Jan Metzger gibt Intendantenamt bei Radio Bremen im Juli 2019 ab

20.09.2018 • Radio Bremen bekommt in der zweiten Jahreshälfte 2019 einen neuen Intendanten. Zum 1. August nächsten Jahres muss die Leitungsposition bei dem öffentlich-rechtlichen Sender neu besetzt werden, da Intendant Jan Metzger nicht für eine dritte Amtsperiode kandidieren wird. Wie Radio Bremen am 14. September mitteilte, wolle Metzger mit dem Ablauf seines Vertrags Ende Juli 2019 den Sender aus persönlichen Gründen verlassen. Über seine Entscheidung habe Metzger die Mitglieder der vom Radio-Bremen-Rundfunkrat eingesetzten Findungskommission am 13. September informiert, so der Sender weiter. Die neunköpfige Findungskommission war an diesem Tag zu ihrer ersten Sitzung zusammengekommen. Zum Vorsitzenden der Kommission wurde Klaus Sondergeld gewählt, der auch Vorsitzender des Rundfunkrats von Radio Bremen ist.

Im Juni war vom Rundfunkrat das Verfahren für die Intendantenwahl gestartet worden, indem die Findungskommission eingesetzt wurde (vgl. MK-Meldung). Laut Radio-Bremen-Gesetz muss der Rundfunkrat unter Beteiligung des Verwaltungsrats der Sendeanstalt zur Vorbereitung einer Intendantenwahl eine Findungskommission bilden. Zum damaligen Zeitpunkt war vereinbart worden, dass der Rundfunkratsvorsitzende und der Intendant nach den Sommerferien Gespräche über eine mögliche Fortsetzung der Intendantenzeit von Metzger führen würden. Zu der Fortsetzung wird es nun also nicht kommen.

Rückzug aus persönlichen Gründen

Nach Angaben von Radio Bremen verwies Jan Metzger zur Begründung für seine Entscheidung darauf, dass er „jetzt fast ein Jahrzehnt lang in diesem hochintensiven, sehr interessanten Amt“ arbeite. „Das bleibt nicht in den Kleidern hängen“, so der Intendant: „Wie viele, die auf die Mitte 60 zugehen, stelle ich mir die Frage, wie viel Zeit mir noch bleibt und wofür ich sie nutzen will. Nach 35 Jahren Arbeit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk möchte ich mich jetzt gerne anderen Dingen widmen.“ Metzger, der am 27. Januar nächsten Jahres 63 wird, dankte den Gremien und allen Mitarbeitern für die „ausgezeichnete Zusammenarbeit“.

Der Rundfunkratsvorsitzende Klaus Sondergeld und der Verwaltungsratsvorsitzende Thomas von der Vring bedauerten in einem gemeinsamen Statement Metzgers Entscheidung. Sie dankten ihm „für seine erfolgreiche Arbeit“. Metzger habe „Radio Bremen wirtschaftlich und organisatorisch auf ein festes Fundament gestellt und gute Perspektiven für die Zukunft eröffnet“. Der Sender sei „zu einer kleinen, aber feinen Kreativzentrale des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland geworden – ganz vorn bei der crossmedialen Verschränkung von Hörfunk, Fernsehen und Internet, innovativ bei Angeboten für junge Hörerinnen und Hörer, Nutzerinnen und Nutzer“. Sein Abschied bedeute „einen großen Verlust für Radio Bremen“, so Sondergeld und von der Vring.

In ihrer Sitzung am 13. September beschloss die Findungskommission nun, die Intendantenstelle öffentlich auszuschreiben. Noch im September wird die Ausschreibung veröffentlicht. Zugleich will die Findungskommission aber auch selbst Personen ansprechen, die für das Intendantenamt in Frage kommen könnten. Es gehe um „eine aktive und passive Suche“, sagte Klaus Sondergeld, der Vorsitzende der Findungskommission, gegenüber der MK.

Aktive und passive Kandidatensuche

Jan Metzger übernahm bei Radio Bremen am 1. August 2009 als achter Intendant die Leitung der kleinsten ARD-Landesrundfunkanstalt. Er war damals Heinz Glässgen nachgefolgt. Metzger, geboren am 27. Januar 1956 in Bonn, studierte Geschichte, Politik und Soziologie in Freiburg, Berlin, Frankfurt am Main und Mexiko-City. Er stammt aus einer sozialdemokratischen Familie, ist selbst parteilos. Nach seinem Studienabschluss im Jahr 1982 begann er ein Jahr später beim Hessischen Rundfunk (HR) in Frankfurt ein Volontariat. Anschließend arbeitete er für den HR als Redakteur, Moderator und Reporter, zunächst im Hörfunk, später auch beim Fernsehen. Ab 1988 war Metzger ARD-Hörfunkkorrespondent in Spanien, Portugal und dann in der damaligen Tschechoslowakei. Im Jahr 1995 wurde er beim Hessischen Rundfunk Leiter der Radiowelle HR 1. Zwei Jahre später wurde er Chef des Dritten Programms HR Fernsehen, das damals noch Hessen-Fernsehen hieß.

Anfang September 2006 wechselte Metzger zum ZDF und übernahm dort die stellvertretende Leitung der „Heute-Journal“-Redaktion. Anfang 2009 wurde er deren Leiter, bevor er dann wenige Monate später, im Mai, zum Intendanten von Radio Bremen gewählt wurde, wo er am 1. August 2009 das Amt antrat. Im Mai 2013 gehörte Jan Metzger zu den drei in der letzten Runde verbliebenen Kandidaten für den neu zu besetzenden Intendantenposten beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) in Köln. Dort wählte der WDR-Rundfunkrat den damaligen „Tagesthemen“-Moderator Tom Buhrow mit klarer Mehrheit zum neuen Senderchef. Metzger wurde dann wenige Monate später, im September 2013, vom Radio-Bremen-Rundfunkrat für eine zweite fünfjährige Amtsperiode wiedergewählt (vgl. FK-Heft Nr. 39-40/13).

20.09.2018 – vn/MK