Sechs Experten in den Verwaltungsrat von Radio Bremen gewählt

18.09.2016 •

18.09.2016 • Der Umbau des Verwaltungsrats von Radio Bremen zu einem Sachverständigengremium ist fast abgeschlossen. Am 8. September wählte der Rundfunkrat des öffentlich-rechtlichen Senders sechs Experten in den neuen Verwaltungsrat. Im Zeitraum vom 1. Juli bis zum 20. August konnten sich beim Rundfunkrat Interessenten für eine Mitgliedschaft im neuen Verwaltungsrat bewerben. Den ausgeschriebenen sechs Plätzen wurden jeweils eine bestimmte Fachqualifikation zugeordnet, die die Bewerber entsprechend nachzuweisen hatten. Nach Angaben des Rundfunkrats haben zwölf Personen Bewerbungen eingereicht (einige davon haben sich gleichzeitig auf mehrere Sachverständigenbereiche beworben, so dass insgesamt 20 Bewerbungen für die sechs zu besetzenden Sitze vorlagen).

Vorgesehen ist, dass am 21. Oktober mit der konstituierenden Sitzung des neu zusammengesetzten Verwaltungsrats dessen neue vierjährige Amtsperiode beginnt. Dem Verwaltungsrat von Radio Bremen gehören insgesamt neun Personen an. Die übrigen drei Mitglieder, die im Oktober in den Verwaltungsrat einziehen, werden am 20. September von den Beschäftigten von Radio Bremen direkt gewählt.

Die Bremische Regierungskoalition aus SPD und Grünen legte mit der Neufassung des Radio-Bremen-Gesetzes, die am 24. März dieses Jahres in Kraft trat (vgl. MK-Meldung), unter anderem fest, dass der Verwaltungsrat stärker als bisher in ein Expertengremium umgewandelt wird. Dass jede Person, die vom Rundfunkrat in den Verwaltungsrat gewählt wird, bestimmte fachliche Qualifikationen nachzuweisen hat, ist im neuen Gesetz verankert worden. Ein Verwaltungsratsmitglied muss examinierter Wirtschaftsprüfer sein, ein Mitglied muss über einen betriebswirtschaftlichen Hochschulabschluss verfügen und ein Mitglied muss die Befähigung zum Richteramt haben.

WDR-Regelungen als Vorbild

Für die drei anderen Verwaltungsratsmitglieder sind die Voraussetzungen zum einen Kenntnisse im Bereich der Personalwirtschaft, zum zweiten Kenntnisse im Bereich der Unternehmensberatung und zum dritten Kenntnisse auf dem Gebiet der digitalen Medien bzw. der sozialen Netzwerke. Zentrale Aufgaben des Verwaltungsrats sind es, den Intendanten von Radio Bremen in Angelegenheiten der Geschäftsführung zu kontrollieren und zu beraten. Insbesondere prüft der Verwaltungsrat den Wirtschaftsplan, die mittelfristige Finanzplanung und die Jahresabschlüsse der Rundfunkanstalt.

Die sechs Verwaltungsratssitze für die Experten sollten außerdem so aufgeteilt werden, dass Frauen und Männer jeweils drei Sitze erhalten. Vorbild für den von Rot-Grün in Bremen beschlossenen Umbau des Verwaltungsrats war das novellierte WDR-Gesetz, das die nordrhein-westfälische Regierungskoalition von SPD und Grünen Ende Januar 2016 verabschiedet hatte (vgl. MK-Meldung). In dem Gesetz war verankert worden, dass der neunköpfige Verwaltungsrat des WDR im Dezember 2018 in ein Sachverständigengremium umgewandelt wird (sieben Mitglieder müssen dann über bestimmte Qualifikationen verfügen; zwei Mitglieder werden vom WDR-Personalrat entsandt). Bei Radio Bremen, dem kleinsten ARD-Sender, werden die neuen Vorschriften bezüglich des Verwaltungsrats nun deutlich früher wirksam als beim WDR in Köln, der größten Landesrundfunkanstalt der ARD.

Der Radio-Bremen-Rundfunkrat wählte in seiner Sitzung am 8. September folgende sechs Personen in den neuen Verwaltungsrat des Senders: Morag McLean, frühere Wirtschaftsprüferin (Qualifikation: Wirtschaftsprüfungsexamen), Wolfgang Schrörs, Unternehmer (betriebswirtschaftlicher Hochschulabschluss), Thomas von der Vring, ehemaliger Hochschullehrer und Gründungsrektor der Universität Bremen (Kenntnisse im Bereich Personalwirtschaft), Annabel Oelmann, Leiterin der Verbraucherzentrale Bremen (Kenntnisse auf dem Gebiet der digitalen Medien und der sozialen Netzwerke), Maren Bock, Geschäftsführerin des Kultur- und Bildungsvereins Belladonna Bremen (Kenntnisse im Bereich Unternehmensberatung) und Iris Kirchner-Freis, Medienrechtsanwältin und Direktorin des Instituts für IT-, Medien- und Immaterialgüterrecht in Bremen (Befähigung zum Richteramt und Erfahrungen auf dem Gebiet des Medienrechts).

Drei dieser neu gewählten Verwaltungsratsmitglieder bei Radio Bremen gehören dem Gremium bereits seit mehreren Jahren an. Dabei handelt es sich um Maren Bock (Mitglied im Verwaltungsrat seit 2008), Wolfgang Schrörs (Mitglied seit 2000) und Thomas von der Vring (Mitglied seit 1996). Der heute 79-jährige von der Vring war 1996 in den Verwaltungsrat eingezogen und hatte damals auch den Vorsitz des Gremiums übernommen, den er bis heute innehat. Ausscheiden aus dem Radio-Bremen-Verwaltungsrat werden im Oktober die Professoren André W. Heinemann und Rudolf Hickel sowie Ursula Warnke, Direktorin des „Deutschen Schiffahrtsmuseums“ in Bremerhaven.

18.09.2016 – vn/MK

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