Sandra Winterberg Leiterin des Mediennetzwerks NRW

08.12.2017 • Die Juristin Sandra Winterberg ist neue Geschäftsführerin der in Düsseldorf ansässigen Mediencluster NRW GmbH. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Film- und Medienstiftung NRW, die ebenfalls in Düsseldorf ihren Sitz hat. Die Mediencluster NRW GmbH betreibt seit Jahresanfang 2017 das zu diesem Zeitpunkt neu gegründete Mediennetzwerk NRW. Dessen Aufgabe ist es unter anderem, im In- und Ausland für den Medienstandort Nordrhein-Westfalen zu werben, Branchenakteure miteinander zu vernetzen und NRW-Medienunternehmen dabei zu unterstützen, die Chancen des digitalen Wandels zu nutzen (vgl. MK-Meldung).

Leiterin des Mediennetzwerks ist nun ebenfalls Sandra Winterberg. Beide Positionen – die Geschäftsführung der Mediencluster NRW GmbH und die Leitung des Mediennetzwerks – hat sie am 1. Dezember übernommen. Winterberg war zuvor ab 2009 in der Berliner Senatskanzlei stellvertretende Leiterin des Referats ‘Film, Medienpolitik und Netzpolitik’. Ihre beiden neuen Positionen übernahm sie nun von Jan Lingemann, der seit April 2016 Geschäftsführer der Mediencluster NRW GmbH war und dann Anfang Januar 2017 zusätzlich auch die Leitung des neu geschaffenen Mediennetzwerks übernommen hatte.

20 Bewerbungen für die Stelle

Etwa zeitgleich mit dem Start des Mediennetzwerks NRW Anfang 2017 waren dessen Leitungsposition und die Geschäftsführerstelle der Mediencluster NRW GmbH von der Filmstiftung öffentlich ausgeschrieben worden (Bewerbungsende: 15. Mai 2017). Die Ausschreibung sei auf Wunsch der Landesregierung geschehen, hieß es seinerzeit; zu dem Zeitpunkt regierten in NRW noch die SPD und die Grünen. Ursprünglich sollte dann eine Person ausgewählt werden, die zum 1. Juli 2017 beide Positionen übernimmt. Dazu kam es allerdings nicht, was letztlich auf den Regierungswechsel in Nordrhein-Westfalen zurückzuführen sein dürfte. Im Mai wurde die rot-grüne Regierungskoalition bei der Landtagswahl abgewählt, Ende Juni nahm dann die neue, von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) geführte Landesregierung von CDU und FDP ihre Arbeit auf.

Auf die Ausschreibung der beiden Stellen habe die Filmstiftung, wie deren Sprecherin Tanja Güß auf MK-Nachfrage erklärte, insgesamt 20 Bewerbungen erhalten, darunter die von Sandra Winterberg und weiteren sechs Frauen. Die Entscheidung, Winterberg zur neuen Geschäftsführerin der Mediencluster NRW GmbH und zur Leiterin des Mediennetzwerks NRW zu berufen, sei „im Einvernehmen mit dem Land“ erfolgt, teilte die Pressestelle der CDU/FDP-Landesregierung gegenüber der MK mit. Sandra Winterberg arbeitete, bevor sie 2009 in die Berliner Senatskanzlei wechselte, von 1998 bis 2008 als ‘Head of Legal and Business Affairs’ bei der in Köln ansässigen TV-Produktionsfirma Brainpool. Während dieser Zeit war die Volljuristin parallel auch als Rechtsanwältin tätig (Kanzlei Winterberg).

Sandra Winterberg sollte im Jahr 2015 eigentlich zur neuen Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) gewählt werden. Das Besetzungsverfahren wurde damals jedoch wegen eines nicht näher benannten Verfahrensfehlers gestoppt und neu gestartet. Im Rahmen des zweiten Verfahrens zur Besetzung der MABB-Leitungsposition wurde dann im Dezember 2015 Anja Zimmer zur Direktorin der Medienanstalt gewählt (vgl. MK-Meldung). Zimmer war zu diesem Zeitpunkt Geschäftsführerin des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) Nordrhein-Westfalen.

Budget: Bis zu 1,4 Mio Euro pro Jahr

Das Mediennetzwerk NRW, dessen Leitung Sandra Winterberg nun übernommen hat, wird jeweils zur Hälfte durch das Land Nordrhein-Westfalen und aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert. Bis zu 1,4 Mio Euro stehen dem Mediennetzwerk pro Jahr zur Verfügung. Im Zeitraum von 2017 bis 2019 sind es insgesamt maximal 4,2 Mio Euro, die aus dem NRW-Haushalt und aus EU-Mitteln bereitgestellt werden können. Auch die neue CDU/FDP-Landesregierung wolle die Finanzierung des Netzwerks fortführen, erklärte eine Regierungssprecherin auf MK-Nachfrage.

Im November 2016 hatte das damals noch rot-grün regierte Land Nordrhein-Westfalen die Mediencluster NRW GmbH damit betraut, das Mediennetzwerk NRW ab dem 1. Januar 2017 für zunächst drei Jahre zu betreiben (bis zum 31. Dezember 2019). Laut den vertraglichen Modalitäten, die damals von der Staatskanzlei im Internet veröffentlicht worden waren, verlängert sich der Vertrag einmalig um weitere drei Jahre (bis Ende 2022), sofern das Land auch über 2019 hinaus aus seinem Haushalt Gelder für das Mediennetzwerk bereitstellt. Ob die CDU/FDP-Koalition das Mediennetzwerk auch über das Jahr 2019 hinaus unterstützen wird, ist noch offen: „Hierzu kann die Landesregierung zum derzeitigen Zeitpunkt keine Aussagen treffen“, erklärte die Regierungssprecherin gegenüber der MK und fügte hinzu, das Mediennetzwerk NRW habe „sich im ersten Jahr des Bestehens vollauf bewährt“. Die Einrichtung habe eine wichtige Schnittstellenfunktion am Medienstandort NRW eingenommen, so die Sprecherin.

08.12.2017 – vn/MK

Print-Ausgabe 12/2018

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