LMK-Direktorenamt: Beginn des Neubesetzungsverfahrens

12.10.2017 • Die Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK) bekommt im nächsten Jahr einen neuen Direktor. Zum 1. April 2018 muss die Leitungsposition bei der in Ludwigshafen ansässigen Medienanstalt neu besetzt werden. Renate Pepper, die seit April 2012 an der Spitze der LMK steht (vgl. FK-Heft Nr. 7-8/12), tritt Ende März 2018 im Alter von dann 66 Jahren in den Ruhestand.

Bevor Pepper LMK-Direktorin wurde, war sie von September 2001 bis Mai 2011 Vorsitzende der Versammlung der LMK. In dem gesellschaftlich plural zusammengesetzten Gremium saß Pepper, die studierte Sozialpädagogin ist, als eine von mehreren Vertretern des rheinland-pfälzischen Landtags in Mainz. Pepper gehörte von Mai 1991 bis Mai 2011 für die SPD dem Parlament an. In Rheinland-Pfalz regiert seit Mai 1991 die SPD mit wechselnden Koalitionspartnern. Ministerpräsidentin des Landes ist seit Januar 2013 Malu Dreyer (SPD); ihre Partei regiert seit Mai 2016 in einer Koalition mit der FDP und den Grünen.

Bei der LMK ist das Verfahren zur Neubesetzung des Direktorenamts nun gestartet worden. Zuständig dafür ist die aus 42 Mitgliedern bestehende Versammlung, die den neuen Direktor für eine Dauer von sechs Jahren wählt. In ihrer Sitzung am 4. September hat die Versammlung beschlossen, eine Findungskommission einzusetzen. Das gab die LMK einen Tag später bekannt. Leiter der Findungskommission ist der Versammlungsvorsitzende Albrecht Bähr. Seit Juni 2011 ist Bähr Vorsitzender der LMK-Versammlung, der er als Vertreter der Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege angehört. Hauptberuflich ist Bähr seit Januar 2011 Landespfarrer für Diakonie in der Evangelischen Kirche der Pfalz und Sprecher der Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft der Diakonischen Werke in Rheinland-Pfalz.

Findungskommission

Der nun eingesetzten Findungskommission gehören neben Bähr noch weitere fünf Personen an. Die Namen dieser fünf übrigen Mitglieder wollte die LMK auf Nachfrage nicht nennen. Die Findungskommission setze sich „aus Mitgliedern des Hauptausschusses der Versammlung“ zusammen, erklärte LMK-Sprecher Joachim Kind gegenüber der MK. Der Hauptausschuss der Versammlung, der ebenfalls von Albrecht Bähr geleitet wird, hat insgesamt neun Mitglieder. Die Findungskommission werde, wie die LMK weiter mitteilte, „voraussichtlich zur Sitzung der Versammlung am 4. Dezember 2017 Vorschläge für die Wahl der Nachfolgerin/des Nachfolgers der Direktorin der LMK einbringen“.

Eine öffentliche Ausschreibung der LMK-Direktorenposition ist nicht vorgesehen, da die Versammlung beschlossen hat, eine Findungskommission einzusetzen. Das rheinland-pfälzische Landesmediengesetz enthält keine Vorgaben dazu, auf welche Weise nach Kandidaten für die Besetzung des Chefpostens bei der LMK gesucht wird. Weder ist im Gesetz von einer öffentlichen Ausschreibung der Stelle noch von der Einsetzung einer Findungskommission die Rede. Somit kann die LMK-Versammlung über das Procedere selbst entscheiden.

Neben der Neubesetzung des Direktorenamts steht bei der Medienanstalt im Jahr 2018 auch die Wahl des stellvertretenden Direktors an. Diese Position hat seit vielen Jahren Harald Zehe inne. Zehe, Jg. 1956, leitet bei der LMK die Abteilung ‘Justitiariat, Zulassung und Aufsicht, Verwaltung und Rechtsangelegenheiten’. Im Oktober 2000 war er – zusätzlich zur Abteilungsleitung – erstmals zum stellvertretenden Direktor der Medienanstalt gewählt worden.

Im Jahr 2017 verfügt die LMK laut ihrem Wirtschaftsplan über ein Budget in Höhe von 8,3 Mio Euro, das sich im Wesentlichen aus einem Anteil am allgemeinen Rundfunkbeitrag speist. Die LMK erhält knapp 1,9 Prozent vom Rundfunkbeitragsaufkommen in Rheinland-Pfalz. Laut eigener Darstellung gibt die LMK den überwiegenden Teil ihrer Finanzmittel für die Förderung von Medienpädagogik- und Medienkompetenz aus.

12.10.2017 – vn/MK

Print-Ausgabe 12/2018

Inhalt

Abonnement

Jetzt abonnieren