Niedersächsische Landesmedienanstalt will für Direktorensuche Personalberater einschalten

29.09.2019 •

Für die Neubesetzung des Direktorenamts bei der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM) wird eine Personalberatungsfirma eingeschaltet. Das habe die Versammlung der NLM in ihrer Sitzung am 19. September beschlossen, erklärte Elisabeth Harries, die Vorsitzende des Gremiums, auf MK-Nachfrage. Außerdem sei vereinbart worden, eine Findungskommission einzurichten, die sich aus dem sechsköpfigen Versammlungsvorstand und vier weiteren Mitgliedern der Versammlung zusammensetze, so Harries. Dem Versammlungsvorstand gehören neben der Versammlungsvorsitzenden Harries ihre beiden Stellvertreter und die Vorsitzenden der drei Fachausschüsse an. In der Sitzung der Versammlung wurden die sechs Mitglieder des Vorstands für weitere drei Jahre in ihren Ämtern bestätigt.

Die NLM-Versammlung hat insgesamt 38 Mitglieder, die aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen kommen. Die Versammlung wählt den Direktor der in Hannover ansässigen Medienanstalt für die Dauer von fünf Jahren. Die NLM ist die Aufsichtsbehörde unter anderem für mehrere Fernsehsender der RTL-Gruppe, darunter das Hauptprogramm RTL Television. Darüber hinaus ist die Medienanstalt aufsichtsmäßig zuständig für die landesweiten Privatsender Radio FFN, Radio 21 und Antenne Niedersachsen sowie für mehrere Bürgerrundfunkstationen.

Findungskommission eingerichtet

Die Leitungsposition bei der NLM muss zum 1. August 2020 neu besetzt, weil Amtsinhaber Andreas Fischer im Alter von dann 64 Jahren in den Ruhestand tritt (vgl. MK-Meldung). Der Jurist war 2010 zum Direktor der NLM gewählt worden, deren stellvertretender Chef er zuvor gewesen war. Im Jahr 2015 wurde Fischer für eine zweite fünfjährige Amtsperiode wiedergewählt (vgl. FK-Heft Nr. 19/10 und MK-Meldung). Das niedersächsische Landesmediengesetz schreibt vor, dass die Direktorenstelle bei einer Neubesetzung öffentlich auszuschreiben ist. Wann die Ausschreibung erfolgt, steht noch nicht fest.

Innerhalb der kommenden Wochen soll nun zunächst die Personalberatungsfirma ausgewählt werden, die das Stellenbesetzungsverfahren begleitet. Dazu würden gemäß den gesetzlichen Vorgaben Angebote von drei Unternehmen eingeholt, erklärte die Versammlungsvorsitzende Harries. Die Entscheidung, welche Personalberatungsfirma beauftragt werde, treffe die Findungskommission. Den Vorsitz der Findungskommission übernehme Ortrud Wendt, so Harries. Wendt ist Mitglied des NLM-Versammlungsvorstands und leitet den Programmausschuss der Versammlung. Sie war von 2008 bis 2016 NLM-Versammlungsvorsitzende.

In Wendts Vorsitzzeit fiel im Jahr 2010 die Neubesetzung des Direktorenamts bei der NLM. Die Versammlung hatte seinerzeit beschlossen, die Kienbaum Executive Consultants GmbH (Büro Hannover) für das Ausschreibungsverfahren der Leitungsposition hinzuziehen. Bei der Direktorenwahl der NLM setzte sich dann deren Vizechef Andreas Fischer im ersten Wahlgang gegen zwei weitere Bewerber durch. Die NLM war die erste Medienbehörde im Kreis der 14 Landesmedienanstalten, die für die Direktorensuche Personalberater engagierte (vgl. FK-Meldung).

Als 2015 bei der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) das Verfahren zur Neubesetzung des Direktorenamts gestartet wurde, beschloss die LfM-Medienkommission, für die Suche nach geeigneten Kandidaten die Personalberatungsfirma Odgers Berndtson (Büro München) hinzuziehen. Zum neuen Direktor der in Düsseldorf ansässigen LfM wurde von der Medienkommission im Juni 2016 schließlich Tobias Schmid gewählt, damaliger Bereichsleiter Medienpolitik bei der RTL-Gruppe in Köln (vgl. hierzu diese MK-Meldung, diesen MK-Artikel und diese MK-Meldung).

29.09.2019 – Volker Nünning/MK

Print-Ausgabe 24/2019

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