Papst Franziskus würdigt die Arbeit der öffentlich-rechtlichen Sender

25.04.2019 •

Papst Franziskus hat die Arbeit der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands gewürdigt. In einer Audienz für die Intendanten der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und eine ökumenische Delegation unter Leitung von Kardinal Reinhard Marx für die katholische und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm für die evangelische Kirche sagte der Papst am 4. April im Vatikan, dass dieses Treffen der „Ausdruck des lebendigen Dialogs zwischen den Kirchen und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland“ sei.

„Ich ermutige Sie, in Ihrem Einsatz dafür zu sorgen, dass es Fakten statt Fake News, Objektivität statt Gerüchte, Differenzierung statt oberflächlicher Schlagzeilen gibt“, betonte der Papst bei der Audienz mit rund 20 Vertretern des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Es gebe seit einiger Zeit, so Franziskus, besorgniserregende Entwicklungen in der Welt zu beobachten, was die Situation von grundlegenden Menschenrechten und den Lebensschutz angehe. Diesbezüglich nannte der Pontifex im Einzelnen „die Anfechtung des Rechts auf Leben, den Vormarsch der Euthanasie, die Verneinung der sozialen Gleichheit, mangelnde Integration, Verstöße gegen die Menschenwürde und gegen die Gewissensfreiheit“. Hier hätten die öffentlich-rechtlichen Medien die „verantwortungsvolle Aufgabe, für das hohe Gut der menschlichen Freiheit und Würde entschieden Stellung“ zu beziehen.

„Wichtiger Pfeiler der Demokratie“

Zu der Audienz bei dem katholischen Kirchenoberhaupt war neben Vertretern von ARD, ZDF, Deutschlandradio und Deutscher Welle (DW) auch eine Delegation der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gekommen. Mit dabei waren unter anderem Pater Hans Langendörfer SJ, Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, der katholische Medienbischof Gebhard Fürst (Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart), der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm (Intendant des Bayerischen Rundfunks), WDR-Intendant Tom Buhrow, RBB-Intendantin Patricia Schlesinger, ZDF-Intendant Thomas Bellut, ZDF-Chefredakteur Peter Frey und DW-Intendant Peter Limbourg. Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, sagte bei dem Treffen im Vatikan, die öffentlich-rechtlichen Medien seien ein „wichtiger Pfeiler für die Sicherung der Demokratie“. Sie fragten „kritisch und auch unbequem nach“ und hätten „immer die wesentlichen Werte einer pluralen und freien Gesellschaft vor Augen“.

Auch im Namen des EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm dankte Kardinal Marx bei dem Treffen für die langjährigen Kooperationen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern, etwa bei Verkündigungssendungen oder Gottesdienstübertragungen. Die Sendeanstalten seien vertrauensvolle Partner in der Zusammenarbeit mit der katholischen und evangelischen Kirche. „Ohne den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wäre unsere Gesellschaft ärmer“, sagte Marx. Die Intendanten der Sender hoben hervor, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk den notwendigen Qualitätsjournalismus garantiere. Der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm sagte bei der ökumenischen Audienz, in Zeiten wachsender internationaler Spannungen und nationalistischer Tendenzen sei Zusammenarbeit zwischen Christen besonders wichtig: „Wir Christen können dort ein Wärmestrom sein, wo sich menschliche Kälte breitzumachen droht.“

Die Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland treffen zusammen mit den verantwortlichen Medienbischöfen einmal im Jahr zu einem ökumenischen Spitzengespräch mit den führenden Vertretern der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zusammen. Diesmal fand das Spitzengespräch am 4. und 5. April erstmals seit zehn Jahren wieder im Vatikan und in Rom statt. Auf dem Programm standen am zweiten Tag unter anderem weitere Gespräche mit Kurienvertretern im Vatikan.

25.04.2019 – MK

Print-Ausgabe 23/2019

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