Harald Brandes, Jörn Dulige,
Mario Machalett // HR-Rundfunkrat

10.03.2017 •

Harald Brandes, 66, ist beim Hessischen Rundfunk (HR) neuer Vorsitzender des Rundfunkrats. Er wurde am 3. Februar 2017 in der konstituierenden Sitzung des Gremiums für die neue vierjährige Amtsperiode gewählt, die bereits am 1. Januar 2017 begonnen hat. Dem HR-Rundfunkrat gehört Brandes seit 2013 als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern an. Im Februar 2016 war er zum stellvertretenden Rundfunkratsvorsitzenden gewählt worden. Brandes, geb. am 14.10.1950, war von 1997 bis 2016 Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Wiesbaden.

Den Vorsitz des Rundfunkrats übernahm Harald Brandes nun von Jörn Dulige, der dieses Amt ab März 2009 innehatte. Dulige, Jg. 1957, wurde nun zum stellvertretenden Rundfunkratsvorsitzenden gewählt. Somit haben Brandes und Dulige jetzt die Ämter getauscht. Dulige ist seit Januar 1999 Mitglied des HR-Rundfunkrats, in den er von der evangelischen Kirche entsandt ist. Seit Juni 1993 ist Dulige Beauftragter der evangelischen Kirchen in Hessen am Sitz der Landesregierung in Wiesbaden.

Mit Beginn der neuen Amtsperiode des HR-Rundfunkrats ist das Gremium vergrößert worden. Der Rundfunkrat hat nun 32 Sitze – zwei mehr als zuvor. Die Erweiterung geht zurück auf die Novelle des HR-Gesetzes, die Mitte Oktober 2016 im hessischen Landtag von der seit Januar 2014 regierenden Koalition aus CDU und Grünen verabschiedet wurde (vgl. MK-Meldung). Durch die Gesetzesnovelle war – entsprechend einer Vereinbarung im Koalitionsvertrag – festgelegt worden, dass ab 2017 der Hessische Jugendring und die muslimischen Glaubensgemeinschaften in dem Bundesland jeweils einen neuen Rundfunkratssitz erhalten.

Der Jugendring wird im HR-Rundfunkrat nun von Mario Machalett repräsentiert. Die muslimischen Glaubensgemeinschaften haben bislang noch keinen Vertreter entsandt. Damit hat der Rundfunkrat derzeit 31 Mitglieder. Der Sitz für die muslimischen Glaubensgemeinschaften, der bisher noch nicht besetzt wurde, steht laut dem neuen HR-Gesetz gemeinsam dem DITIB-Landesverband Hessen, der Gemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat in der Bundesrepublik Deutschland und der Alevitischen Gemeinde Deutschland zu. Können sich die drei Verbände nicht über einen gemeinsamen Vertreter einigen, „entscheidet das Los zwischen den Vorschlägen der Organisationen“, heißt es dazu im Gesetz.

Insgesamt fünf Verbände haben nun in den HR-Rundfunkrat neue Vertreter entsandt. Sie beriefen jeweils Frauen; zuvor waren diese fünf Verbände jeweils von Männern repräsentiert worden. Der Anteil der Frauen im HR-Rundfunkrat ist durch die Änderungen bei der Besetzung deutlich angestiegen. In dem derzeit 31-köpfigen Gremium sind jetzt 12 Frauen vertreten (Anteil: 39 Prozent). In der abgelaufenen Amtsperiode gehörten dem aus 30 Mitgliedern bestehenden Gremium nur sieben Frauen an (23 Prozent). Ins neue HR-Gesetz war eine Vorgabe aufgenommen worden, dass mehr Frauen in den Rundfunkrat entsandt werden sollen.

Im HR-Rundfunkrat vertritt nun Kira Kastell anstelle von Rolf-Dieter Postlep die Hochschulen des Landes, Edith Krippner-Grimme repräsentiert in der Nachfolge von Knud Dittmann die im Deutschen Beamtenbund (Landesverband Hessen) organisierten Lehrerverbände und Katharina Seewald ist nun anstelle von Baldur Schmitt die Abgesandte des hessischen Volkshochschulverbands. Außerdem gehört jetzt Angelika Kennel für die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen dem Rundfunkrat als Nachfolgerin von Thomas Domnick an. Hildegard Klär löste Thomas Mann bei der Europa-Union als Rundfunkratsmitglied ab.

Thomas Mann ist für die CDU Abgeordneter des EU-Parlaments und gehörte dem Rundfunkrat ab 2004 als Vertreter der Europa-Union an. Da im neuen HR-Gesetz festgelegt wurde, dass entsendeberechtigte Organisationen und Verbände sich im Rundfunkrat nicht mehr von aktiven Politikern vertreten lassen dürfen, musste Mann aus dem Gremium ausscheiden. Hildegard Klär gehörte von 1995 bis 2003 für die SPD dem hessischen Landtag an. Sie war damals auch medienpolitische Sprecherin ihrer Fraktion und gehörte dem HR-Rundfunkrat als eine von insgesamt fünf Vertretern des Landtags an, und zwar in der Zeit von 1999 bis 2003.

10.03.2017 – MK

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