Nicht mehr bei evangelisch.de: Medienkolumne „Altpapier“ muss neue Partner suchen

15.08.2017 •

15.08.2017 • Das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) gab am 31. Juli überraschend bekannt, dass die Online-Medienkolumne „Das Altpapier“ künftig nicht mehr beim vom GEP produzierten Internetportal evangelisch.de erscheinen wird. Am 18. August (Freitag) werde die in der bisherigen Form letzte „Altpapier“-Ausgabe bei evangelisch.de veröffentlicht, hieß es in einer Pressemitteilung des GEP, die als Datumsangabe mit der Formulierung „im August 2017“ versehen war, aber am 31. Juli auf der Website des GEP veröffentlicht wurde.

Die Online-Pressemitteilung war mit einem Foto versehen, das in einer nächtlichen Stadtszenerie eine große Werbetafel des GEP für evangelisch.de zeigt. Darauf prangt die Bibelzeile: „Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht“ (Matthäus 10:27). Das GEP teilte außerdem mit, evangelisch.de wolle künftig „weiter sein Profil als Angebot für hochverbundene und engagierte Christinnen und Christen“ schärfen. Ab Ende August werde es deshalb ein neues zusätzliches Blog geben: Dort werde die Autorin Hanna Buiting „wöchentlich ihre Beobachtungen zu Spiritualität im Alltag und anderswo aufschreiben“. In ihrem Blog „Vom Sehnen und Suchen“ werde sie „dem Glauben außerhalb bestehender Formen“ nachspüren.

Chefredakteurin von evangelisch.de ist Ursula Ott, die die gleiche Funktion auch beim monatlichen evangelischen Printmagazin „Chrismon“ innehat, das kostenlos überregionalen Zeitungen beiliegt und laut „Wikipedia“ von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit jährlich 4 Mio Euro subventioniert wird. Bei „Chrismon“ schreibt Ott unter anderem eine Kolumne unter dem Titel „Erledigt“.

Das „Altpapier“ ist nach eigenen Angaben das älteste deutsche Medien-Watchblog. Es besteht seit November 2000 und ist seit 2010 bei evangelisch.de beheimatet. Die werktägliche Kolumne, die seit ihrer Gründung diverse Autoren hatte, wird derzeit von Christian Bartels, Juliane Wiedemeier, Ralf Heimann und René Martens (der auch MK-Autor ist) geschrieben und wurde 2012 mit dem Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik ausgezeichnet, der jährlich vom Verein der Freunde des Grimme-Instituts vergeben wird.

Relaunch geplant

Die Medienbeobachtung soll auf evangelisch.de jedoch nicht ganz wegfallen. Laut der Pressemitteilung des GEP soll sie „in einer wöchentlichen Form weitergeführt“ werden. Das entsprechende Format, das bis Ende August starten könnte, wird dann aber nicht mehr „Das Altpapier“ heißen, sondern einen anderen Namen erhalten. Dem Vernehmen nach werden aber wahrscheinlich Autoren des „Altpapiers“ für die neue wöchentliche Medienkolumne von evangelisch.de schreiben. An welchem Wochentag sie erscheint, steht bisher ebenso wenig fest wie der Name des Formats.

Die derzeitigen Autoren des „Altpapiers“ planten zugleich einen Relaunch ihres Watchblogs und suchten dafür neue Finanzierungspartner, teilte das GEP weiter mit. „Wir möchten gerne“, schrieb Blog-Autor Christian Bartels am 31. Juli in einem Post beim „Altpapier“, „mit dem werktäglichen ‘Altpapier’ weitermachen. Ob das irgendwo anders gelingen kann, muss sich zeigen.“ Es heißt, dass es bereits von einigen Seiten Interessenbekundungen gebe, das „Altpapier“ in der derzeitigen Form und unter dem etablierten Namen fortzuführen; entsprechende Gespräche, in denen es dann auch um die Finanzierung ginge, seien im Gang. (Wer vom „Altpapier“ erfahren erfahren möchte, wann die Kolumne, falls die Gespräche erfolgreich sein werden, wieder aufgenommen wird, kann auf dieser Webseite seine E-Mail Adresse eintragen; es erfolgt dann eine Benachrichtigung.) 

Das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik hat seinen Hauptsitz in Frankfurt am Main. Die zentrale Medieneinrichtung der Evangelischen Kirche in Deutschland trägt neben evangelisch.de unter anderem die Zentralredaktion des Evangelischen Pressedienstes (epd). Unter dem Dach des GEP erscheint auch das wöchentlich publizierte Fachblatt „epd medien“.

15.08.2017 – MK

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