Intendantenwahl beim ZDF für den 18. September 2015 angesetzt

07.08.2015 •

Beim ZDF ist die Wahl des Intendanten für den 18. September angesetzt worden. Das gab der Fernsehratsvorsitzende Ruprecht Polenz am 3. August in einer Pressemitteilung bekannt. Von mehreren Fernsehratsmitgliedern sei an ihn herangetragen worden, die Intendantenwahl für die nächste Fernsehratssitzung anzusetzen. In diesem Zusammenhang sei ZDF-Intendant Thomas Bellut von Fernsehratsmitgliedern zur Wiederwahl vorgeschlagen worden. Der Fernsehrat ist für die Wahl des Senderchefs zuständig. In dem 77-köpfigen Gremium ist derjenige für die Dauer von fünf Jahren zum Intendant gewählt, der die Stimmen von mindestens drei Fünfteln der Mitglieder erhält, nötig sind also mindestens 47 Stimmen. Die Sitzung des Gremiums am 18. September findet in Mainz statt.

Thomas Bellut, 60, ist seit dem 15. März 2012 Intendant des ZDF. Er war seinerzeit Markus Schächter nachgefolgt (vgl. FK-Heft Nr. 24/11). Zuvor war er ab 2002 Programmdirektor der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt. Auch in dieser Position war er Markus Schächter nachgefolgt, nachdem dieser 2002 das Intendantenamt übernommen hatte. Belluts aktueller Vertrag als Intendant läuft noch bis zum 14. März 2017. Die Intendantenwahl wird nun anderthalb Jahre vor dem Ablauf von Thomas Belluts erster Amtsperiode stattfinden. Als Kandidat für das Intendantenamt wird nur derjenige nominiert, der von mindestens einem Fernsehratsmitglied für den Posten vorgeschlagen wird. Die Bewerbung eines Mitarbeiters des ZDF oder die eines externen Interessenten, müsste also aus dem Fernsehrat unterstützt werden, damit sie gültig wird.

Thomas Bellut zur Wiederwahl vorgeschlagen

Der Fernsehratsvorsitzende Polenz teilte nun den Fernsehratsmitgliedern in einem Brief mit, sofern sie weitere Personalvorschläge für das Amt des Intendanten abgeben möchten, sollten sie ihm diese möglichst bis zum 18. August übermitteln. Bei diesem Termin handele es sich „nicht um eine Ausschlussfrist. Rein rechtlich gesehen könnten auch in der Sitzung selbst noch weitere Vorschläge gemacht werden“, so Polenz in den Schreiben weiter, das auf der Internet-Seite des ZDF-Fernsehrats veröffentlicht wurde. Ob es bei der Intendantenwahl neben Bellut noch einen oder sogar mehrere Gegenkandidaten geben wird, bleibt abzuwarten, erscheint aber sehr unwahrscheinlich. Letztlich geht es bei der bevorstehenden Intendantenwahl darum, Thomas Bellut für eine zweite fünfjährige Amtsperiode zu bestätigen.

Thomas Bellut, geboren am 8. März 1955 in Osnabrück, hat Politikwissenschaften, Geschichte und Publizistik in Münster studiert. Sein Studium schloss er mit der Promotion ab. Der Titel seiner Dissertationsschrift lautete „Die DDR-Berichterstattung in den Nachrichtenmedien der Bundesrepublik Deutschland“. Seine berufliche Karriere startete er 1983 als Redakteur bei der Tageszeitung „Westfälische Nachrichten“ in Münster. Im Jahr 1984 begann er beim ZDF ein Volontariat und war anschließend als Redakteur für die Sendereihe „Länderspiegel“ tätig. 1986 wechselte er als Korrespondent in das ZDF-Studio Berlin. Zwei Jahre später kehrte er als Referent des damaligen ZDF-Programmdirektors Oswald Ring in die Sendezentrale nach Mainz zurück.

Von 1990 bis 1992 war Thomas Bellut für die Sendungen „Familienmagazin“ und „Reiselust“ verantwortlich. Anschließend übernahm er die Leitung der damaligen „Blickpunkt“-Redaktion, die in der ZDF-Hauptredaktion Innenpolitik angesiedelt war. Anfang 1997 wurde Bellut zum Leiter dieser Hauptredaktion berufen. In dieser Funktion moderierte er ZDF-Sonder- und Wahlsendungen, das „Politbarometer“ sowie die Ausgaben von „ZDF-spezial“ und „Was nun, ..?“. Ende November 2002 wurde Bellut ZDF-Programmdirektor. Im März 2012 rückte er dann an die Spitze des Senders. Als Intendant hat Bellut in den vergangenen Jahren vor allem strukturelle Reformen beim ZDF umsetzen müssen, um die Kosten zu senken. Dazu gehörte etwa der Abbau von rund 560 Vollzeitstellen und die Zusammenlegung von Redaktionen zu übergreifenden Plattformredaktionen (vgl. hierzu FK-Hefte Nr. 12/13, 51-52/13 und 39-40/14).

07.08.2015 – MK