Media-Analyse: Radionutzung in Deutschland beträgt 190 Minuten pro Tag

07.08.2015 •

In Deutschland schalten werktäglich 55,9 Mio Menschen ein Radioprogramm ein. Das geht aus der jüngsten Media-Analyse Radio (MA 2015/II) hervor, die am 22. Juli von der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (AGMA) veröffentlicht wurde. Der Hörfunk erreicht hierzulande damit weiterhin rund drei Viertel der 72,2 Mio Menschen im Bundesgebiet lebenden deutschsprachigen Menschen, die über 10 Jahre alt sind (Tagesreichweite, montags bis freitags). Diese Personengruppe bildete die Grundgesamtheit für die aktuelle Media-Analyse Radio.

Im Vergleich zur Erhebung vom März (MA 2015/I) sank die Grundgesamtheit um rund 1,3 Mio Personen. Das hängt damit zusammen, dass die AGMA bei ihrer Befragung nun erstmals die Zahlen des neuen Mikrozensus des Statistischen Bundesamts berücksichtigte, dem zufolge die deutschsprachige Bevölkerung, die älter als zehn Jahre ist, um zirka 1,3 Mio Personen niedriger liegt, als bisher angenommen worden war. Die Zahl der möglichen Radiohörer verringerte sich somit bundesweit um 1,8 Prozent. Dementsprechend sinken rein rechnerisch die absoluten Reichweiten der Hörfunkprogramme. Aufgrund der Veränderungen sind Vergleiche mit früheren Ergebnissen der Media-Analyse nur eingeschränkt möglich.

Für die Erhebung der aktuellen Media-Analyse wurden von fünf Marktforschungsinstituten insgesamt rund 80.000 Personen telefonisch befragt. Davon wurden erstmals 8000 Menschen, die älter als 14 Jahren waren, auf ihrem Mobilfunkanschluss angerufen und zu ihrer Hörfunknutzung interviewt. Die Einbeziehung von Mobilfunkanschlüssen wurde jetzt umgesetzt, weil insbesondere jüngere Menschen im Alter von 20 bis 49 Jahren immer seltener noch einen Festnetzanschluss besitzen und es somit schwieriger wurde, Personen aus dieser Altersgruppe telefonisch zu befragen. Über die Media-Analyse 2015/II wurden Daten für rund 400 Hörfunksender erhoben, darunter waren insgesamt 67 öffentlich-rechtliche Programme (ARD: 64, Deutschlandradio: 3).

Antenne Bayern erfolgreichster Sender

Der aktuellen Media-Analyse Radio zufolge schalten 37,5 Mio Menschen werktäglich ein öffentlich-rechtliches Programm ein, die Privatsender haben rund 31,4 Mio Hörer (Bruttowert/Mehrfachnennung möglich). Die öffentlich-rechtlichen Programme erreichen somit 51,9 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab zehn Jahren. Bei den Privaten sind es 43,4 Prozent. Die durchschnittliche Hördauer der deutschensprachigen Bevölkerung beträgt an einem Werktag laut der neuen MA weiterhin drei Stunden und zehn Minuten pro Person. Bei den 40- bis 49-Jährigen ist der Radiokonsum mit durchschnittlich knapp vier Stunden (232 Minuten) am höchsten. Am wenigsten Radio hören die 10- bis 19-Jährigen (79 Minuten im Schnitt pro Werktag). Die Menschen, die montags bis freitags das Radio einschalten, hören durchschnittlich vier Stunden und zwei Minuten pro Werktag. Dabei handelt es sich um die Verweildauer. Dieser Wert ist auch bei den 40- bis 49-Jährigen am höchsten. Hier beträgt die Verweildauer werktäglich vier Stunden und 36 Minuten. Die niedrigste Verweildauer wurde bei den 10- bis 19-Jährigen ermittelt, sie beläuft sich auf knapp zwei Stunden (114 Minuten).

Berücksichtigt man die Hörer pro durchschnittliche Werbestunde – die für werbefinanzierte Hörfunksender relevante Bezugsgröße – rangiert Radio NRW, der Mantelprogrammanbieter der nordrhein-westfälischen Lokalstationen, mit aktuell 1,63 Mio Hörern pro Stunde und Werktag weiterhin an der Spitze. Erfolgreichster Einzelsender bleibt Antenne Bayern mit 1,22 Mio Hörern pro Stunde, vor 1Live (1,06 Mio Hörer), WDR 2 (1,03 Mio Hörer) und Bayern 1 vom BR (1,01 Mio Hörer). Die Tagesreichweite von Radio NRW beträgt aktuell 5,26 Mio Hörer, auch hier liegt der Sender bundesweit auf dem ersten Platz, gefolgt von Antenne Bayern (4,12 Mio), 1Live (3,74 Mio), WDR 2 (2,47 Mio) und Bayern 1 (2,82 Mio). Der werbefreie Deutschlandfunk hat mit seinem Informationsprogramm aktuell eine Tagesreichweite von 1,55 Mio Hörern. Deutschlandradio Kultur kommt hier auf knapp 500.000 Hörer.

07.08.2015 – vn/MK

Print-Ausgabe 23/2019

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