Aus Radio Vatikan wird Vatican News

Interview mit Pater Bernd Hagenkord über die Medienreform des Papstes

Von Ludwig Ring-Eifel

16.12.2017 • Es ist wie eine Medienrevolution im Vatikan: Auf Wunsch von Papst Franziskus sollen die unterschiedlichen Medienkanäle und -plattformen des Kirchenstaats zusammengelegt und damit von Grund auf neu organisiert werden. Der Reformprozess ist bereits seit 2014 im Gang (vgl. diese FK-Meldung, diese MK-Meldung und diese MK-Meldung). Es ist eine Herkulesaufgabe für die Vatikan-Medien – nicht zuletzt wegen der Vielfalt von Sprachen und Kulturen, aus denen die Journalisten und Priester kommen, die künftig gemeinsam journalistische Inhalte für den Vatikan erarbeiten sollen. Über die Veränderungen sprach Ludwig Ring-Eifel für die MK mit Pater Bernd Hagenkord, 49, bislang (seit Oktober 2009) Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan. • MK

- - - - - - - - - - - - - - - - - -

MK: Pater Hagenkord, „vatikanische Medienreform“, das klingt gewaltig. Klären wir erst einmal die Grundlagen: Was will der Papst erreichen?

Hagenkord: Nun, in ganz groben Zügen hat der Papst entschieden, etwas Neues zu gründen. Er will also nicht das, was wir haben, einfach reformieren oder neu zusammensetzen, sondern er will etwas Neues gründen. Das mag eine semantische Kleinigkeit sein, aber es ist psychologisch ganz wichtig, zu sagen: Wir wollen wirklich einen Neustart hinlegen und damit auch die neuen Medienentwicklungen auf der ganzen Welt aufgreifen. Wir sollen etwas Neues machen, das auch auf die heutige Medienwelt passt.

MK: Was bedeutet das konkret für die alten vatikanischen Medien, wie wir sie kennen, also für solche Dinosaurier wie Radio Vatikan oder die Zeitung „L’Osservatore Romano“?

Das ist ja kein Schalter‑Umlegen

Hagenkord: Die Dinosaurier bleiben in dem Sinne natürlich bestehen, dass die Leute, die dort arbeiten, im neuen System weiter mitarbeiten, ihre Erfahrungen mitbringen, das Material mitbringen und so weiter. Und natürlich wird es eine Übergangszeit geben. Das ist ja kein Schalter-Umlegen. Wir fangen jetzt erst einmal an mit sechs Sprachen. Redakteure aus sechs Sprachgruppen bilden bereits seit einigen Monaten eine Redaktion. Bei den Sprachen handelt es sich um Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Englisch, Französisch und Deutsch. In diesen Sprachen werden wir unterschiedliche Inhalte zum selben Thema machen müssen, das bloße Übersetzen reicht nicht. Und wir versuchen in den kommenden Tagen, das Ganze auch präsentierbar zu machen. Mit einem neuen klaren Aussehen, einer neuen Website, mit neuen Auftritten bei Facebook et cetera. Und die anderen Sprachen werden dann sukzessive dort integriert.

MK: Wie viele Sprachen werden es am Ende sein?

Hagenkord: Alle, die wir jetzt schon haben. Im Prinzip sind das 40 Sprachen, also die Redaktionen, die wir jetzt bei Radio Vatikan haben, und letztlich sollen die alle gemeinsam sich verstehen und zusammenarbeiten.

MK: Wird es dann am Ende einen gigantischen Newsroom geben, in dem Redakteure in 40 Sprachen arbeiten?

Hagenkord: Den Newsroom muss man sich eher virtuell vorstellen. Ich glaube nicht daran, dass dann 200 Leute in einem Raum sitzen. Das will man auch gar nicht, dass ist eine Frage der Workflows, eine Frage der Absprachen, der gemeinsamen Planungen, weniger eines gemeinsamen Raumes – ganz abgesehen davon, dass wir einen Raum von der Größe gar nicht haben.

MK: Aber jetzt, die Redakteure der sechs Startsprachen, die sitzen alle in
einem Raum?

Hagenkord: Nein, wir sitzen alle in einem Korridor. Und die Chefs vom Dienst, von denen ich einer bin, sitzen in der Mitte, damit dann das Ganze von der Absprache her gut läuft.

MK: Und was wird dann produziert? Wird überhaupt noch Radio produziert, werden noch Zeitungen gemacht? Oder werden nur noch Online-Inhalte produziert?

Umbenennung am Papst‑Geburtstag

Hagenkord: Bleiben wir erst mal beim Audio. Ja, wir werden weiterhin Audiobeiträge produzieren. Aber nur noch wenig davon wird als Broadcast von uns gesendet. Wir machen das dann eher so, wie es mit dem deutschen Audiomaterial von Radio Vatikan bisher schon geschieht: Das wird von anderen Sendern und Plattformen übernommen, teils auch als Podcasts. Was vom klassischen Audiobroadcast erst einmal bleibt, ist der Radiosender auf Italienisch, der heißt auch weiterhin „Radio Vaticana Italia“ und ist in ganz Italien über DAB plus zu hören. Wir werden auch weiter Fernsehbilder drehen, hier im Vatikan und an Bord der Papstmaschinen. Das wird teils live übertragen, teils an andere Broadcaster weitergegeben und von uns als Rohmaterial für Videos genutzt.

MK: Wie wird der Name des gemeinsamen Auftritts der Vatikan-Medien lauten?

Hagenkord: Ab dem Papst-Geburtstag am 17. Dezember heißen wir „Vatican News“. Wie genau der Schriftzug aussehen wird, weiß ich im Moment noch nicht, wir feilen bis zur letzten Sekunde daran.

MK: Wer sind denn die Geburtshelfer dieser neuen Konstruktion? Waren dabei ausländische Beratungsfirmen tätig oder hat der Vatikan sich das alles allein ausgedacht?

Hagenkord: Das fing an 2014 mit der Lord-Patten-Kommission. Und natürlich gibt es auch eine Beraterfirma, die da drinhängt, die uns, bei der Organisationsabwicklung, bei der Auswahl der Software und bei anderen Dingen hilft. Und wir hatten auch immer wieder Fachleute von außen da, von Universitäten, die uns Weiterbildungskurse spendierten, und ähnliche Sachen. Also, da waren schon viele sehr unterschiedliche Ideengeber beteiligt.

MK: Jetzt mal aus dem Nähkästchen geplaudert: Wie macht die bisherige Beleg­schaft mit? Wie ist das Klima im Umbruch? Eher Gemurre oder doch eher Aufbruchstimmung?

Hagenkord: Ich nehme es als Aufbruchstimmung wahr, aber natürlich stehen wir unter Druck, weil wir jetzt monatelang doppelt gearbeitet haben. Wir haben ja weiterhin das alte, das zu unterhaltende System mit bedient und auch schon das neue, für das Publikum noch unsichtbare System gefüllt, damit da ein glatter Wechsel stattfinden kann. Wir sind ja im Vergleich etwa zu öffentlich-rechtlichen Sendern in Deutschland winzig, wir müssen mit wenigen Leuten viel stemmen, das führt zu Druck und das merkt man auch. Und deshalb sind jetzt alle froh, wenn es endlich losgeht. Aber die Redaktionen haben auch Spaß an dem Neuen, was sie lernen. Wir haben gelernt, wie man Videos macht, wie man Geschichten in unterschiedlichen Medien und Formaten erzählt. Es gab ganz viele Fortbildungen und Experimente. Und wenn man neue Dinge lernt und die funktionieren auf einmal, dann gibt das auch immer ein bisschen Extra-Motivation. Und wir merken auch, dass wir von der Art, wir wie Geschichten im Hörfunk erzählen, den anderen etwas vermitteln können. Insgesamt bemerke ich auf jeden Fall eine Verbesserung der Stimmung bei uns hier im Haus.

MK: Werden wir mal ganz konkret, damit man sich das besser vorstellen kann: Der Papst besucht ein Kinderkrankenhaus, tröstet die kleinen Kranken und hält dort eine Ansprache. Wie setzt Vatican News diese Geschichten dann konkret um?

Hagenkord: Erst einmal ist die Frage: Ist das bekannt oder ist das nicht bekannt? Also, macht der Papst mal wieder einen seiner Spontanausflüge oder ist das was Geplantes? Angenommen, er macht was Geplantes. Dann schicken wir ein paar Journalisten hin, die das vor Ort beobachten. Radio Vaticana Italia wird dann ein Live-Stück machen, wir würden ein Kurzvideo drehen, wir würden Informationsstücke machen. Also einfach: Was hat der Papst gesagt, was ist die Geschichte des Kinderkrankenhauses, wer ist dort? Vielleicht machen wir Interviews mit den Kindern, die da behandelt werden oder mit den Ärzten oder auch mit der Stiftung, die das unterhält, je nachdem. Also, da kann dann jemand Videos machen, die das aufarbeiten für Medien, mit Fotos, mit Audio, mit Kurzvideo und all solche Sachen, damit am Ende alle besser verstehen, was der Papst da macht.

Der Papst gibt uns nichts vor

MK: Und wer würde dann in diesem konkreten Fall die Vorgaben geben, was wie erzählt wird? Entscheidet das ein Chefredakteur oder wird das in der Konferenz entschieden?

Hagenkord: Entscheiden wird das der Chefredakteur.

MK: Gibt es den für Vatican News denn schon?

Hagenkord: Nein, den gibt es noch nicht. Aber de facto entsteht das in den Sitzungen: Wir haben jeden Morgen eine Sitzung, wo die Sprachabteilungen vertreten sind, wo die Multimedia-Abteilung vertreten ist, wo die sozialen Medien dabei sind. Da kommen die Gruppen zusammen und da wird entschieden: Was machen wir, was machen wir nicht? Nehmen wir neulich die Erleuchtung des Weihnachtsbaums auf dem Petersplatz. Da diskutieren wir: Wie machen wir das, gibt es ein Interview, machen wir das kurz, gibt es einen, der uns das erklärt, was ist mit der Krippe? Die meisten Sachen entstehen dann bei der Sitzung. Bei komplexeren Sachen, etwa bei der Vorbereitung einer Papstreise, da machen wir schon vorher Vorgaben aus dem Chef-vom-Dienst-Büro. Da wird dann auf der Führungsebene entschieden, das kann man nicht so auf der Sitzung machen. In solchen Fällen gibt es dann schon klare Vorgaben.

MK: Wie ist das dann, wenn der Papst wieder mal einen Satz sagt, der dann Diskussionen auslöst, wie etwa bei der Debatte um das Vaterunser? Wer gibt dann vor, wer in dieser Frage zitiert wird? Die Auswahl der Stimmen, die zu Wort kommen, ist ja kirchenpolitisch heikel. Redet da das Staatssekretariat mit oder redet der Papst da hinein? Wer gibt die Linie vor in theologisch heiklen Fragen?

Hagenkord: Der Papst gibt uns nichts vor, außer dass er selber das Thema anreißt. Das Staatssekretariat gibt uns nichts vor und das wird hoffentlich auch in Zukunft so sein. Unsere Themenfindung läuft anders. Zum Beispiel bei der Frage nach dem Vaterunser, da sitzen wir zusammen und fragen uns, was ist da das Thema, wie ist das bei euch Spaniern, wie denken da Engländer, was ist bei euch Franzosen, was ist da das Spannende, wo gibt es Stellen, die sich dazu äußern? Und dann ziehen wir das zusammen und machen daraus eine Geschichte. Die Frage ist gar nicht einmal so sehr innerkirchlich, sondern wir wollen eher berichten, wie der Papst in die Debatte eingestiegen ist. Wo sind da Stimmen, die seine Position markieren? Und dann muss man gucken: Gibt es die in allen Sprachen, gibt es sie in einer Sprache? Das muss man ein bisschen austarieren. Und es ist nicht so, dass wir da fragen: Wen darf man zitieren, wen darf man nicht zitieren? Entscheidend ist: Wer markiert welche Position in dieser Debatte, die der Papst ausgelöst hat?

Was ein emeritierter deutscher Kardinal sagt

MK: Das klingt sehr pluralistisch und offen. Könnten bei Vatican News dann auch scharfe Kritiker des Papstes zu Wort kommen, sagen wir mal ein Kardinal Brandmüller, der an einer bestimmten Stelle den Papst sehr grundsätzlich kritisiert? Oder ist das ein No-go?

Hagenkord: Wir berichten, was jemand zu sagen hat – wenn er was zu sagen hat. Erst einmal überlegen wir schon: Was braucht man da eigentlich? Ist das wirklich neu oder ist es das x-te gleichlautende Zitat desselben Mannes zum selben Thema? Entscheidend ist, ob das eine interessante Aussage zu einem interessanten Thema ist – und das kann natürlich auch mal eine Aussage von Brandmüller sein. Vieles wird auch von der Sprache her, von der Kultur her entschieden. Was ein emeritierter deutscher Kardinal sagt, mag für deutsche Medien interessant sein – anderswo ist es einfach kein Thema. Oder nehmen wird die Übersetzung des Vaterunsers, das war eigentlich eine rein französische Geschichte, doch plötzlich wird es durch den Papst für ganz viele Menschen interessant.

MK: Kommen wir zurück zu den Sprachen. Es geht jetzt los mit sechs Sprachen, wie Sie sagen. Was ist mit dem Rest?

Hagenkord: Als nächstes kommen vielleicht Arabisch und Chinesisch dazu. Alles andere liegt dann in der Zukunft.

MK: Wie muss man sich das vorstellen? Was machen dann etwa die polnischen Kollegen in der Zwischenzeit? Produzieren die weiterhin Radio Vatikan polnisch im alten Stil?

Hagenkord: Das geht weiter so, wie es ist. Die produzieren weiterhin Audio unter dem Label „Radio Vatikan“. Natürlich können die dann auch Dinge von Vatican News übernehmen, aber das entscheiden sie erst einmal für sich. Wir gehen da also noch eine Weile getrennte Wege.

MK: Gibt es denn schon ein Datum, wann die große, alle 40 Redaktionen umfassende Plattform Vatican News starten soll?

Hagenkord: Nein, es gibt noch kein Datum. Man hat noch nicht einmal eine Idee, wann das fertig sein könnte.

MK: Neben dem bisherigen Radio Vatikan ist die andere sehr bekannte Medienmarke „made in Vatican“ die Zeitung „L’Osservatore Romano“. Immerhin die älteste Tageszeitung auf Italienisch und die einzige, die als Wochenzeitung in mehreren Sprachen erscheint. Was wird daraus?

Die Zukunft des „L’Osservatore Romano“

Hagenkord: Das weiß ich nicht. Bislang bleibt die Zeitung noch ein wenig außen vor bei unseren Neuerungen. Aber der Papst hat noch beim letzten Treffen der Kardinäle und Bischöfe, die Mitglied im Kommunikationssekretariat sind, klar und deutlich gesagt, dass der „Osservatore“ in die Reform einbezogen wird. Wobei man genau überlegen muss, wie man da reformieren kann, vor allem bei der Content-Produktion. Da habe ich keine Ahnung.

MK: Wird es die Zeitung denn weiterhin geben oder nicht?

Hagenkord: Ich glaube nicht, dass man sie aufgeben kann. Was mit den Wochenausgaben in den anderen Sprachen wird, also auf Deutsch, Polnisch et cetera? Ich weiß es nicht.

MK: Welche Rolle werden denn künftig Ereignisse aus der katholischen Weltkirche in den Vatikanmedien spielen? Wir haben ja eben darüber gesprochen, über Beispiele, die sich jetzt eben im Zentrum der Weltkirche abspielen. Also alles, was sich um den Papst dreht. Welche Bedeutung werden etwa die Ereignisse in der Kirche in Deutschland künftig auf Vatican News haben? Wird auch darüber noch berichtet werden?

Hagenkord: Selbstverständlich werden wir darüber berichten. Das ist allerdings auch eine Kapazitätsfrage. Bei uns hat natürlich der Papst immer Priorität. Wenn man Ereignisse in der Weltkirche hat, die nach unserer Erfahrung die Leser und Hörer interessant finden – das werden wir auch künftig abdecken. Auch über die Kirchen in Deutschland, Österreich und Schweiz werden wir weiterhin berichten, aber es wird aufgrund von Zeit- und Ressourcegründen nicht mehr so viel sein, wie wir das früher haben machen können.

MK: Gibt es für das neue Vatican News ein Vorbild in anderen Ländern, in anderen Medien? Ist das Vorbild die Deutsche Welle, ist das Vorbild die BBC? Oder ist das Vorbild sozusagen von allen ein bisschen?

Es ist kühner als die Synergiereformen bei anderen Medien

Hagenkord: Von allem ein bisschen. Natürlich haben die Leiter unserer Institution sich umgehört und waren etwa in den USA unterwegs, bei großen Firmen, bei Medien, die international tätig sind. Überall hat man uns bestätigt, dass das, was wir vorhaben, noch ein bisschen kühner ist als die Synergiereformen bei anderen Medien. Vor allem weil wir hier die Multikulturalität haben und so viele Sprachen zusammenbringen müssen. Das ist schon ein Unikat, was wir hier probieren.

MK: Bei medienpolitischen Entscheidungen sind ja auch immer Namen und Personen wichtig. Sie haben schon gesagt, dass der Chefredakteur von Vatican News noch nicht feststeht. Wer sucht den denn aus? Oder wie wird der gesucht?

Hagenkord: Vatican News wird vom Sekretariat für die Kommunikation gemacht, also sucht der Chef dieses Sekretariats, Monsignor Eduardo Dario Vigano, den Chefredakteur aus. Und derzeit übt er selbst dieses Amt interimistisch aus. Wie der Findungsprozess aussieht, das weiß ich nicht. Aber sicher wird die multikulturelle Kompetenz eine wichtige sein.

MK: Im Hintergrund spielt ja auch die Kostenfrage eine gewisse Rolle. Gibt es Vorstellungen darüber, was bisher Radio Vatikan, das Vatikan-Fernsehen CTV und die Internet-Aktivitäten des Vatikans gekostet haben? Und was das Ganze künftig kosten soll?

Hagenkord: Ich glaube, die Frage ist weniger eine finanzielle. Natürlich hat auch der Vatikan keine Gelddruckmaschine im Keller und insofern müssen wir mit dem Geld effizient umgehen. Aber die wichtigste Ansage, die wir bekommen haben, betrifft nicht das, was wir ausgeben, sondern das, was wir erreichen sollen. Es gab ja auch durchaus Fälle in der Vergangenheit, wo schlecht gewirtschaftet wurde. Und da kann man sparen und da müssen wir auch sparen. Das betrifft etwa kostspielige Sachen wie Papstreisen. Wie organisieren wir das so, dass das wirklich etwas bringt? Wir werden aber kein Programm reduzieren, weil es zu viel kostet. Wir wollen nichts runterfahren. Wir wollen aber Aufwand und Nutzen besser ins Verhältnis bringen, so dass man sagen kann: Ja, das ist verantwortbar, wie wir das Geld ausgeben.

MK: Wenig angeschnitten haben wir bis jetzt das Vatikan-Fernsehen CTV. Was ändert sich dort?

Das Vatikan-Fernsehen – eine Art Bewegtbild‑Agentur

Hagenkord: Zuerst einmal muss man betonen: CTV ist eine Art Bewegtbild-Agentur, kein Sender. In Zukunft werden sie sich auf zwei Tätigkeitsfelder konzentrieren. Das eine ist das B2B-Geschäft, das heißt, sie bieten weiterhin Videosequenzen an für Fernsehsender, für Webseiten, für Nachrichtenagenturen, für alles Mögliche. Und außerdem werden sie mit uns zusammenarbeiten, um journalistische Inhalte zu erstellen, Reportagen und Bilder machen, uns beim Schneiden helfen und einiges mehr. Dieser Teil von CTV wird dann also integriert in Vatican News, damit wir im Bewegtbild-Bereich, auch in den sozialen Medien, besser arbeiten als bisher.

MK: Noch einmal zurück zum 17. Dezember, dem Tag des Neustarts. Was wird sich dann noch alles ändern?

Hagenkord: Wir werden dann im deutschen Programm unseren Newsletter umstellen, der ja immerhin 16.000 Abonnenten hat. Das wird dann ein bisschen modernisiert. Es wird dann auch Bilder geben und wir werden uns angleichen an das System von Vatican News. Aber wie genau das Zeitfenster dafür aussieht, weiß ich nicht.

MK: Zu guter Letzt: Wie spricht man Bernd Hagenkord in Zukunft korrekt an? Bisher war das immer einfach, da hat man gesagt: „Leiter der deutschsprachigen Abteilung bei Radio Vatikan“. Was ist künftig der offizielle Titel?

Hagenkord: Im Italienischen ist er wahnsinnig lang: „Coordinatore del centro editoriale multimediale“. Das kann sich natürlich kein Mensch merken oder die Leute, die nicht aus Italien sind, können es nicht aussprechen. Da ist der deutsche Titel in seiner Kurzfassung schon einfacher: Ich bin, ganz kurz gesagt, einer von drei Chefs vom Dienst von Vatican News.

16.12.2017/MK

Print-Ausgabe 23/2018

Inhalt

Abonnement

Jetzt abonnieren