Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe schafft sechsten Vorstandsposten

25.03.2016 •

25.03.2016 • Jan David Frouman ist bei der Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe seit dem 1. März Mitglied des Vorstands. Bei dem börsennotierten Medienkonzern ist der 44-Jährige nun für den neu geschaffenen Bereich ‘Content & Broadcasting’ zuständig, zu dem das Free-TV- und das Pay-TV-Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz gehören wie auch die über die Tochtergesellschaft Red Arrow Entertainment laufenden Produktionsaktivitäten.

Frouman übernahm den Vorstandsposten zusätzlich zur Leitung der Red Arrow Entertainment Group, die er seit dem Jahr 2010 innehat. In dem Jahr wurde das Unternehmen von Pro Sieben Sat 1 gegründet, um dort vor allem internationale Firmenbeteiligungen in den Bereichen Produktion, Programmvertrieb und Formatentwicklung zu bündeln. Unter dem Dach von Red Arrow sind 15 Unternehmen zusammengefasst. Ende Februar gab Red Arrow bekannt, mit Cove Pictures eine weitere Produktionsgesellschaft mit Standorten in London, New York and Los Angeles aufbauen zu wollen, und zwar über ein Joint Venture mit den Produzenten Patrick Milling-Smith and Brian Carmody.

Jan David Frouman arbeitet seit 2004 für den Pro-Sieben-Sat-1-Konzern, zuvor war der US-Amerikaner in leitender Position für die Investmentgesellschaft Saban Capital Group in Los Angeles tätig. Die Firma des Unternehmers Haim Saban war von 2003 bis 2006 zusammen mit anderen Investoren Eigentümer der Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe.

Keine Frau in der Führungsriege

Mit der Berufung von Frouman in den Vorstand von Pro Sieben Sat 1 ist das Führungs­gremium des Konzerns auf insgesamt sechs Personen angewachsen. Vorstandsvorsitzender ist seit März 2009 Thomas Ebeling. Sein Vertrag war im vorigen Jahr bis Sommer 2019 verlängert worden. Die weiteren Vorstandsmitglieder sind Gunnar Wiedenfels (Finanzen), Conrad Albert (Recht und Regulierungsangelegenheiten), Ralf Schremper (Strategie und Investments) und Christian Wegner (Digitalgeschäft). In der Vorstandsriege sind somit ausschließlich Männer vertreten. Bei dem Konzern gehörte mit Heidi Stopper von Oktober 2012 bis September 2014 auch eine Frau dem obersten Führungsgremium an. Stopper, die erste Frau im Vorstand von Pro Sieben Sat 1, war damals für den Personalbereich verantwortlich. Nach ihrem Ausscheiden wurde ihre Stelle im Vorstand nicht nachbesetzt (vgl. FK-Heft Nr. 39-40/14).

Der Pro-Sieben-Sat-1-Konzern wird ab dem 21. März an der deutschen Börse im Leitindex DAX gelistet sein, in dem die 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse zusammengefasst sind. Erstmals wird in den DAX nun ein Konzern aus der Medienbranche aufgenommen. Der Börsenwert von Pro Sieben Sat 1 beläuft sich aktuell auf rund 10 Mrd Euro. Eine Aktie kostet derzeit rund 46 Euro. Im März 2009 war eine Aktie nur noch 90 Cent wert gewesen. Im selben Monat hatte Thomas Ebeling die Leitung des Konzerns übernommen, der damals aufgrund der Akquisitionspolitik von KKR und Permira – die Ende 2006 die Kontrolle bei Pro Sieben Sat 1 übernommen hatten – mit rund 3,8 Mrd Euro verschuldet war und vor einem deutlichen Personalabbau stand.

Umsatz und Gewinn deutlich gestiegen

Ebeling verkaufte in den folgenden Jahren bestimmte Konzernteile, darunter etwa die TV-Sendeunternehmen in Belgien, den Niederlanden und in Nordeuropa, und richtete die Mediengruppe auf Wachstumsfelder aus (Online, Entertainment, E-Commerce). Dadurch sank die Verschuldung, während Umsatz und Profitabilität deutlich anstiegen. Der Aktienkurs vervielfachte sich in der Folge und erreichte im November 2015 den Höchststand von 50,70 Euro. Den hohen Anstieg des Aktienkurses nutzten ab Sommer 2013 die Eigentümer KKR und Permira, um schrittweise bei der Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe auszusteigen. Ihr letztes Aktienpaket verkauften die beiden Finanzinvestoren Anfang 2014 (vgl. FK-Heft Nr. 4/14). Seither ist der Großteil der Pro-Sieben-Sat-1-Aktien im Streubesitz. Zu den größten Aktionären zählen die US-Investmentfirmen Capital Group Companies und Blackrock.

Im vergangenen Jahr erzielte die Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe einen Umsatz von 3,261 Mrd Euro – ein Anstieg von 13,4 Prozent im Vergleich zu 2014. Unter dem Strich wies der Konzern für 2015 einen bereinigten Überschuss von 467,5 Mio Euro aus, was eine Steigerung von 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Pro Sieben Sat 1 verweist darauf, dass im vorigen Jahr 39,5 Prozent der Umsätze mit Aktivitäten erzielt wurden, die nicht mit dem Fernsehwerbegeschäft zusammenhängen. Bis 2018 will der Konzern diesen Anteil auf 50 Prozent erhöhen.

Im vergangenen Jahr übernahm Pro Sieben 1 beispielsweise 80 Prozent am Online-Vergleichsportal Verivox und vollständig das schwedische Flugreiseportal Etraveli. Außerdem erwarb der Konzern das US-amerikanische Multi-Channel-Network Collective Digital Studio und legte es mit dem eigenen MCN Studio 71 zusammen. Multi-Channel-Networks helfen YouTubern bei der Vermarktung und Finanzierung ihrer Kanäle und unterstützen sie bei der Produktion von Inhalten.

25.03.2016 – vn/MK