Christian Nitsche, Sigmund Gottlieb,
Mercedes Riederer, Andrea Kister // BR

22.03.2017 •

Christian Nitsche, 45, übernimmt beim Bayerischen Rundfunk (BR) am 1. April 2017 die Position des trimedialen Chefredakteurs. Der BR-Journalist ist seit Mai 2014 Zweiter Chefredakteur der in Hamburg angesiedelten Gemeinschaftseinrichtung ARD-aktuell, die unter anderem die Nachrichtensendungen „Tagesschau“ und „Tagesthemen“ produziert. Beim BR in München wird Nitsche künftig für die aktuelle medienübergreifende Berichterstattung in den drei Bereichen Hörfunk, Fernsehen und Online verantwortlich sein.

Der BR-Rundfunkrat stimmte in seiner Sitzung am 2. Februar 2017 der Berufung Nitsches zum neuen Chefredakteur des öffentlich-rechtlichen Senders zu. Damit folgte das Gremium einem entsprechenden Personalvorschlag von BR-Intendant Ulrich Wilhelm. Nitsche erhielt einen Fünf-Jahres-Vertrag, der am 1. April 2017 beginnt und damit bis zum 31. März 2022 läuft.

Die Stelle des trimedialen Chefredakteurs wird beim Bayerischen Rundfunk neu geschaffen. Die beiden derzeitigen Positionen des Fernseh- und des Hörfunkchefredakteurs werden Ende März abgeschafft. Hintergrund dafür ist, dass sich der Bayerische Rundfunk im Umbau zu „einem trimedialen Medienhaus“ befindet. Dieser Prozess, der unter dem Motto „BR hoch drei“ läuft, hat bereits im Herbst 2012 begonnen. Hinzu kommt, dass die beiden derzeitigen Chefredakteure Sigmund Gottlieb (Fernsehen) und Mercedes Riederer (Hörfunk) in den Ruhestand treten und Ende März den Sender verlassen werden (vgl. auch diese MK-Meldung). Gottlieb, 65, war im September 1995 Fernsehchefredakteur des BR geworden. Mercedes Riederer, 64, ist seit März 2002 bei der Sendeanstalt Hörfunkchefredakteurin.

Christian Nitsche wird ab April beim BR als Chefredakteur Leiter des neuen trimedial ausgerichteten Programmbereichs ‘Aktuelles’ sein. Er ist ab dann unter anderem für die Nachrichten-App „BR 24“, den Hörfunknachrichtenkanal B5 aktuell, die Fernsehnachrichtensendung „Rundschau“, die neu geschaffene Redaktion ‘Bayern aktuell’ und das Ressort Landespolitik verantwortlich. Nitsche, geboren 1971 in Nürnberg, hat Betriebswirtschaftslehre studiert. Nach seinem Studium in Nürnberg, das er als Diplom-Kaufmann abschloss, begann er im Oktober 1996 ein Volontariat beim Bayerischen Rundfunk, für den er bereits während seines Studiums als freier Mitarbeiter tätig war. Beim BR arbeitete Nitsche nach Abschluss seines Volontariats ab 1998 als Autor, unter anderem für das Fernsehmagazin „Report München“ (ARD/BR). Zwischen 1999 und 2003 berichtete Nitsche für die ARD über Krisen- und Kriegssituationen aus dem Kosovo, aus Mazedonien, Pakistan, Israel, dem Nordirak und der südöstlichen Türkei.

Im Jahr 2003 wechselte Nitsche als Fernsehkorrespondent ins ARD-Hauptstadtstudio nach Berlin. Dort war er unter anderem Ressortleiter Wirtschaft und Chef vom Dienst (CvD) der Sendung „Bericht aus Berlin“. Anfang 2011 wurde Nitsche Pressesprecher des Bayerischen Rundfunks, dessen Intendant damals Ulrich Wilhelm wurde, der zuvor Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war. Anfang Mai 2014 wechselte Nitsche dann als Zweiter Chefredakteur zu ARD-aktuell nach Hamburg. Für diesen Posten hat innerhalb der ARD der Bayerische Rundfunk das Vorschlagsrecht. Erster Chefredakteur von ARD-aktuell ist seit 2006 Kai Gniffke vom Südwestrundfunk (SWR). Zum Nachfolger von Christian Nitsche als Zweiter Chefredakteur von ARD-aktuell wurde der BR-Fernsehjournalist Marcus Bornheim berufen.

Der BR-Rundfunkrat stimmte am 2. Februar einem weiteren Personalvorschlag von Intendant Wilhelm zu. Ebenfalls am 1. April 2017 übernimmt Andrea Kister die Leitung des neuen Programmbereichs ‘Politik und Wirtschaft’, der ab diesem Zeitpunkt gleichfalls trimedial ausgerichtet sein wird. Auch Kister wurde für fünf Jahre berufen. Die neuen Programmbereiche ‘Aktuelles’ und ‘Politik und Wirtschaft’ sind ab April in der Informationsdirektion des BR angesiedelt, die im Mai 2014 gegründet worden war und seitdem von Thomas Hinrichs als Direktor geleitet wird. Hinrichs war zuvor ab November 2006 Zweiter Chefredakteur von ARD-aktuell (dem dann Christian Nitsche nachfolgte).

Andrea Kister, 56, studierte in München Politische Wissenschaft, Kommunikationswissenschaft und Deutsche Philologie. Bereits während ihres Studiums begann sie als freie Mitarbeiterin beim BR, bei dem sie dann im Jahr 1987 fest angestellte Redakteurin wurde. 1991 war sie an der Gründung des Hörfunknachrichtenkanals B5 aktuell maßgeblich beteiligt. Bei B5 aktuell war sie in der Folge als Moderatorin und Chefin vom Dienst tätig. Anfang Januar 2010 wurde Kister beim BR-Hörfunk Leiterin der zentralen Nachrichtenredaktion, die später mit der Redaktion von B5 aktuell zusammengelegt wurde. Seitdem ist Andrea Kister Leiterin der Redaktion ‘Wetter und Verkehr’ und stellvertretende Leiterin der Programmredaktion B5 aktuell.

22.03.2017 – MK