Steffen Grimberg verlässt Grimme und wird neben Sabine Krebs ab 2016 ARD-Sprecher

19.11.2015 •

Mit Beginn des Jahres 2016 übernimmt der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) mit seiner Intendantin Karola Wille den Vorsitz bei der ARD. Dafür vergrößert der Sender seine Pressestelle. Für die Kommunikation des Senderverbundes nach außen werden dann, wie am heutigen Donnerstag (19. November 2015) bekannt wurde, Steffen Grimberg als ARD-Sprecher und Sabine Krebs als ARD-Sprecherin zuständig sein. Krebs, 45, stammt vom MDR und war zuletzt in Hamburg beim NDR Chefin vom Dienst bei ARD-aktuell (u.a. „Tagesschau“, „Tagesthemen“). Grimberg, 47, arbeitet am Grimme-Institut in Marl und ist dort Referent des Grimme-Preises.

Von 2013 bis 2015 hat der Norddeutsche Rundfunk mit Intendant Lutz Marmor den ARD-Vorsitz. ARD-Sprecherinnen sind für diese Zeit Anna Engelke und Ilka Steinhausen. Für den Twitter-Account @ARD_Presse (62.000 Follower) und den Online-Bereich ist auf Seiten des NDR Holger Röttgers zuständig. Für den MDR wird ab Januar 2016 Bastian Obarowski diese Aufgaben übernehmen.

Steffen Grimberg ist erst seit dem 1. Januar 2015 Referent des Grimme-Preises und gibt diese Position nun nach weniger als einem Jahr Amtszeit bereits wieder ab. Vorher war er Redakteur beim NDR-Medienmagazin „Zapp“ und davor mehrere Jahre Medienredakteur bei der alternativen Tageszeitung „taz“ in Berlin. Grimberg war als Grimme-Preis-Referent Nachfolger von Ulrich Spies, der diese Position rund 33 Jahre lang innegehabt hatte. Insofern überrascht es auf den ersten Blick, dass Grimberg seine Stelle in Marl so rasch wieder aufgibt.

Juristin vs. Publizist

Andererseits war in der Branche seit einiger Zeit bekannt, dass sich Grimbergs Erwartungen an seine Aufgaben am Grimme-Institut nicht erfüllt haben. Als er seine Stelle als Grimme-Preis-Referent antrat, gab es für ihn entsprechend der Stellenausschreibung insbesondere auch die Aussicht, dass er nicht nur für den Grimme-Preis zuständig sein würde, sondern dass das Grimme-Institut über seine Arbeit künftig auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit und in den Diskussionen zu aktuellen Medienthemen stärker in Erscheinung tritt. Dazu ist es jedoch unter Grimme-Direktorin Frauke Gerlach, die das Institut seit Mai 2014 leitet und Grimberg geholt hatte, nicht im Ansatz gekommen. Das dadurch zustande gekommene Zerwürfnis zwischen der Verwaltungsjuristin Gerlach und dem ausgewiesenen Publizisten Grimberg gilt als Hauptgrund für das fluchtartige Ausscheiden des Grimme-Preis-Referenten.

Der Fernsehkritiker Fritz Wolf, seit vielen Jahren auch Mitglied der Grimme-Preis-Jury, hatte Ende August in seinem Blog bezüglich der (Nicht-)Präsenz des Instituts geschrieben, es scheine, als ob Grimme seit eineinhalb Jahren „hinter den sieben Bergen in Marl abgetaucht“ sei, das Institut komme „in den Medien nicht mehr vor“. Für den Grimme-Preis-Wettbewerb 2016 ist nun als kommissarische Leiterin Lucia Eskes zuständig, die bereits seit längerem als bewährte Mitarbeiterin des Grimme-Preises in Marl tätig ist. Ob es künftig die Position eines Grimme-Preis-Referenten in dieser expliziten Form noch geben wird, ist bislang offen.

19.11.2015 – MK