Die Broadcast‑Networks als Nachzügler

Ein kritischer Blick auf die Serien‑Saison 2017/18 im US‑amerikanischen Fernsehen

Von Franz Everschor

11.12.2017 • Im US-Fernsehen hat die Serien-Saison 2017/18 mit einem warnenden Schuss vor den Bug der Broadcast-Networks begonnen. Am häufigsten gesehen und am meisten diskutiert wurde eine Serie, die gar nicht neu ist, sondern die sich schon seit einem Jahr im Programm von NBC befindet: „This Is Us“ (in Deutschland seit Mai 2017 bei Pro Sieben zu sehen). Die melodramatische Familiengeschichte dieser Serie macht da weiter, wo sie im Frühjahr aufgehört hatte. Und das gilt nicht nur für die Story, sondern auch für die Einschaltquoten. Mit regelmäßig über 10 Mio Zuschauern stellte sie zum Saisonauftakt 2017/18 fast alles in den Schatten, was sich die Networks ABC, CBS, NBC, Fox und CW für die kommenden Monate ausgedacht haben.

Nicht genug damit: Die Quoten der neuen Serien bei diesen Networks sanken in der ersten, stets mit gesteigerter Aufmerksamkeit beobachteten Saisonwoche im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres um insgesamt 11 Prozent. Noch signifikanter: Trotz all ihrer Bemühungen, vor allem junges Publikum bei der Stange zu halten, sackten auch der Marktanteil für die Serien bei den 18- bis 49-Jährigen von 36 Prozent in der Startwoche der TV-Saison 2011/12 kontinuierlich Jahr für Jahr bis auf diesmal 25,5 Prozent ab. Die Networks trösten sich damit, dass sie trotz ihrer schlechteren Quoten nach wie vor eine Menge Geld durch die Werbeschaltungen verdienen. Für die Saison 2017/18 sind es bisher 9,1 Mrd Dollar, vier Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des vorigen Jahres. Aber wenn die Publikumsquote noch mehr einbrechen sollte, können die Sender nur auf ein Wunder hoffen. Im Zeitalter des Videostreamings und des Smartphones werden Wunder allerdings für die in ihrem konventionellen Programmdenken festgefahrenen Broadcast-Networks immer seltener.

Festgefahrenes Programmdenken

Der geringe Enthusiasmus von Publikum und Kritik muss für die Broadcast-Networks eine herbe Enttäuschung gewesen sein – auch wenn sie es nicht zugeben. Mehr als in früheren Jahren haben sie sich angestrengt, vom Kino abgeschaute Moden und Trends zu integrieren. Das zeigt sich nicht nur auf dem Sektor der Unterhaltungssendungen, sondern besonders deutlich bei den Serien. Trotz all ihrer Bemühungen fällt es den Networks jedoch schwer, „out of the box“ zu denken und die entliehenen Konzepte mutig zu etwas Frischem, etwas Aufregendem weiterzuentwickeln. Gleich mehrere Serien beschäftigen sich mit dem Thema der Kriegseinsätze amerikanischer Truppen im Mittleren Osten, mit der Verantwortung der US-Regierung für die Folgen dieser Einsätze und mit den gesundheitlichen Nachwirkungen auf die Soldaten.

All diese Serien bedienen sich der Einsätze von Spezialeinheiten, des rigorosen Trainings und der erzielten Erfolge bei Operationen in Afghanistan, Syrien und im Irak, die seit der Tötung von Osama Bin Laden immer wieder die Aufmerksamkeit der Welt auf sich gelenkt haben. In „The Brave“ (NBC) ist es eine Spezialeinheit der Defense Intelligence Agency, in „SEAL Team“ (CBS) eine Elitegruppe der Navy Seals und in „Valor“ (CW) eine Helikoptereinheit der US Army. Die aufgegriffenen Fälle variieren reale Einsatzkommandos, stellen damit immer wieder den Bezug zur Gegenwart her, unterscheiden sich aber sowohl in der Machart wie in der (oft spekulativen) Darstellung privater Beziehungen der Hauptfiguren.

Das Sujet war in jüngster Zeit häufig Gegenstand diverser, überwiegend erfolgreicher Kinofilme, deren Palette von „Zero Dark Thirty“ bis „American Sniper“ reicht. Wie so oft kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Produzenten der Fernsehserien sich bloß an die hohe Breitenwirkung der Kinofilme ranhängen wollen, um davon zu profitieren, solange das Sujet noch heiß ist. Es zeigt sich aber, dass die Resonanz schwach ausfällt, weil die Produktionen der Networks weder inhaltlich noch formal einen Vorstoß in bisher unbeackertes Land machen, sich vor allem nicht an eine wirklich tiefer lotende Hinterfragung kontrovers diskutierter politischer Problematiken herantrauen. Die Kabelfernsehnetworks sind da längst weiter.

Ein zweiter Themenkomplex, der gleich zu mehreren der neuen Serien geführt hat und der ebenso vom Schielen auf erfolgreiche Kinofilme der letzten Jahre beherrscht ist, sind Fantasy- und Comic-Produktionen. Es war wohl unvermeidbar, dass die nicht enden wollende Flut von Verfilmungen der Marvel- und DC-Comics, die in den Kinos Milliarden einspielen, auch auf das Fernsehen übergreifen würde (vgl. diese MK-Meldung). Die ABC-Serie „Marvel’s Inhumans“ lehnt sich an Heldenfiguren aus dem Marvel Cinematic Universe an und versucht nach Kräften, den Stil der Kino-Vorgänger zu kopieren, was allerdings – schon wegen des geringeren Budgets – nur in Maßen gelingt.

Abwanderung des Publikums

Während das Publikum nach wie vor in Scharen in die Kinos strömt, um die neuesten Comic-Verfilmungen zu sehen, zeigt es an den TV-Varianten nur wenig Interesse. Auch die Serie „The Gifted“ (Fox) des Marvel-Spezialisten Bryan Singer („X-Men“) hat darunter zu leiden. Dabei hat Singer versucht, den Fantasy-Plot dadurch fernsehverträglicher zu machen, dass er eine Familie in den Mittelpunkt der Ereignisse stellt. Zu einer verblüffenden Diskrepanz zwischen Publikum und Kritik ist es bei „The Orville“ (Fox) gekommen, einer faden „Star-Trek“-Parodie, die von den Kritikern samt und sonders verrissen wurde, von der Mehrzahl des Publikums hingegen geliebt wird. „The Orville“ ist die Serie mit dem geringsten Anspruch – aber gerade damit sichert sich Fox immer wieder höhere Quoten als die Konkurrenz.

All das spielt sich vor dem Hintergrund einer sich rasant fortentwickelnden Medienwelt ab, in der alte Strukturen eingerissen und neue errichtet werden. Ein Ende dieses Prozesses ist nicht in Sicht und die Broadcast-Networks, die vorerst immer noch die meisten Zuschauer haben, müssen sich Sorgen machen, dass die Abwanderung des Publikums von ihrem Angebot weiter zunehmen wird. An den Themen, die sich die Networks für die TV-Saison 2017/18 gewählt haben, lässt sich ablesen, dass sie sich Mühe geben, weiter mitzuhalten. Aber indem sie sich an Rezepte klammern, die anderswo – vor allem im Kabelfernsehen und beim Videostreaming – längst erfolgreich bedient werden, sind die Networks, die einst die Vorreiter waren, in die Position der Nachzügler geraten.

Wenn der Streaming-Anbieter Hulu in diesem Jahr den Emmy Award für die beste dramatische Serie kassieren konnte und der Pay-TV-Sender HBO bei derselben Preisverleihung mit 29 Emmys wieder einmal an der Spitze der Wettbewerber stand (vgl. MK-Meldung), dann zeugt das davon, dass Videostreaming und Kabelfernsehen trotz forcierter Bemühungen der alteingesessenen Konkurrenz nicht mehr aus dem Feld zu schlagen sind. Wenn sich dann auch noch die Einschaltquoten von ABC, CBS, NBC und Fox spätestens seit der Saison 2011/12 im freien Fall befinden und das Durchschnittsalter von deren Zuschauern inzwischen – je nach Sender – zwischen 50 und 60 Jahren liegt, dann besteht für die Networks eigentlich wenig Hoffnung, dass ein Festklammern an überalterte Erfolgsrezepte die kranken Patienten dauerhaft heilen könnte.

„Ein Monster, das Hollywood auffrisst“

Jüngste Zahlen bestätigen den Wandel, der sich im amerikanischen Fernsehgeschäft vollzieht und der den Boden unter den traditionellen TV-Networks erschüttert. Doch neuerdings sieht es auch für die Kabel- und Pay-TV-Sender finster aus. Bis zum Ende dieses Jahres, so berichtete unlängst das US-Branchenblatt „Variety“, werden aller Wahrscheinlichkeit nach 22,2 Mio Zuschauer ihre Kabel- und Satelliten-TV-Verträge gekündigt haben – 33 Prozent mehr als im vorigen Jahr. Bis zum Jahr 2021 sollen es 81 Mio Amerikaner sein, das heißt knapp ein Drittel aller Erwachsenen, die dann kein klassisches Pay-TV mehr abonniert haben werden. Die weiter wachsenden Internet-TV-Dienste – die ebenfalls kostenpflichtig (aber preisgünstiger) sind – können einen Teil dieser Abwanderer auffangen, aber die Networks müssen sich beeilen, wenn sie von dem Kuchen etwas abbekommen wollen. Erste Initiativen, zum Beispiel von CBS und Disney/ABC, hinken bisher der mächtigen Konkurrenz von Viacom, A&E und anderen hinterher. Damit nicht genug: Traditionelles Fernsehen verliert auch immer deutlicher an Attraktivität. In diesem Jahr wird die durchschnittliche Zeit, die ein erwachsener Amerikaner vor dem häuslichen Bildschirm verbringt, zum ersten Mal auf unter vier Stunden pro Tag sinken.

Das nun führt uns zu Netflix (wobei Netflix hier als Beispiel auch für ähnliche Streaming-Dienste wie Amazon und Hulu stehen soll). Allein im dritten Quartal 2017 legte der Streaming-Gigant Netflix in den USA um 850.000 neue Abonnenten zu, im Ausland um 4,45 Mio. Bis zu 8 Mrd Dollar will das Unternehmen im kommenden Jahr in die Herstellung von Eigenproduktionen stecken. Dazu sollen 80 Spielfilme gehören, von denen viele gleichzeitig im Kino und via Streaming erscheinen werden. Wer bisher noch daran gezweifelt hat, dass Netflix auch für die Broadcast-Networks zu einer fulminanten Konkurrenz werden könnte, muss eilig mit dem Umdenken beginnen.

In den späten 1970er Jahren versammelte die CBS-Serie „One Day at a Time“, eine Sitcom um eine alleinstehende Mutter mit zwei Töchtern, jede Woche noch bis zu 23 Mio Zuschauer vor den Bildschirmen – Quoten, von denen bei den Networks heute keiner mehr träumen kann. Netflix gibt zwar keine Zuschauerzahlen bekannt, aber der (inzwischen aufgelöste) Marktforschungsdienst VideoPuls schätzte Anfang dieses Jahres, dass sich die Zahlen für vergleichbare Programme bei Netflix, zum Beispiel für die Sitcom „Full House“, inzwischen in derselben Größenordnung bewegen. Das amerikanische Publikum ist begeistert von Netflix.

Die gefürchteten Fünf

Wirtschaftsanalysten und Kritiker finden hingegen oft weniger beifällige Worte für das Unternehmen. So nannte das „Wall Street Journal“ den Streaming-Anbieter unlängst „ein Monster, das Hollywood auffrisst“ und bezog sich damit auf eine Entwicklung, hinsichtlich der die Befürchtung geäußert wird, dass die Videostreaming-Dienste traditionellen Film- und Fernsehproduzenten in großem Stil kreatives Potenzial wegnehmen würden. Damit ist nicht nur die Riege der Autoren, Regisseure und Schauspieler gemeint, die schon seit einiger Zeit keine Scheu mehr empfinden, ins Streaming-Geschäft überzuwechseln, sondern auch jedes künstlerische und technische Personal. Zu spät ziehen nun große Hollywood-Studios wie die Walt Disney Company die Bremse an, um die Zahl ihrer Lizenzverträge mit Netflix, die das Konkurrenzunternehmen in seinem rapiden Wachstum beflügelt haben, zu reduzieren (vgl. MK-Meldung). Der Aufschwung des Videostreamings, das die DVD fast schon vom amerikanischen Markt vertrieben hat, ist nicht mehr aufzuhalten. Obwohl derzeit noch 70 Prozent des Netflix-Angebots aus lizenzierten Produkten besteht, gibt es kaum noch einen Analysten in den Vereinigten Staaten, der nicht davon überzeugt ist, dass sich das innerhalb weniger Jahre ändern wird.

Ob es nun vornehmlich Netflix und Konsorten sein werden, die in fernerer Zukunft die amerikanischen Unterhaltungs- und Informationsmedien beherrschen, ist allerdings keineswegs so eindeutig, wie es im Augenblick auszusehen scheint. Es wäre leichtfertig, die Rechnung ohne Apple, Amazon, Facebook, Microsoft und den Google-Mutterkonzern Alphabet zu machen. „Die gefürchteten Fünf“ nennt man sie inzwischen in den USA. Schon dieser Spitzname deutet an, was von ihnen erwartet wird. Sie alle haben in jüngster Zeit ihr Interesse an einer Beteiligung am weltweiten Kulturleben deutlich zu erkennen gegeben. Und wenn Unternehmen dieser Größenordnung Plattformen für die Distribution von Massenunterhaltung und Massenkultur errichten, wie es „die gefürchteten Fünf“ bereits getan haben und weiter tun werden, dann ist die Befürchtung einer zukünftigen Dominanz in diesem Bereich nicht von der Hand zu weisen.

Der Technologie-Kolumnist Farhad Manjoo, der die Entwicklung der „gefürchteten Fünf“ studiert hat und im Oktober in der „New York Times“ über seine Erkenntnisse berichtete, hält es immerhin für möglich, dass diese Unternehmen „noch nicht ganz verstehen, geschweige denn es beherrschen, wie technologische Macht in umfassende kulturelle Macht überführt werden kann“. Das heißt aber nicht, dass sie es nicht sehr bald lernen werden. Daran zu zweifeln, dass die Giganten des Digitalzeitalters alle Anstrengungen unternehmen werden, die kreativen kulturellen Prozesse zu beeinflussen und zu dirigieren, kommt eher einem Wunschtraum gleich – haben sie es in so vielen anderen Bereichen doch längst geschafft.

Kurzform-Videoserien

Einer, der schon in der Vergangenheit Entwicklungen auf dem Mediensektor treffsicher vorausgesagt hat, ist der Produzent und ehemalige Chairman des Walt Disney Studios, Jeffrey Katzenberg. Er befindet sich, wie schon so oft in seinem Leben, wieder einmal im Aufbruch, nachdem er sein Studio Dreamworks Animation an den Kabel- und Medienkonzern Comcast verkauft hat (vgl. MK-Meldung). Als Katzenberg im Juli dieses Jahres auf der vielleicht wichtigsten jährlichen Zusammenkunft der führenden Industriekapitäne der Branche in Sun Valley (Idaho) auftauchte, um Technologie-Chefs wie Tim Cook (Apple), Lowell McAdam (Verizon) und Susan Wojcicki (YouTube) von seiner neuesten Idee zu überzeugen, da waren alle wieder einmal überrascht. Denn Katzenberg präsentierte nichts Geringeres als die Kreation einer ganz neuen Form von Unterhaltung für die überall heißbegehrte junge Altersschicht der 18- bis 34-Jährigen: „Kurzform-Videoserie“ nennt er diese Schöpfung und es geht dabei um Dramaserien wie „Empire“ (Fox) und „Scandal“ (ABC) in Zehn-Minuten-Episoden (vgl. hierzu diese MK-Meldung). CBS-Chef Leslie Moonves ist nicht der Einzige, der Katzenbergs Idee eine große Erfolgschance zubilligt.

Mit der Verbreitung und dem Erfolg des Smartphones hat das Zeitalter der „short attention span“, der stark reduzierten Aufmerksamkeit, begonnen. Allein im ersten Quartal dieses Jahres sahen in den USA über 168 Mio Menschen kurze Videos auf ihren Smartphones. Gleichzeitig ist auf dem Buchmarkt ein Trend zu kürzeren Romankapiteln zu beobachten, etwa bei den Bestsellerautoren Dan Brown und James Patterson. Jeffrey Katzenberg sieht nun auch das Fernsehen der Zukunft als Plattform des Kurzform-Videos – spannende Geschichten in kleinen Kapiteln.

Alles sehr weit hergeholt? Die Fantasie eines Spinners? Durchaus nicht. Katzenberg ist nur dabei, die Realität zu beschleunigen. Schon vor einem halben Jahr kam der Telekommunikationskonzern AT&T mit der Vorstellung heraus, die HBO-Serie „Game of Thrones“ in 20-Minuten-Versionen zu vermarkten. Das französische Digital-Media-Studio Blackpills konzentriert sich ganz auf die Herstellung kurzer Videos, erweiterte seine Präsenz inzwischen auf die Vereinigten Staaten und gab grünes Licht für 50 kurzformatige Serien. Sogar der nun auch in den USA startende Vivendi-Ableger Studio plus experimentiert bereits mit ähnlichen Ideen. Kein Wunder, dass Jeffrey Katzenberg sein neues Unternehmen WndrCo (steht für: Wonder Company) genannt hat. Die fehlenden Vokale beim bisherigen Kurzwort „Wndr“ im Firmennamen wolle er sich für später aufbewahren, wenn alles auf Hochtouren laufe, sagte Katzenberg. Die Zukunft des Fernsehens ist eben voller Wunder und Wunderlichkeiten.

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Im Folgenden ein Überblick über neue dramatische Serien, die von den amerikanischen Broadcast-Networks in diesem Herbst gestartet wurden (von den Serien dürfte wie üblich in absehbarer Zeit der Großteil auch in deutschen Fernsehprogrammen laufen):

Marvel’s Inhumans (ABC)

Die ‘Marvel Comic Books’ haben dem Kino eines der erfolgreichsten Franchise-Geschäfte der Filmgeschichte geliefert. Das ‘Marvel Cinematic Universe’ auch dem Fernsehen dienstbar zu machen, spukt lange schon in den Köpfen der Rechteinhaber herum, musste mit einer Realisierung größeren Stils aber bis zu „Marvel’s Inhumans“ warten. Geschichte und Charaktere von „Inhumans“ tauchten schon in dem Kinofilm „Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.“ auf und sind deshalb zumindest einem Teil des Publikums bekannt. Ob dieses überwiegend junge Publikum dem Ganzen allerdings in das Medium seiner Väter und Großväter folgen würde, war schwer vorauszusehen. Die ersten Einschaltquoten für „Marvel’s Inhumans“ zeigen, dass die Folgebereitschaft wohl nicht wirklich besteht. Die amerikanischen Fernsehkritiker erwiesen sich zu einem großen Teil als wenig mit der Materie vertraut und erteilten der Serie eine Abfuhr. Dabei transponiert Autor und Regisseur Scott Buck viele der spezifischen Bestandteile des Marvel-Universums keineswegs ungeschickt auf den Bildschirm. Die für die US-Premiere zu einem Pilotfilm zusammengezogenen Episoden 1 und 2 der Serie reflektieren viel vom Stil und den Spezialeffekten der Kinofilme, notgedrungen – wegen des nicht so hohen Budgets – auf ein bescheideneres Maß reduziert. Zum Teil wurde sogar mit IMAX-Kameras gedreht (die Serie hatte im September einen vorgezogenen Start in amerikanischen IMAX-Kinos). Die Story von zwei rivalisierenden Brüdern auf der Mond-Kolonie der Inhumans ist allerdings schwach auf der Brust und die bombastische, aber wirkungsvolle Machart verliert erheblich an Perfektion, kaum dass sich Scott Buck nach dem Pilotfilm auf seinen Produzentenstuhl zurückgezogen und die Inszenierung der zweiten Garde überlassen hat.

The Good Doctor (ABC)

„The Good Doctor“ ist nach dem Abschied von „House“ (Fox) der allzu offensichtliche Versuch, unter dem Vorwand, einen mit außergewöhnlichen Kennzeichen behafteten Arzt in den Mittelpunkt zu stellen, dem Genre der Krankenhausserie eine Rückkehr auf den Bildschirm zu verschaffen. Dazu bedarf es heutzutage offenbar einer zentralen Figur, die sich von ‘normalen’ Ärzten deutlich unterscheidet, diesmal eines blutjungen autistischen Arztes, dem im Operationssaal und auch anderswo Dinge gelingen, die den arroganten Chefarzt gehörig gegen ihn aufbringen. Denkt man den autistischen Arzt für einen Augenblick aus der Serie weg, so bleibt von „The Good Doctor“ allerdings nichts anderes übrig als ein klischeehafter Abklatsch der zahllosen Krankenhausserien, die in den letzten zwanzig Jahren das Publikum immer wieder begeistert haben. Was allein die Serie interessant macht, ist die Person, die den „Good Doctor“ darstellt: Es ist der 25-jährige Engländer Freddie Highmore, der schon in der Thrillerserie „Bates Motel“ (A&E; in Deutschland beim Universal Channel und bei Vox zu sehen) als große Begabung auffiel. Beim amerikanischen Publikum hat sich „The Good Doctor“ inzwischen als einer der wenigen Erfolge der neuen TV-Saison bewährt. (In Deutschland gibt’s die Serie ab dem 2. Januar 2018 zunächst bei Sky zu sehen.)

Ten Days in the Valley (ABC)

Es hat sich zu einer Unsitte entwickelt, dass amerikanische Produzenten immer häufiger den Pilotfilm einer Serie von einem begabten, oft namhaften Regisseur inszenieren lassen, danach aber nur noch mittelmäßige (und wahrscheinlich billigere) Regisseure an der Serie arbeiten lassen. Die Folge davon sind fesselnde, neugierig machende Pilotfilme, denen nur noch enttäuschende Episoden folgen. So geschehen auch wieder bei „Ten Days in the Valley“, der Geschichte einer überbeschäftigten, geschiedenen Filmautorin (Kyra Sedgwick), deren fünfjährige Tochter nachts aus ihrem Haus entführt wird. Für den Pilotfilm wurde Carl Franklin engagiert, einer der interessantesten schwarzen Filmregisseure („One False Move“, „Teufel in Blau“), der in Hollywood in jüngster Zeit wenig Arbeit gefunden hat und deshalb oft ins Fernsehen ausgewichen ist. Der von Franklin inszenierte Pilotfilm ist ein Musterbeispiel dafür, wie man aus einer Klischee-Story einen aufregenden Film machen kann. Kyra Sedgwick ist in den folgenden Episoden nie wieder so gut wie in diesem Porträt einer völlig aus der Bahn geratenden intelligenten, aber kaum zu deutenden Frau, die mit dem Übermaß an Stress, der über sie hereinbricht, nicht fertigwerden kann. Darüber hinaus schafft die filmische Machart eine Atmosphäre der Verunsicherung, in der die Bild gewordene Nervosität geradezu auf den Zuschauer überspringt. All dieses Können verpufft in den weiteren Folgen, an denen Franklin nicht mehr beteiligt war, ins Leere und macht einer kommerziellen Kriminalgeschichte Platz, die den Ehrgeiz des Pilotfilms mit üblicher TV-Routine vertauscht.

Kevin (Probably) Saves the World (ABC)

„Touched by an Angel“ hieß eine Fernsehserie des Networks CBS, die in den 1990er Jahren Woche für Woche rund 20 Millionen Zuschauer vor den amerikanischen Bildschirmen versammelte (in Deutschland wurde die Serie unter dem Titel „Ein Hauch von Engel“ beim Privatsender RTL 2 erstausgestrahlt). Der Versuch, in „Kevin (Probably) Saves the World“ eine ähnliche, mit pseudoreligiösen Elementen durchsetzte Geschichte zu erzählen, hat für ABC nur noch zu rund 4 Mio Zuschauern im Durchschnitt geführt. Kevin, dessen Schwester sowie die Einwohner des kleinen texanischen Kaffs, in das Kevin nach einem Selbstmordversuch heimgekehrt ist, sind auf ihre (komische) Weise nicht viel absonderlicher als die Figuren in „Breaking Bad“ (AMC) oder anderen erfolgreichen Serien, die mit menschlichen Kuriositäten spielen. Ein Unterschied liegt allerdings darin, dass Kevin einer dieser absurden Gutmenschen ist, über den sich die Umwelt lustig macht, besonders wenn er mit einem Engel redet, den sonst niemand sehen kann. Jene Abgesandte Gottes behauptet, Kevin sei einer von 36 Auserwählten, die Gott dazu bestimmt habe, die Welt zu verbessern. Halluzination oder nicht – Jason Ritter spielt diesen Kevin wie einen späten Nachkommen des Grimassen schneidenden Jim Carrey – und die Serie laviert unentschieden zwischen scheinreligiösem Erbauungsstück und naiver Kleinstadtkomödie hin und her.

SEAL Team (CBS)

Sogenannte Procedurals, das heißt investigative Polizeiserien wie „NCIS“, die nicht das klassische Whodunit-Prinzip in den Mittelpunkt stellen, sondern die Methode, nach welcher der Täter ermittelt wird, sind schon seit geraumer Zeit eine Domäne des Broadcast-Networks CBS. In der Produktion „SEAL Team“ wird das Konzept nun auf eine Kriegsserie übertragen. Die mit modernstem technischen Gerät ausgestatteten Spezialeinheiten der Navy, die nicht von ungefähr den Todeskommandos einstiger Kriegsfilme gleichen, werden hier für das für Heroismus jeder Art anfällige amerikanische Publikum in heutige Kampfgebiete geschickt. „SEAL Team“ („SEAL“ steht als Abkürzung für „Sea“, „Air“, „Land“ und damit für die Einsatzbereiche der Spezialeinheiten) baut dabei auf der Machart von Spielfilmen wie „Zero Dark Thirty“ auf, vor allem auf deren Nüchternheit und Detailtreue, aber unverkennbar auch auf dem Heldenbild des Clint-Eastwood-Films „American Sniper“ (2014). Man muss der Serie zugutehalten, dass sie mit der Kompetenz der heimischen Kommandostellen manchmal durchaus kritisch umgeht und sich wenigstens ansatzweise bemüht, die psychischen Auswirkungen des Kriegsstresses nicht auszuklammern. Wie weit das über längere Zeit ‘unterhaltsam’ bleibt, hängt wohl vor allem von der individuellen Beschaffenheit des Zuschauers ab.

S.W.A.T. (CBS)

Nachdem CBS schon „Hawaii Five-0“ und „Mac Gyver“ wiederbelebt hat, folgt jetzt „S.W.A.T.“, eine Serie, deren Original Mitte der 1970er Jahre lief. Auch in den USA wissen nicht alle, was S.W.A.T. eigentlich heißt: Es steht als Abkürzung für „Special Weapons and Tactics“. Der Begriff bezeichnet eine Spezialeinheit, die immer dann zum Einsatz kommt, wenn es für die normale Polizei zu gefährlich wird. Kein Wunder, dass dann die Hölle los ist, wie man gleich in der ersten Szene des Pilotfilms zu sehen bekommt. Einige der Leute, die „S.W.A.T.“ gemacht haben, waren an den „Fast-and-Furious“-Filmen beteiligt. Auch das sieht man der Serie an. „S.W.A.T.“ passt sich ins Angebot dieser neuen Fernsehsaison nahtlos ein: Was in „SEAL Team“ (siehe oben) wie auch in „The Brave“ und „Valor“ (siehe zu diesen beiden Serien weiter unten) an der Front passiert, schaut auf den Straßen von Los Angeles nur wenig anders aus. Die Autoren von „S.W.A.T.“ versuchen, von der aufgebrachten Stimmung im Land zu profitieren, nachdem zuletzt mehrere Schwarze von weißen Polizisten erschossen worden sind. Doch von jeder Vertiefung des Themas wird abgesehen. So bleibt es dabei: Nur wer einen lauten Abend bei Schießereien und rasenden Autos verbringen will, liegt hier richtig.

Wisdom of the Crowd (CBS)

In „Person of Interest”, dieser – zumindest am Anfang – faszinierenden CBS-Krimiserie, war es ein überintelligenter Computer, der Recht und Gerechtigkeit auf die Sprünge half. In „Wisdom of the Crowd“ nimmt eine andere technologische Erfindung heutiger Zeit, das sogenannte Crowdsourcing, dessen Stelle ein. Ein Mark-Zuckerberg-Typ, dessen Tochter ermordet wurde, wirft all sein Geld in die Waagschale, um die von ihm entwickelte Technik der sekundenschnellen Massenbefragung via Social Media zur Ergreifung des Täters nutzbar zu machen (nach Meinung des Vaters der Getöteten sitzt nämlich ein Unschuldiger hinter Gittern). Die Vorstellung, dass Millionen von Augen und Ohren schneller zum Ziel führen können als die Arbeit der Polizei, hat sich zwar in der Realität am Beispiel des Terroranschlags beim Boston-Marathon schon 2013 als absurd erwiesen, dient dieser Serie aber als Alternative für die altbekannten Ermittlungsmethoden von Polizeiserien. Originell ist das bei „Wisdom of the Crowd“ allenfalls zwei oder vielleicht drei Episoden lang. Spätestens dann aber schleicht sich der gute alte George Orwell in die Erinnerung des Zuschauers und entlarvt die verblüffende Technologie als das, was sie in Wirklichkeit ist: unmoralisch und menschenfeindlich.

Law & Order True Crime: The Menendez Murders (NBC)

Auf den Fersen der Fernsehbiografie von O.J. Simpson kommen nun die Brüder Menendez auf den US-amerikanischen Bildschirm. Ihr Fall, der in den 1990er Jahren das ganze Land aufgeregt hat, muss sich allerdings den dramaturgischen Zwängen der populären Dick-Wolf-Serie „Law & Order“ unterordnen, was der Sache nicht immer bekommt. Die beiden Brüder Lyle und Erik Menendez waren angeklagt, ihre Eltern auf kaltblütige Weise erschossen zu haben, um an deren Millionen zu kommen. Die Verteidigung hingegen bemühte sich im Gerichtsprozess, eine lebenslange sexuelle und emotionale Tortur der Geschwister vor allem durch den Vater als Tatmotiv zu beweisen. Die besonders mit der wendigen Edie Falco („The Sopranos“) trefflich besetzte NBC-Serie leidet jedoch unter einer allzu schematischen Bauweise und der Einseitigkeit ihrer Perspektive. Der Fall wird nahezu ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der von Edie Falco gespielten Verteidigerin gesehen, die auch als Privatperson mit einer Sympathie erzeugenden Biografie versehen ist, während die Vertreter der Anklage als blutleere Karrieristen dargestellt werden. Dass hier dennoch Spannung aufkommt, obwohl die meisten Zuschauer (zumindest in den USA) den Ausgang des Verfahrens noch in Erinnerung haben, liegt mehr am Spiel der Darsteller als an der Machart der Serie.

The Brave (NBC)

Seit vor sechs Jahren die Serie „Homeland“ für den Pay-TV-Sender Showtime zu einem großen Erfolg bei Publikum und Kritik wurde, hat sich NBC darum bemüht, ein vergleichbares Konzept zu finden. Herausgekommen ist dabei jetzt die Serie „The Brave“, die erneut Amerikas Faszination für die Arbeit des Geheimdienstes CIA und die Einsätze von hochtrainierten Spezialeinheiten im Kampf gegen die Feinde der Nation bedient. Sekundenschnelle Einstellungen, rasche Schnitte und der heroische Gesichtsausdruck aller Beteiligten ersetzen Individualität und Originalität. Die Schauplätze wechseln von Syrien über die Ukraine nach Afghanistan und vermutlich weiter von Land zu Land, ohne dass sich die Plots unterscheiden würden. Spätestens bei der zweiten Episode bereits wird deutlich, dass hier bloß Routine am Werk ist, die nichts hinterfragt oder in politische Zusammenhänge einordnet.

The Gifted (Fox)

Marvel-Spezialist Bryan Singer hat den Pilotfilm inszeniert und dieser Serienauftakt kommt daher, wie ein auftrumpfendes Manifest für die Eroberung des Fernsehens durch die „X-Men“-Philosophie. Für viele Zuschauer dürfte es trotzdem noch weiterer Folgen bedürfen, um von der Fox-Serie „The Gifted“ („Die Begabten“) gefesselt zu werden. Im Mittelpunkt steht eine Familie, in der die beiden Kinder – Bruder und Schwester – die übermenschlichen Fähigkeiten von Mutanten besitzen (was ihnen selbst auch erst allmählich klar wird). Es wird reichlich Gebrauch gemacht von Telekinese und Teleportation, obwohl die technische Perfektion der Kinofilme in der Serie aus Kostengründen natürlich nicht erreichbar ist. Ob die Anhänger des Marvel-Universums Bryan Singer bei seinem neuen Projekt folgen werden, muss sich erst noch herausstellen. Ein anderes Publikum dürfte „The Gifted“ kaum anlocken, zumal es ja bei der Konkurrenz auch noch „Marvel’s Inhumans“ gibt (siehe oben).

The Orville (Fox)

„‘Star Trek’, das nächste Wiederkäuen“, so überschrieb die „New York Times“ ihre Kritik zu dieser neuen Fox-Serie, die sich selbstgewiss als „Comedy Drama“ definiert. In der Tat finden sich Ansätze zu einer (plumpen) Komödie in einigen Episoden. Doch was Autor, Regisseur und Hauptdarsteller Seth MacFarlane („Family Guy“, „American Dad“) als einen „Gegenpol zum Alptraum-Szenario der meisten heutigen Science-Fiction-Filme“ bezeichnet, ist letztlich nichts anderes als eine fade Mischung aus Camp und Ernst, Hommage und Satire. Die meisten Episoden rund um die Abenteuer des Forschungsraumschiffs „Orville“ bewegen sich inhaltlich und technisch auf so niedrigem Niveau, dass es nicht einmal zu einer „Star-Trek“-Parodie reicht. Einen Rekord schlägt die Serie allerdings: Die amerikanischen Kritiker ließen samt und sonders kein gutes Haar an „The Orville“ – während das Publikum die Serie fast ohne Ausnahme zu lieben scheint. Verblüffend: Charlize Theron und Liam Neeson treten als Gast-Stars auf.

Valor (CW)

Es war zu erwarten, dass „Valor“ anders aussehen würde als die Konkurrenz auf dem neuerlich entdeckten Markt für Kriegsserien. Das kleine Network CW konzentriert sich vornehmlich auf Ware für jugendliches Publikum und hat das in zurückliegenden Jahren mit ein paar aufreizenden Komödien („Jane the Virgin“, „Crazy Ex-Girlfriend“) erfolgreich verstanden. Auch in all dem Kriegsgewimmel von „Valor“ spielen deshalb Sex und Eifersucht eine große Rolle. „SEAL Team“ und „The Brave“, die beiden Konkurrenzserien (siehe jeweils weiter oben), wirken daneben fast schon wie Dokumentarproduktionen. Die Handlung von „Valor“ spielt unter den Soldaten einer Hubschrauber-Einheit, mit deren Einsatz im Mittleren Osten der Pilotfilm beginnt. Auch an der Heimatfront geht es heiß her. Nicht nur die posttraumatische Belastungsstörung spielt diesmal eine Rolle, sondern ebenso das in Wartestellung aufgeheizte Testosteron. Die Machart der Serie entspricht mehr der Bauweise von Soap Operas als der nüchternen Dramatik anderer Kriegsfilme und -serien. Glaubwürdigkeit – eine Kategorie, der bei CW sehr wenig Bedeutung beigemessen wird – bleibt hier weitgehend auf der Strecke.

Dynasty (CW)

„Ob man es mag oder nicht, wir leben in einem Zeitalter der Dynastien“, heißt es zu Beginn der Neuauflage von „Dynasty“. Dazu werden Bilder der Trumps, der Murdochs und der Kardashians gezeigt. Brauchen Soap Operas neuerdings eine Rechtfertigung für ihre Existenz? Oder will sich die neue CW-Serie damit den Anschein politischer Korrektheit geben? Die alte, in den 1980er Jahren für das Network ABC produzierte und unter dem Titel „Der Denver-Clan“ auch in Deutschland beim ZDF jahrelang mit großem Erfolg gezeigte Serie hatte das nicht nötig. Und „Dallas“ (CBS) hielt gleichzeitig bei der ARD fröhlich mit. Doch keine Sorge: Das neue „Dynasty“ bringt zumindest in seinen ersten Episoden keinen Ehrgeiz zu aktueller Politisierung auf. Die Saga der superreichen Familie Carrington spult sich in den­selben ausgetretenen Pfaden ab wie in der alten Serie. Zwar ist sie nun in Atlanta statt in Denver angesiedelt, aber Blake Carrington ist immer noch derselbe doppelzüngige autoritäre Patriarch, nur dass sein Sohn diesmal schwul sein darf und das Familiengeschäft nun auch mit Fracking zu tun hat. Man kann weder sagen, dass die neue Serie weniger publikumsattraktiv ist als die alte, noch lässt sich feststellen, dass sie schlechter gemacht ist. Seifenoper bleibt Seifenoper, auch wenn die großen Networks nichts mehr mit damit zu tun haben wollen und, was dieses Gerne angeht, dem kleinen Sender CW das Feld überlassen. Hinter verschlossenen Türen ist man sich bei ABC längst nicht mehr so sicher, ob es geschäftlich eine richtige Entscheidung war, die 1970 gestartete, jahrzehntelang laufende Seifenoper „All My Children“ 2011 aus dem Programm abgesetzt zu haben (vgl. hierzu FK-Hefte 17/11 und 39/11).

11.12.2017/MK
Neue ABC-Serie „Marvel’s Inhumans“: Guter Pilotfilm – dann folgte die Inszenierung der zweiten Garde
Neue ABC-Serie „The Good Doctor“: Einer der wenigen Erfolge der neuen Fernsehsaison in den USA
Neue CBS-Serie „SEAL Team“: Navy-Einheiten werden für das für Heroismus jeder Art anfällige US-Publikum in heutige Kampfgebiete geschickt
Neuauflage einer alten Serie: „Dynasty“ beim kleinen Network CW (in Deutschland lief „Dynasty“ einst unter dem Titel „Der Denver-Clan“ beim ZDF) Fotos: Screenshots

Print-Ausgabe 12/2018

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