Karola Wille bleibt bis zum Jahr 2023 MDR-Intendantin

Karola Wille ist als Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) für eine zweite sechs­jährige Amtsperiode bestätigt worden. Der Rundfunkrat des Senders wählte in seiner Sitzung am 5. Dezember in Leipzig Wille als Intendantin wieder, so wie es im Vorfeld erwartet worden war. Die promovierte Juristin erhielt in dem 43-köpfigen Gremium dem Vernehmen nach 31 Ja-Stimmen; drei Mitglieder votierten gegen eine Wiederwahl. An der Sitzung und somit auch an der Wahl der Intendantin nahmen neun Mitglieder nicht teil. Mit den 31 Ja-Stimmen erreichte Wille das geforderte Quorum einer Zwei-Drittel-Mehrheit der anwesenden Mitglieder, das bei 23 Stimmen lag. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.

Seit dem 1. November 2011 steht Karola Wille an der Spitze des MDR, der ARD-Landesrundfunkanstalt für die drei Länder Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Für den MDR arbeitet sie seit November 1991. Zunächst war sie erste Referentin in der Juristischen Direktion, im Jahr 1993 wurde sie dann Stellvertreterin des Juristischen Direktors. Am 1. November 1996 übernahm Wille die Leitung der Direktion. 2003 wurde sie zusätzlich Stellvertreterin des damaligen MDR-Intendanten Udo Reiter. Seit Januar dieses Jahres ist Karola Wille neben ihrer Funktion als MDR-Intendantin auch ARD-Vorsitzende. Ihre aktuelle Amtsperiode als MDR-Intendantin läuft noch bis zum 31. Oktober kommenden Jahres. Ihre zweite Amtsperiode beginnt dann ab November 2017 und läuft bis Ende Oktober 2023.

Modernisierung des Programms

Das Amt der MDR-Intendantin übernahm Karola Wille im November 2011, nachdem ein Jahr zuvor die Betrugsaffäre beim Kinderkanal (Kika) bekannt geworden war und der MDR, der für den Kika zuständig ist, mitten in der Aufarbeitung des Skandals steckte. Wille wurde damals zur neuen Senderchefin gewählt, nachdem einige Wochen zuvor Bernd Hilder, der damalige Chefredakteur der „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ), bei der Intendantenwahl krachend durchgefallen war. Im Rundfunkrat stimmten damals zwei Drittel der Mitglieder gegen Hilder (vgl. FK-Hefte Nr. 38/11 und 43/11).

Für die Wahl am 5. Dezember war Intendantin Wille Ende Oktober 2016 vom MDR-Verwaltungsrat erwartungsgemäß als einzige Kandidatin nominiert worden (vgl. MK-Meldung). Das siebenköpfige Gremium traf seine Entscheidung, die Amtsinhaberin zur Wiederwahl vorzuschlagen, dabei einstimmig. Laut dem MDR-Staatsvertrag schlägt der Verwaltungsrat dem Rundfunkrat eine Person zur Wahl für die Intendanz vor. Um in das Amt gewählt zu werden, ist dann im Rundfunkrat die erwähnte Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich.

Der MDR-Rundfunkratsvorsitzende Steffen Flath verwies anlässlich der Wiederwahl von Karola Wille darauf, dass sie die Führung des Senders in schwierigen Zeiten übernommen habe. Die Intendantin habe „den Mitteldeutschen Rundfunk schnell wieder zu einem wichtigen und angesehenen Teil der ARD gemacht“. Dazu habe sie, so Flath, „mit großem Erfolg eine Modernisierung des Programms angestoßen und dabei immer darauf geachtet, dass der MDR seinem Publikum auf Augenhöhe begegnet und nah bei den Menschen in der Region ist“. Im Jahr 2015 hat der MDR eine Strukturreform eingeleitet, durch die die Rundfunkanstalt zu einem „integrierten trimedialen Multimediahaus“ (Fernsehen, Hörfunk, Internet) umgebaut werden soll. Anfang November 2016 gab der MDR die Ausrichtung seiner Direktionen auf die Bereiche Hörfunk und Fernsehen auf.

Umbau zum trimedialen Medienhaus

Die MDR-Verwaltungsratsvorsitzende Birgit Diezel verwies nach der Wiederwahl Willes noch einmal auf die Leistungen der Intendantin in den vergangenen Jahren. Karola Wille habe, so Diezel, insbesondere den Umbau des MDR zu einem modernen trimedialen Medienhaus maßgeblich gestaltet und somit den MDR zukunftsfähig aufgestellt. Ferner habe sie beim Mitteldeutschen Rundfunk ein modernes Compliance-System eingeführt und eine solide Finanzierung des MDR mit einer entsprechenden Budgetkontrolle gewährleistet. Darüber hinaus habe Wille „in kürzester Zeit auch im ARD-Vorsitz des MDR starke Akzente gesetzt“, erklärte die Verwaltungsratsvorsitzende.

Wille sieht in ihrer Wiederwahl als Intendantin eine Bestätigung für ihren Reformkurs der ersten Amtszeit: „Der Mitteldeutsche Rundfunk ist für unsere Gesellschaft und unsere Demokratie wichtiger denn je. Unser Anspruch ist es, für alle Bürgerinnen und Bürger in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen der relevante, verlässliche und glaubwürdige Qualitätsanbieter im Radio, Fernsehen und im Netz zu sein“, erklärte Wille: „Dazu müssen wir die Menschen in ihren Lebenswelten erreichen, ihre Lebenswirklichkeit differenziert widerspiegeln, sie wahrheitsgemäß informieren, Hintergründe erklären und einordnen.“

08.12.2016 – MK

Print-Ausgabe 23/2018

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