zusteht. Zuvor betrug der Anteil der Politikvertreter im Fernsehrat 40 Prozent und im Verwaltungsrat 45 Prozent.

03.12.2018 – MK

Print-Ausgabe 1-2/2019

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