Karola Wille vor der Wiederwahl als MDR-Intendantin

21.11.2016 •

Beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) steht Intendantin Karola vor der Wiederwahl. Der Verwaltungsrat des MDR beschloss in seiner Sitzung am 24. Oktober, dem Rundfunkrat Intendantin Karola Wille für eine zweite sechsjährige Amtszeit zur Wahl vorzuschlagen. Diesen Beschluss traf der siebenköpfige Verwaltungsrat einstimmig. Laut dem MDR-Staatsvertrag schlägt der Verwaltungsrat dem Rundfunkrat für das Intendantenamt eine Person zur Wahl vor. Im 43-köpfigen Rundfunkrat ist bei der Wahl dann eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich. Der Rundfunkrat teilte mit, dass die Intendantenwahl am 5. Dezember stattfinden werde.

Dass die 57-jährige Karola Wille vom MDR-Rundfunkrat für eine zweite sechsjährige Amtsperiode als Intendantin wiedergewählt wird, steht nicht in Zweifel. Die promovierte Juristin leitet den Sender seit dem 1. November 2011. Zuvor arbeitete Wille beim MDR ab 1996 als Juristische Direktorin, ab 2003 zusätzlich als stellvertretende Intendantin. Ihre aktuelle Amtsperiode als Intendantin läuft noch bis Ende Oktober 2017. Üblicherweise wird im öffentlich-rechtlichen Rundfunk rund ein Jahr vor dem Ablauf einer Amtsperiode die Intendantenwahl angesetzt. Wille ist seit Anfang Januar 2016 auch ARD-Vorsitzende.

Strategische Kontinuität

Die MDR-Verwaltungsratsvorsitzende Birgit Diezel zeigte sich erfreut darüber, dass sich alle Mitglieder des Gremiums für eine zweite Amtsperiode von Karola Wille als Intendantin ausgesprochen hätten. Damit sichere man mit Blick auf den MDR-internen Strategieprozess die notwendige Kontinuität, so Diezel. Die Intendantin habe die personelle Entwicklung im MDR und insgesamt dessen Umbau hin zu einem modernen trimedialen Medienhaus nachhaltig gestaltet, erklärte Diezel.

Der MDR-Rundfunkrat, der nun für die Intendantenwahl zuständig ist, hatte sich am 8. Dezember 2015 für eine neue sechsjährige Amtsperiode konstituiert. Vorsitzender des Gremiums ist seither Steffen Flath, der von 2008 bis 2014 Vorsitzender der CDU-Fraktion im sächsischen Landtag war. Die Zusammensetzung des MDR-Rundfunkrats entspricht im Übrigen nicht neuen Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts. Das höchste deutsche Gericht hatte im März 2014 im sogenannten ZDF-Urteil festgelegt, dass in einem Aufsichtsgremium des öffentlich-rechtlichen Rundfunks maximal ein Drittel der Mitglieder aus dem staatlichen oder staatsnahen Bereich kommen dürfen (vgl. FK-Artikel). Beim MDR-Rundfunkrat beträgt dieser Anteil jedoch 35 Prozent. Die drei MDR-Staatsvertragsländer konnten sich bisher nicht auf eine Novellierung des MDR-Staatsvertrags verständigen, in dem auch die Besetzung des Rundfunkrats neu geregelt wird.

21.11.2016 – MK

Print-Ausgabe 24/2019

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