Bayerischer Rundfunk soll ab Januar 2018 den ARD-Vorsitz übernehmen

22.07.2017 •

Der Bayerische Rundfunk (BR) soll am 1. Januar 2018 den Vorsitz innerhalb der ARD übernehmen. Vorgesehen ist somit, dass ab diesem Zeitpunkt BR-Intendant Ulrich Wilhelm die Position als ARD-Vorsitzender innehat. Dass der Bayerische Rundfunk den ARD-Vorsitz übernehmen soll, wurde der MK aus dem Senderverbund bestätigt. Der BR selbst wollte sich auf Nachfrage dazu nicht äußern. Der endgültige Beschluss, dass der Bayerische Rundfunk für die Geschäftsführung der ARD ab Januar 2018 zuständig sein wird, steht noch aus. Den entsprechenden Beschluss muss die ARD-Hauptversammlung treffen.

Die nächste ARD-Hauptversammlung findet am 18. und 19. September in Köln beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) statt. Eine weitere ARD-Hauptversammlung ist für den 27. und 28. November in Leipzig beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) angesetzt. Traditionell wird auf einer ARD-Hauptversammlung im Herbst eines jeden Jahres offiziell beschlossen, welche Anstalt mit Beginn des Folgejahres den ARD-Vorsitz innehat. Üblicherweise übernimmt eine Anstalt für zwei Jahre die Geschäftsführung des Senderverbunds. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hatte zuletzt außerplanmäßig den ARD-Vorsitz für drei Jahre inne (von Januar 2013 bis Dezember 2015).

Von Karola Wille zu Ulrich Wilhelm

Wenn der BR Anfang 2018 den ARD-Vorsitz übernimmt, folgt er dem MDR nach. Seit Januar 2016 ist MDR-Intendantin Karola Wille ARD-Vorsitzende. Zu Beginn ihrer Amtszeit hatte Wille die Themen Glaubwürdigkeit, Transparenz und Legitimation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu ihren zentralen Anliegen erklärt (vgl. MK 2/16). Hinzu gekommen ist dann ab Frühjahr 2016 das große Thema „Auftrag und Strukturoptimierung der Rundfunkanstalten“, das nicht nur die ARD, sondern auch das ZDF und das Deutschlandradio betrifft. Wenn Karola Wille zu Jahresanfang 2018 den ARD-Vorsitz an ihren Amtskollegen übergibt, wird sich auch dieser in der Folge vor allem mit Strukturreformen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk befassen müssen.

Der 56-jährige Ulrich Wilhelm ist seit Februar 2011 Intendant des Bayerischen Rundfunks in München; zuvor war er bis Mitte 2010 Sprecher der Bundesregierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Beim BR – der sich seit einigen Jahren in einem Umbauprozess befindet, mit dem sich die Rundfunkanstalt zu „einem trimedialen Medienhaus“ weiterentwickeln will – war Ulrich Wilhelm im März 2015 für eine zweite fünfjährige Amtszeit als Intendant wiedergewählt worden. Die Amtsperiode begann am 1. Februar 2016 und endet am 31. Januar 2021. Als Intendant bei der viertgrößten ARD-Landesrundfunkanstalt war Ulrich Wilhelm auf Thomas Gruber gefolgt, der in den Jahren 2005/06 auch ARD-Vorsitzender war.

Wenn der Bayerische Rundfunk Anfang 2018 den ARD-Vorsitz übernimmt, wird an die Spitze der ARD-Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der BR-Rundfunkratsvorsitzende Lorenz Wolf (katholische Kirche) rücken. Vorsitzender der GVK ist der Januar 2016 Steffen Flath, der Vorsitzende des MDR-Rundfunkrats, dem er als Vertreter des CDU-Landesverbands Sachsen angehört.

22.07.2017 – vn/MK

Print-Ausgabe 23/2019

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