SWR sucht zwei neue Programmdirektoren

20.08.2019 •

Beim Südwestrundfunk (SWR) läuft die Suche nach Kandidaten für die Neubesetzung von zwei Direktorenposten. Dafür hat der SWR eine Personalberatungsfirma hinzugezogen. Auf dieses Procedere haben sich der scheidende SWR-Intendant Peter Boudgoust und dessen ab Anfang September amtierender Nachfolger Kai Gniffke verständigt. Das gab Boudgoust am 28. Juni in der SWR-Rundfunkratssitzung bekannt, wie der öffentlich-rechtliche Sender mitteilte. In der Sitzung hatte Boudgoust die Mitglieder des Gremiums zuvor darüber informiert, dass Christoph Hauser, Programmdirektor Information, und Gerold Hug, Programmdirektor Kultur, in der näheren Zukunft in den Ruhestand treten werden.

Christoph Hauser, der seit November 2012 Direktor beim SWR ist, wurde am 4. August 63 Jahre alt. Er wird Ende November 2019 beim SWR ausscheiden. Gerold Hug wird am 26. November 61 Jahre alt und ist bei der Rundfunkanstalt seit September 2012 als Direktor tätig. Er verlässt den Sender Ende Januar 2020. Sowohl Hauser wie auch Hug verwiesen dem SWR zufolge darauf, ihren Entschluss, in den Ruhestand zu gehen, hätten sie „schon seit längerer Zeit gemeinsam mit ihren Familien getroffen“, wofür „allein persönliche Gründe“ ausschlaggebend seien. Boudgoust hob hervor, dass beide Direktoren den multimedialen Umbau des SWR erfolgreich vorangetrieben hätten.

Personalberatungsfirma eingeschaltet

Der Südwestrundfunk hat eine Personalberatungsfirma eingeschaltet, die „den nationalen Medienmarkt“ sichten solle, „um bestmögliche Kandidatinnen bzw. Kandidaten zu identifizieren“. Welche Firma der SWR dafür beauftragt hat und mit welchen Kosten hierfür kalkuliert wird, dazu äußerte sich die Rundfunkanstalt auf MK-Nachfrage nicht. Fest steht jedenfalls, dass es auch künftig beim SWR zwei Programmdirektionen geben wird, eine Programmdirektion Information und eine Programmdirektion Kultur.

Ob der künftige SWR-Intendant Gniffke eventuell am bisherigen Zuschnitt der beiden trimedial aufgestellten Direktionen etwas ändern wird, bleibt abzuwarten. Gniffke war im Mai von den Mitgliedern des Rundfunkrats und des Verwaltungsrats zum Intendanten der zweitgrößten ARD-Landesrundfunkanstalt gewählt worden (vgl. MK-Meldung). Der 58-Jährige, bisher Erster Chefredakteur von ARD-aktuell in Hamburg, hatte sich im zweiten Wahlgang gegen Stefanie Schneider durchgesetzt, die seit April 2014 beim SWR als Direktorin den Landessender Baden-Württemberg leitet.

Beim SWR gab es bis Ende 2016 eine von Christoph Hauser geleitete Fernsehdirektion und eine von Gerold Hug geführte Hörfunkdirektion. Diese Organisationsstruktur wurde ab Januar 2017 aufgegeben; es wurden zwei trimedial aufgestellte Direktionen geschaffen, die jeweils für bestimmte Themenbereiche verantwortlich sind. Die derzeit von Hauser geleitete Direktion ist für die Inhalteproduktion fürs Fernsehen, Radio und Internet in den Bereichen Information, Sport, Film, Service und Unterhaltung zuständig. In dieser Direktion sind etwa das Programm-Management Fernsehen, die Chefredaktionen des SWR und das Radio-Nachrichtenprogramm SWR aktuell angesiedelt.

Trimediale Programmdirektionen

In der von Hug geleiteten Direktion entstehen trimediale Inhalte für die Bereiche Kultur, Literatur, Musik, Wissen und Bildung. Diese Direktion verantwortet die Pop-Wellen SWR 3 und Das Ding sowie das Kulturradioprogramm SWR 2. Hinzu kommt beispielsweise noch die Zuständigkeit für die SWR-Klangkörper und für Funk, das Online-Angebot für 14- bis 29-Jährige, das die ARD zusammen mit dem ZDF betreibt. Innerhalb der ARD hat der Südwestrundfunk die Federführung für Funk, dessen Redaktion in Mainz angesiedelt ist.

Christoph Hauser, geboren am 4. August 1956 in Hamburg, begann seine berufliche Laufbahn 1988 beim damaligen Südwestfunk (SWF) in Baden-Baden, wo der promovierte Historiker Referent in der Intendanz wurde. Ein Jahr später begann er beim SWF ein Volontariat und arbeitete anschließend als Referent in der Fernsehdirektion. Ab 1994 wurde Hauser bei der Rundfunkanstalt Chef der Hauptabteilung ‘Ausbildungs- und Familienprogramm’. Vier Jahre später übernahm er beim neu gegründeten SWR – der aus der Fusion von SWF und Süddeutschem Rundfunk (SDR) entstand – die Leitung der TV-Hauptabteilung Kultur. 2005 wechselte Hauser als Programmdirektor zum deutsch-französischen Kulturkanal Arte nach Straßburg, 2012 kehrte er als Fernsehdirektor zum SWR zurück. Seit Januar 2017 ist er dort Programmdirektor für die Bereiche Information, Sport, Film, Service und Unterhaltung. Im Jahr 2011 hatte Hauser für das Intendantenamt beim Saarländischen Rundfunk (SR) kandidiert. Im entscheidenden siebten Wahlgang des SR-Rundfunkrats musste er sich aber dem Mitbewerber Thomas Kleist knapp geschlagen geben (vgl. FK-Heft Nr. 15-16/11).

Gerold Hug, geboren am 26. November 1958 in Konstanz, volontierte von 1979 bis 1981 bei der Regionalzeitung „Südkurier“ (Konstanz). Anschließend arbeitete er als Reporter beim Boulevardblatt „Express“ (Köln). 1983 wechselte er zum SWF nach Baden-Baden. Beim Radioprogramm SWF 3 moderierte und gestaltete Hug die Sendungen „Pop Shop“ und „Extra 3“. Im Jahr 1992 wurde er Leiter des SWF-3-Bereichs Aktuelle Information. In dieser Funktion entwickelte er das multimediale Jugendprogramm Das Ding und später mit Blick auf die Fusion von SWF und SDR das Radioprogramm SWR 3, dessen Chef er dann 1998 mit Gründung des Südwestrundfunks wurde. Von Februar 2009 bis Juli 2011 leitete er die strategische Unternehmensentwicklung des SWR. Anschließend wurde Hug wieder SWR-3-Chef, bevor er dann 2012 SWR-Hörfunkdirektor wurde. Seit Januar 2017 ist er Programmdirektor für die Bereiche Kultur, Wissen und Junge Formate.

20.08.2019 – vn/MK