Ja, die Einschaltquoten

12.05.2015 •

Auch nach der Landtagswahl in Bremen am 10. Mai gab es im Ersten wieder die traditionelle „Berliner Runde“ (19.30 bis 20.15 Uhr) mit den Generalsekretären bzw. politischen Geschäftsführern der Parteien. Dabei kam es gegen Ende zu folgendem Dialog zwischen Moderator Rainald Becker (SWR) und CDU-Generalsekretär Peter Tauber:

Rainald Becker: […] Ein Thema, das müsste Ihnen eigentlich allen Sorgen bereiten: nämlich die Wahlbeteiligung. 50 Prozent kann, glaube ich, niemanden von Ihnen zufrieden stellen. Und es gibt ja Befürchtungen, dass es auch bei künftigen Wahlen nicht wesentlich besser sein wird. Also, was wollen Sie, was wollen die Parteien machen, damit die Leute wieder zur Urne gehen, wählen gehen?

Peter Tauber: Also, wir sitzen ja auch schon zusammen und diskutieren über diese Frage. Jeder hat eigene Vorschläge da eingebracht. Die Wahrheit ist, dass es ... Ich glaube, dass es nicht allein über Instrumente zu schaffen ist. Also, andere Wahlrhythmen oder ähnliche Dinge, die auch in anderen Ländern praktiziert werden, zu übernehmen, reicht nicht. Ich glaube, dass man einerseits langfristig ansetzen muss. Wir müssen viel stärker, viel, früher Menschen auch erklären, warum es wichtig ist, in einer Demokratie mitzumachen. Und das erste Mitmachen ist die Stimmabgabe. Und wir müssen uns als Partei natürlich auch immer wieder kritisch hinterfragen, ob die Art wie wir reden, wie wir wirken, wie wir auftreten, dazu führt, dass Menschen zuhören. Ob heute viele zugehört haben, wird man ja an der Einschaltquote sehen. Auch das ist ja etwas, was wir...

Rainald Becker: ... ja, Einschaltquoten sind da ein ganz schlechter Gradmesser.

PS: Die Einschaltquote der „Berliner Runde“ lag übrigens bei 1,29 Mio Zuschauern und einem Marktanteil von 5,3 Prozent.

12.05.2015 – MK

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