Rechnungshof würdigt Sparbemühungen des Bayerischen Rundfunks

15.06.2018 • Der Bayerische Oberste Rechnungshof (ORH) hat den Bayerischen Rundfunk (BR) aufgefordert, auch in den kommenden Jahren seine Sparanstrengungen fortzusetzen. „Wir empfehlen dem BR, Strukturen weiter nachhaltig zu verschlanken und Geschäftsprozesse zu optimieren“, erklärte Rechnungshof-Präsident Christoph Hillenbrand am 8. Mai in München. Er äußerte sich anlässlich der Veröffentlichung des ORH-Sonderberichts zur finanziellen Situation des BR in den Jahren 2012 bis 2016. In dem Bericht würdigte der Rechnungshof, dass der Sender auch dank Spar- und Rationalisierungsbemühungen seinen ursprünglich geplanten Finanzbedarf bis Ende 2016 um 102 Mio Euro verringern konnte. Der BR erklärte gegenüber dem ORH, dass nach den bisherigen Planungen und trotz bereits eingeleiteter Sparmaßnahmen in der laufenden Rundfunkbeitragsperiode 2017 bis 2020 die Finanzmittel nicht ausreichten, um – wie in der Vorperiode 2013 bis 2016 – am Ende ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen.

Beim BR, der viertgrößten ARD-Landesrundfunkanstalt, beliefen sich die Ausgaben 2016 auf insgesamt 1,036 Mrd Euro. Die Personalkosten hatten dabei einen Anteil von 26,7 Prozent (276,5 Mio Euro). Der Anteil der Programm- und Sachaufwendungen betrug 61,9 Prozent (641 Mio Euro). Weitere 11,4 Prozent (118,3 Mio Euro) entfielen unter anderem auf Zahlungen in den ARD-Finanzausgleich, sonstige Aufwendungen und Abschreibungen. Der BR hatte 2016 insgesamt 3013 Planstellen – gegenüber 2012 waren das 58 Stellen weniger. Im Jahr 2016 waren von den Planstellen tatsächlich 2885 Positionen auch besetzt (Stellenbesetzungsquote: 96 Prozent). Auf den besetzten Stellen waren in Teil- und Vollzeit 3547 Mitarbeiter beschäftigt. Hinzu kamen 1707 sogenannte feste freie Mitarbeiter und weitere 121 Gagenmitarbeiter.

Das Grundgehalt von BR-Intendant Ulrich Wilhelm, der den Sender seit 2011 leitet, belief sich 2016, dem ersten Jahr seiner zweiten fünfjährigen Amtsperiode, auf einen Betrag in Höhe von 366.656 Euro. Laut dem ORH erhält Wilhelm außerdem noch „pauschale Aufwandsentschädigungen, Familienzuschläge, Urlaubsgeld und tarifliche Einmalzahlungen“, deren jeweilige Höhe vom ORH nicht ausgewiesen wurde. Auf Bezüge in Aufsichtsgremien von Tochterunternehmen und Firmen, an denen der BR neben anderen beteiligt ist, hat Wilhelm den Angaben zufolge seit seinem Amtsantritt als BR-Intendant verzichtet.

15.06.2018 – vn/MK

Print-Ausgabe 24/2018

Inhalt

Abonnement

Jetzt abonnieren