Mecklenburg-Vorpommern: Medienaufsichtsbehörde MMV bekommt neuen Direktor

09.08.2015 •

Die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern (MMV) bekommt im kommenden Jahr einen neuen Direktor. Bert Lingnau übernimmt die Position am 12. März 2016 von Uwe Hornauer, der seit März 2004 an der Spitze der MMV steht. Lingnau, 43, wurde am 14. Juli vom Medienausschuss Mecklenburg-Vorpommern zum neuen Chef der in Schwerin ansässigen Aufsichtsbehörde gewählt. Das gab der Medienausschuss unter dem Vorsitz von Marleen Janew am 17. Juli bekannt. Der Medienausschuss ist das oberste Beschlussorgan der Medienanstalt. Ihm gehören insgesamt elf Mitglieder an, die verschiedene gesellschaftliche Gruppierungen in dem Bundesland repräsentieren.

Bert Lingnau, geboren 1972 in Barth/Vorpommern, arbeitet seit 2009 bei der MMV. Er ist dort derzeit Beauftragter für die Offenen Kanäle in Mecklenburg-Vorpommern. Zusätzlich ist er bei der Medienanstalt als Referent für Medienkompetenzförderung und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Lingnau konnte sich bei der MMV-Direktorenwahl gegen den 61-jährigen Amtsinhaber Uwe Hornauer durchsetzen, der sich zur Wiederwahl gestellt hatte, wie aus der im März veröffentlichten Ausschreibung der Direktorenstelle hervorgeht.

Die Medienausschussvorsitzende Janew wollte sich auf MK-Nachfrage nicht näher dazu äußern, warum sich das Gremium für einen Direktorenwechsel ausgesprochen hat. Die Abstimmung habe in geheimer Wahl stattgefunden, erklärte Janew. Laut dem Rundfunkgesetz von Mecklenburg-Vorpommern ist derjenige zum Direktor gewählt, der die „Mehrheit der gesetzlichen Mitglieder des Medienausschusses“ erhält; nötig sind also mindestens sechs Stimmen. Janew wollte auch nicht näher dazu Stellung nehmen, wie viele Bewerber für die Leitungsposition bei der endgültigen Abstimmung der Medienausschussmitglieder zur Wahl gestanden haben. Auf die Frage, wie viele Interessenten es für das Direktorenamt gegeben habe, sagte sie, es seien „einige Bewerbungen“ eingegangen. Konkreter wollte sie sich auch hier nicht äußern.

Bert Lingnau hat von 1993 bis 1998 Geschichte und Germanistik in Greifswald studiert. Anschließend absolvierte er ein Volontariat beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) und arbeitete danach als freier Kulturjournalist vor allem für die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt und deren Landesprogramm NDR 1 Radio Mecklenburg-Vorpommern. 2009 wurde Lingnau dann fest angestellter Mitarbeiter der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern. Lingnau hat im Jahr 2010 das Buch „‘Da muss man Leute totmachen’: Historische Kriminalfälle“ veröffentlicht. Darin geht es um Fälle aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Die Täter stammen entweder aus dem heutigen Mecklenburg-Vorpommern oder haben ihre Straftaten hauptsächlich dort verübt.

Uwe Hornauer, geb. am 31.12.1953 in Schenefeld (Schleswig-Holstein), hat Evangelische Theologie, Germanistik und Sozialwissenschaften in Tübingen studiert. Sein Studium schloss er mit der Promotion im Fach Sozialwissenschaften mit einer Arbeit über die Rolle von Humor und Theater in der politischen Bildungsarbeit in den 1920er Jahren ab. Anschließend arbeitete er als Print- und Rundfunkjournalist, unter anderem für die „Stuttgarter Zeitung“ und die „Frankfurter Rundschau“ sowie den NDR, den Hessischen Rundfunk (HR) und Radio Bremen. 1988 wurde Hornauer dann persönlicher Referent des Nürnberger Oberbürgermeisters. Von 1990 bis 1996 leitete er das Amt für Internationale Beziehungen der Stadt Nürnberg. Im August 1996 übernahm Hornauer die Leitung des Bezirksamts Hamburg-Altona, die er bis August 2002 innehatte. Im März 2004 wurde er dann Direktor der Medienanstalt in Schwerin.

09.08.2015 – MK

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