Als Journalist ein Thema gedanklich durchdringen

07.09.2019 •

Aus einem am 5. September vom Politikinformationsdienst „Rundblick Niedersachsen“ online veröffentlichten Beitrag über das „Niedersächsische Mediengespräch“, das am selben Tag unter dem Titel „‘Ich bin alles’ – Wie die Medien sich verändern (müssen)“ in Hannover stattfand:

«Einer von denen, die sich für die Rückkehr zu den Wurzeln des Berufs einsetzen, ist der Leiter der Henri-Nannen-Schule, Andreas Wolfers. „Die Journalisten befassen sich zu sehr mit Messer und Gabel, zu wenig mit dem Essen selbst.“ Er begegne immer wieder Kollegen, die über neue Formate reden, neue Arbeitsprozesse oder eine „crossmediale Ausbildung“ der angehenden Redakteure, die fit sein müssten in der Vielfalt der medialen Formen, die ja ständig noch zunehmen. In der Henri-Nannen-Schule, berichtet ihr Leiter, lege man zunehmend mehr Wert auf ganz andere Schwerpunkte: Journalisten müssten in erster Linie präzise recherchieren, stilsicher schreiben und ein Thema gedanklich durchdringen können. Dazu gehörten Fairness, Unvoreingenommenheit, Empathie und auch Rückgrat.

Wenn angehende Journalisten das Schreiben lernen, lernten sie im Grunde, klare Gedanken zu fassen. Wolfers nennt das sogar „Charakterbildung“, zumal journalistisches Auftreten nicht zuletzt auch mit Haltung zu tun habe – und darunter versteht Wolfers weniger (wie einige andere) eine Parteinahme in der Berichterstattung, sondern mehr eine Grundposition. Dass er die Form des „konstruktiven Journalismus“ vorbildlich findet, wie sie etwa in der Wochenzeitung „Die Zeit“ gepflegt wird, verschweigt Wolfers nicht: Der Grundton der Darstellung soll nicht skandalisierend oder anklagend sein, sondern verknüpft mit einem optimistischen Ausblick – soweit das möglich ist.»

07.09.2019 – MK