Film- und Medienstiftung NRW soll vom Land auch 2019 mehr Geld erhalten

19.09.2018 •

19.09.2018 • Die nordrhein-westfälische CDU/FDP-Landesregierung will die finanzielle Unterstützung der Film- und Medienstiftung NRW erneut erhöhen. Für das Jahr 2019 soll die Filmstiftung vom Land 1,5 Mio Euro mehr erhalten, als sie bisher jährlich zur Verfügung hat, um Film- und Fernsehproduktionen sowie Games-Projekte zu fördern. Vorgesehen ist, dass im nächsten Jahr der Landeszuschuss an die Filmstiftung für deren Förderaktivitäten auf insgesamt 13,1 Mio Euro ansteigt. Das geht aus dem Entwurf der Regierung von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) für den Haushaltsplan 2019 hervor.

Den Entwurf hat das nordrhein-westfälische Finanzministerium am 19. September auf seiner Internetseite veröffentlicht. Zugleich wurde der NRW-Haushaltsentwurf in den Düsseldorfer Landtag eingebracht, in dem nun das parlamentarische Beratungsverfahren über den Haushalt 2019 beginnt. Geplant ist, dass das Parlament im Dezember den Haushalt für das kommende Jahr verabschiedet, der dann zum 1. Januar 2019 in Kraft tritt. In Nordrhein-Westfalen regieren CDU und FDP seit Ende Juni 2017 in einer Koalition, die damals SPD und Grüne ablöste, die im Monat zuvor bei der Landtagswahl ihre Mehrheit verloren hatten.

Zuschuss soll auf 16 Mio Euro steigen

Bereits für 2018 hatte die Regierungskoalition von CDU und FDP beschlossen, den Landeszuschuss für die Film- und Medienstiftung NRW anzuheben, und zwar um 2,5 Mio Euro (vgl. MK-Meldung). Festgelegt wurde, dass davon 2 Mio Euro für die Förderung von Fernseh- und Filmproduktionen (insbesondere Serien) und von Games-Projekten einzusetzen sind. Um die weiteren 500.000 Euro wurde das Budget der Filmstiftung zur Finanzierung ihres Geschäftsbetriebs (Gehälter, Miete etc.) aufgestockt. Im Jahr 2018 bekommt die Filmstiftung für ihre Fördermaßnahmen vom Land Nordrhein-Westfalen insgesamt einen Betrag in Höhe von 11,6 Mio Euro. Hinzu kommen 2,85 Mio Euro, um die Kosten des Geschäftsbetriebs zu decken.

Der Landeszuschuss an die Filmstiftung beläuft sich somit in diesem Jahr auf insgesamt rund 14,5 Mio Euro. Er lag damit so hoch wie noch nie seit Gründung der Filmstiftung im Jahr 1991. Im April 2018 hatte Ministerpräsident Laschet im Kultur- und Medienausschuss des NRW-Landtags dafür plädiert, die Unterstützung der Filmstiftung weiter zu erhöhen. Die Einrichtung sei, so Laschet, „die zentrale Förderagentur“ für den Medienstandort Nordrhein-Westfalen (vgl. MK-Meldung). Geschäftsführerin der Filmstiftung ist seit September 2010 Petra Müller.

Für 2019 soll der Landeszuschuss an die Filmstiftung nun um weitere 1,5 Mio Euro aufgestockt werden. Laut den Erläuterungen der Regierung im Haushaltsentwurf für das nächste Jahr soll dieses Geld ausschließlich für Fördermaßnahmen der Filmstiftung eingesetzt werden, unter anderem für den Bereich Games, um „den Games-Standort Nordrhein-Westfalen zu stärken“. Außerdem soll ein Teil des Geldes auch der Film- und Fernsehförderung zugutekommen, speziell wiederum der Produktion von Serien.

NRW überholt von Bayern und Berlin

Die Förderung von Serien und Games ist bisher bei der Film- und Medienstiftung NRW unterentwickelt; hier sind die Bundesländer Bayern und Berlin über ihre Förderinstitutionen stärker engagiert. Insofern soll in Nordrhein-Westfalen die nun vorgesehene weitere Erhöhung des Landeszuschusses an die Filmstiftung auf insgesamt rund 16 Mio Euro im Jahr 2019 letztlich auch dazu dienen, bei den Förderaktivitäten zu Bayern und Berlin aufzuschließen. Gerade was den Games-Bereich anbelangt, hat sich die nordrhein-westfälische Regierungskoalition von CDU und FDP zum Ziel gesetzt, die Förderung zu verbessern. In Köln findet seit 2009 die Gamescom statt, die weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele. Diese Großveranstaltung (370.000 Besucher im Jahr 2018) will die Landesregierung langfristig in Nordrhein-Westfalen halten.

In diesem 2018 beläuft sich das Budget der Filmstiftung NRW nach eigener Darstellung auf insgesamt 32,3 Mio Euro. Nicht nur das Land Nordrhein-Westfalen, das 40 Prozent der Anteile an der Filmstiftung hält, sondern auch die weiteren drei Gesellschafter, der WDR (40 Prozent), das ZDF (10 Prozent) und RTL (10 Prozent), finanzieren die Förderinstitution. Gleiches gilt auch für die Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe, die über einen Kooperationsvertrag mit der Filmstiftung verbunden ist. War die Filmstiftung über viele Jahre auf Ebene der Bundesländer die finanzstärkste Fördereinrichtung, hat sie diese Position in den vergangenen Jahren verloren. An die Spitze rückte hier der FilmFernsehFonds (FFF) Bayern; auch das Medienboard Berlin-Brandenburg zog an der Film- und Medienstiftung NRW vorbei.

19.09.2018 – Volker Nünning/MK