Werner Schwaderlapp bleibt Chef des Aufsichtsrats der Film- und Medienstiftung NRW

12.06.2017 •

Werner Schwaderlapp ist im Amt als Aufsichtsratsvorsitzender der Film- und Medienstiftung NRW bestätigt worden. Er wurde am 27. April in der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats für die neue dreijährige Amtsperiode wiedergewählt. Der 67-jährige Schwaderlapp ist Professor für Medienmanagement an der in Köln ansässigen Fresenius-Hochschule. Er arbeitete früher beim ZDF und war ab 1993 Gründungsgeschäftsführer der ZDF Enterprises GmbH. Von 1998 bis 2003 arbeitete Schwaderlapp in leitenden Positionen für die Produktionsfirma Endemol Deutschland.

Aufsichtsratsvorsitzender der in Düsseldorf ansässigen Filmstiftung ist Werner Schwaderlapp seit Ende April 2014. Seinerzeit wurde er in das zehnköpfige Gremium als Vertreter der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) neu entsandt. Zum damaligen Zeitpunkt stand der LfM aufgrund ihrer Beteiligung in Höhe von fünf Prozent an der Filmstiftung ein Sitz in deren Aufsichtsrat zu. Zwei Wochen bevor Schwaderlapp Ende April 2014 an die Spitze des Aufsichtsrats der Filmstiftung rückte, war er zum Vorsitzenden der LfM-Medienkommission gewählt geworden (vgl. FK-Heft Nr. 21/14). Dieses Amt hat er bei der LfM weiterhin inne.

Auf dem Ticket des Landes Nordrhein-Westfalen

Bei der Filmstiftung gehört Schwaderlapp nun dem Aufsichtsrat in dessen neuer Amtsperiode aber nicht mehr als Vertreter der LfM an, sondern als Vertreter des Landes Nordrhein-Westfalen. Hintergrund dafür ist, dass die LfM Ende 2016 aus dem Gesellschafterkreis der Filmstiftung ausgeschieden war. Den bis dahin von der LfM gehaltenen Anteil von fünf Prozent an der Filmstiftung hat Anfang 2017 das Land NRW übernommen, das seither mit 40 Prozent an der Fördereinrichtung beteiligt ist.

Durch die Aufstockung erhielt das Land einen vierten Sitz im Aufsichtsrat. Auf einen dieser Sitze berief dann die Landesregierung von SPD und Grünen Schwaderlapp in den Aufsichtsrat der Filmstiftung, so dass er auf dem Ticket des Landes dem Gremium weiterhin angehören kann und als Vorsitzender wiedergewählt werden konnte. Wie das Land hält auch der WDR 40 Prozent der Anteile an der Filmstiftung. Jeweils zehn Prozent gehören dem ZDF und RTL. Der WDR hat ebenfalls vier Sitze im Aufsichtsrat der Filmstiftung, ZDF und RTL haben jeweils einen Sitz.

Nach der Landtagswahl: Personelle Wechsel zeichnen sich ab

Für die neue, Anfang April begonnene Amtsperiode des Filmstiftungsaufsichtsrats hatte vor einiger Zeit die rot-grüne Regierung neben Werner Schwaderlapp ihre drei vorherigen Vertreter wiederberufen: NRW-Medienstaatssekretär Marc Jan Eumann (SPD), NRW-Kulturstaatssekretär Bernd Neuendorf (SPD) und Gudrun Hock (SPD). Hock war früher Bürgermeisterin von Düsseldorf und dann ab dem 1. November 2014 (dritte) Geschäftsführerin der Düsseldorf Congress Sport & Event GmbH (DCSE), bei der die Stadt Düsseldorf direkt und indirekt Mehrheitseigentümerin ist. Ende März 2017 schied Hock bei der DCSE aus.

Aller Voraussicht nach werden demnächst mindestens drei der vier derzeitigen Landesvertreter im Aufsichtsrat der Filmstiftung abberufen. Das hängt mit dem Ausgang der NRW-Landtagswahl vom 14. Mai zusammen. Die Regierungskoalition von SPD und Grünen wurde abgewählt. Alles läuft nun darauf hinaus, dass CDU und FDP die neue Landesregierung bilden werden, die dann vermutlich aus ihren Reihen Vertreter in den Aufsichtsrat der Filmstiftung entsenden wird. So ist davon auszugehen, dass die noch amtierenden SPD-Staatssekretäre Eumann und Neuendorf wie auch Gudrun Hock den Aufsichtsrat der Filmstiftung in der näheren Zukunft verlassen müssen. Ob dies auch für den Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Schwaderlapp gilt, bleibt abzuwarten. Gemäß den Regularien bei der Filmstiftung – die im Jahr 2016 insgesamt 30,1 Mio Euro für die Förderung von rund 400 Projekten zur Entwicklung, Produktion und Verwertung in den Bereichen Film, Fernsehen, Games und Internet vergab – hat jeder Gesellschafter das Recht, jederzeit personelle Änderungen bei seinen Vertretern im Aufsichtsrat vorzunehmen.

Claus Grewenig neuer Vertreter von RTL im Aufsichtsrat

Die vier WDR-Vertreter im Aufsichtsrat der Filmstiftung sind Fernsehdirektor Jörg Schönenborn und Justiziarin Eva-Maria Michel (auch stellvertretende WDR-Intendantin) sowie Friederike van Duiven und Adil Laraki, die beide Mitglied des WDR-Rundfunkrats sind. Friederike van Duiven ist neu im Aufsichtsrat, sie folgte Dieter Horky nach, der Ende 2016 aus dem WDR-Rundfunkrat ausgeschieden war. In der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats der Filmstiftung wurde Ende April Eva-Maria Michel als dessen stellvertretende Vorsitzende wiedergewählt. Dieses Amt hat sie seit Ende April 2014 inne.

Vertreter des ZDF im Aufsichtsrat der Filmstiftung ist weiterhin Peter Weber, der Justiziar der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt. Für RTL gehört dem Aufsichtsrat nun Claus Grewenig an. Er folgte auf Jörg Graf, der in dem Filmstiftungsgremium ab September 2006 als RTL-Vertreter Mitglied war. Claus Grewenig ist seit Anfang Januar 2017 bei der Mediengruppe RTL Deutschland in Köln Leiter des Bereichs Medienpolitik. Er war zuvor Geschäftsführer des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT).

12.06.2017 – Volker Nünning/MK