ARD und Deutschlandradio fördern innovatives Hörspiel

16.10.2015 •

Für die Produktion innovativer Hörspiele bei den ARD-Anstalten und beim Deutschlandradio steht künftig Geld aus einem speziellen Fonds zur Verfügung. In dem Topf werden ab 2017 insgesamt 150.000 Euro pro Jahr enthalten sein. Der gesamte Betrag wird vom Deutschlandradio im Rahmen seiner Kooperation mit den ARD-Anstalten (etwa beim Auslandskorrespondentennetz) in den Sonderfonds eingebracht. Ab 2017 sollen dann die Hörspielredaktionen der ARD-Kulturwellen, von Deutschlandradio Kultur und des Deutschlandfunks innovative Hörspielprojekte mit dem Geld aus diesem Topf finanzieren können.

Dass ein solcher Sonderfonds eingerichtet wird, gab der ARD-Vorsitzende und NDR-Intendant Lutz Marmor am 23. September in Stuttgart bekannt. Er äußerte sich auf einer Pressekonferenz im Anschluss an die jüngste Tagung der ARD-Intendanten, die am 21. und 22. September in Stuttgart stattfand. Marmor hob dort die Bedeutung des Hörspiels hervor: „Das Hörspiel ist eine sehr eigenständige und sehr lebendige Kunstform, die auf eigenem Weg die Möglichkeiten des Radios ausschöpft und die eigentlich nur ARD und Deutschlandradio pflegen.“ Deutschlandradio-Intendant Willi Steul verwies in einer ARD-Mitteilung darauf, dass mit den Sondermitteln innovative Experimente gefördert werden sollen, „gerade auch das Spiel mit den Elementen der digitalen Welt“.

Der Betrag von 150.000 Euro, den das Deutschlandradio in den neuen Sondertopf einzahlen wird, stammt aus einem bereits seit Jahren bestehenden Fonds zur Förderung von Hörspielproduktionen der ARD-Anstalten und des Deutschlandradios. Für diesen Fonds, der 1998 eingerichtet wurde, stellt das Deutschlandradio 486.000 Euro pro Jahr bereit – ab 2017 werden es dann allerdings 150.000 Euro weniger sein, wobei der Beitrag, der insgesamt für die Hörspielproduktion zur Verfügung steht, unterm Strich unverändert bleibt.

Pro Jahr produzieren die neun ARD-Anstalten nach eigenen Angaben mehr als 300 neue Hörspiele; bei Deutschlandradio Kultur und dem Deutschlandfunk sind es zusammen jährlich knapp 100. Wie teuer ein traditionell konzipiertes bzw. ein innovatives, etwa mit crossmedialen Elementen versehenes, Hörspiel ist, lässt sich nur schwer beziffern. Die Produktion einer Hörspielminute dürfte zwischen 300 und 400 Euro kosten – damit betragen die Ausgaben nur einen Bruchteil dessen, was etwa für die Herstellung von fiktionalen Fernsehsendungen pro Minute zu bezahlen ist; bei einer „Tatort“-Folge etwa liegt der Minutenpreis bei rund 15.000 Euro (vgl. hierzu auch einen Text von Hörspielkritiker Jochen Meißner in dieser MK-Dokumentation).

16.10.2015 – MK

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