Land NRW kooperiert mit Global Media Forum der Deutschen Welle

03.12.2018 •

05.12.2018 • Das Land Nordrhein-Westfalen wird sich künftig verstärkt beim Global Media Forum der Deutschen Welle (DW) engagieren. Den im Jahr 2008 gestarteten und in Bonn ausgerichteten Medienkongress der Auslandsrundfunkanstalt will die NRW-Landesregierung von CDU und FDP ab 2019 mit 600.000 Euro pro Jahr fördern. Das Land und die Deutsche Welle hätten sich zum Ziel gesetzt, „das Global Media Forum zu einem festen Treffpunkt der deutschen und internationalen Medienbranche zu profilieren“, erklärte am 20. November der nordrhein-westfälische Staatskanzleichef und Staatssekretär Nathanael Liminski (CDU), der operativ die Medienpolitik des Landes verantwortet. Schritt für Schritt wolle man das Global Media Forum weiterentwickeln. Die diesjährige Veranstaltung, bei der rund 2000 Teilnehmer aus 140 Ländern dabei waren, hatte das Land NRW bereits mit einem kleineren Betrag finanziell unterstützt.

Die Kooperation des Landes mit der Deutschen Welle beim Global Media Forum geht darauf zurück, dass die CDU/FDP-Landesregierung beschloss, das Medienforum NRW einzustellen, wie die MK bereits berichtet hatte (vgl. diese Meldung). Liminski bestätigte nun: „Es wird kein Medienforum NRW alter Prägung mehr als einzelnen Kongress geben. Dieses Veranstaltungsformat hat sich überlebt und ist in der Branche nicht mehr gefragt.“ Diese Entscheidung sei auch angesichts „intensiver Beratungen“ im ‘Beirat Medien-Digital-Land NRW’ getroffen worden. Dieser Beirat, dem 35 Branchenvertreter angehören, war von Liminski im Juni 2018 eingerichtet worden.

Liminskis ambitioniertes Ziel

Nachdem CDU und FDP Ende Juni 2017 von SPD und Grünen die Regierungsgeschäfte in Nordrhein-Westfalen übernommen hatten, entschied die neue Koalition unter Führung von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zunächst, im Jahr 2018 kein Medienforum NRW auszurichten. Stattdessen wurde der Kontakt zur Branche gesucht, um herauszufinden, wie ein neues Medienforum konzipiert sein müsste. Der 1989 ins Leben gerufene Branchenkongress fand zuletzt im Mai 2017 zu Zeiten der Vorgängerregierung von SPD und Grünen nur noch als eintägige Veranstaltung im Rahmen der Anga.com statt, der in Köln vom Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber (Anga) veranstalteten Fachmesse für Breitband. Bereits in den Jahren zuvor war das Medienforum NRW, das sich zu seinen Hochzeiten über drei bis vier Tage erstreckte, stetig geschrumpft. Die nun von Liminski angekündigte finanzielle Förderung des Global Media Forums mit 600.000 Euro ab 2019 entspricht in etwa dem Betrag, den das Land Nordrhein-Westfalen unter Rot-Grün zuletzt für das Medienforum in den einzelnen Jahren jeweils bereitgestellt hatte.

Deutsche-Welle-Intendant Peter Limbourg erklärte am 20. November, das Global Media Forum biete Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit, „sich einem globalen Publikum als innovativer Medien- und Digitalstandort zu präsentieren“. Man erhoffe sich, dass Nordrhein-Westfalen die bestehenden Netzwerke etwa in den Bereichen Medien, Wirtschaft und Bildung einbringen werde. Dadurch ließen sich die internationalen Kontakte des Auslandssenders mit deutschen Medienschaffenden und Entscheidungsträgern vernetzen, so Limbourg.

Nathanael Liminski gab ein sehr ambitioniertes Ziel aus: „Wir wollen, dass das Global Media Forum in Bonn für die Medienpolitik das wird, was die Münchner Sicherheitskonferenz für die Sicherheitspolitik weltweit ist, nämlich der Treffpunkt für die entscheidenden Akteure, um die Fragen und Herausforderungen der Zukunft zu besprechen.“ Damit legt der 33-jährige Staatskanzleichef die Messlatte ziemlich hoch. Es bleibt abzuwarten, ob in den kommenden Jahren etwa Top-Entscheider internationaler Medienkonzerne, vor allem aus den USA, zum Global Media Forum nach Bonn kommen werden und der Kongress auch medial und publizistisch auf internationaler Ebene entsprechend wahrgenommen wird, wie dies bei der Münchner Sicherheitskonferenz der Fall ist.

Geplantes Kongressbudget: 1,7 Mio Euro

Im nächsten Jahr findet das Global Media Forum am 27. und 28. Mai unter dem Motto „Shifting Powers“ statt. Der Kongress dauert damit nur noch zwei und nicht mehr wie bisher drei Tage. Durch die finanzielle Beteiligung des Landes Nordrhein-Westfalen plant die Deutsche Welle mit einem Gesamtbudget von rund 1,7 Mio Euro für das Global Media Forum 2019; auf zirka 1,2 Mio Euro belief sich der Etat im Jahr 2018. Hauptfinanzier des Kongresses war bisher das Auswärtige Amt, dessen finanzielle Unterstützung sich 2019 ebenfalls auf 600.000 Euro belaufen soll – und in der Höhe damit dem Betrag entspricht, den auch das Land NRW vorgesehen hat. Die übrigen 500.000 Euro des für 2019 kalkulierten Budgets sollen durch die Deutsche Welle, das Bundesentwicklungshilfeministerium, die ‘Stiftung Internationale Begegnung der Sparkasse in Bonn’ (die Mitveranstalter des Global Media Forums ist) sowie durch Sponsoring-Einnahmen und Teilnehmergebühren aufgebracht werden.

Das Global Media Forum spielt für Nathanael Liminski nun die Schlüsselrolle, wenn es um die vom Land Nordrhein-Westfalen ausgerichteten Veranstaltungen im Medienbereich geht. Insgesamt wolle man mit „einem breit gefächerten Angebot von etablierten und auch neuen Formaten“ dafür sorgen, dass es „für jede Zielgruppe fokussierte Angebote und Raum für Debatten zu allen Fragen gibt, die die Branche bewegen“, so der Staatskanzleichef. Er sprach diesbezüglich von einem „ganzjährig ausgelegten Veranstaltungskonzept“ und fügte im schönsten Werbesprech hinzu: „Medienforum NRW ist in Zukunft das ganze Jahr.“

Im Kultur- und Medienausschuss des NRW-Landtags in Düsseldorf beschlossen die Regierungsfraktionen von CDU und FDP zuletzt, innerhalb des Medienetats für 2019 unter anderem den Budgetposten zur Förderung von Medienveranstaltungen um 500.000 Euro zu erhöhen. Davon wird nicht nur das Global Media Forum profitieren, sondern etwa auch der Gamescom-Kongress und der Deutsche Entwicklerpreis. Hatten die medienpolitischen Sprecher der Regierungsfraktionen, Andrea Stullich (CDU) und Thomas Nückel (FDP), dabei bereits von „einer Perlenkette attraktiver Medienveranstaltungen“ gesprochen, übernahm Liminski nun diesen Begriff. Man wolle, erklärte der Staatskanzleichef, „die Perlenkette an erfolgreichen Veranstaltungen und Formaten des Medien-Digital-Landes polieren und profilieren“. Geplant sei, künftig auch eine separate Veranstaltung für Spitzenvertreter der Medienbranche auszurichten, so Liminski.

03.12.2018 – vn/MK

Print-Ausgabe 1-2/2019

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