Dagmar Reim beim RBB als als Intendantin wiedergewählt

29.06.2012 •

Dagmar Reim ist als Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) für eine weitere fünfjährige Amtsperiode wiedergewählt worden. Reim, 60, bleibt nun bis 2018 im Amt (vgl. FK-Artikel). Der 29-köpfige Rundfunkrat des öffentlich-rechtlichen Senders wählte die Intendantin auf seiner Sitzung am 21. Juni für eine dritte Amtszeit. Zur Entscheidung war eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig. 21 Mitglieder stimmten bei der Wahl für Reim. Es gab acht Gegenstimmen.

Dagmar Reim hatte am 1. Mai 2003 die Leitung des damals neu gegründeten Rundfunks Berlin-Brandenburg übernommen, der aus der Zusammenlegung von Sender Freies Berlin (SFB) und Ostdeutschem Rundfunk Brandenburg (ORB) entstand. Damals wurde Reim als erste Frau an die Spitze einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt in Deutschland gewählt. Im Mai 2007 war die RBB-Intendantin erstmals im Amt bestätigt worden. Anlass für die jetzige Wahl war, dass die zweite fünfjährige Amtszeit von Intendantin Reim am 30. April 2013 endet. Üblicherweise wird im öffentlich-rechtlichen Rundfunk rund ein Jahr vor dem Ablauf einer Amtsperiode das Verfahren zu einer Intendantenwahl gestartet. Die dritte Amtszeit der wiedergewählten RBB-Intendantin beginnt am 1. Mai 2013 und endet am 30. April 2018.

Amtsinhaberin als einzige Kandidatin

Um das Intendantenamt beim RBB hatten sich neben Dagmar Reim noch sieben externe Interessenten beworben. Gemäß dem Staatsvertrag über den Rundfunk Berlin-Brandenburg war die Leitungsposition bei dem Sender öffentlich ausgeschrieben worden. Reim hatte am 11. März erklärt, für eine dritte Amtsperiode zur Verfügung zu stehen. Die anderen sieben Kandidaten, die sich auf die Ausschreibung beworben hatten, galten von vornherein als chancenlos. Die vom Rundfunkrat eingesetzte siebenköpfige Wahlkommission hatte daher auf deren Vorstellung verzichtet und dem Gremium die Wahl Reims empfohlen.

Der RBB-Rundfunkratsvorsitzende Hans Helmut Prinzler sagte laut Pressemitteilung des Senders nach der Wiederwahl von Dagmar Reim: „Das ist ein guter Tag für den Rundfunk Berlin-Brandenburg. Ich freue mich, dass die Intendantin ihren erfolgreichen Weg fortsetzen kann.“ Dagmar Reim erklärte nach der Wahl zur Situation des Rundfunks Berlin-Brandenburg: „Der RBB ist auf gutem Wege. Es ist gelungen, ihn finanziell zu konsolidieren, was wichtig war. Nun geht es darum, ihn mit exzellenten Programmideen in der digitalen Welt zu verankern.“

Der RBB ist die drittkleinste der neun ARD-Landesrundfunkanstalten. In den vergangenen Jahren war die finanzielle Lage des Senders sehr angespannt. Im Mai 2008 hatte der RBB Einsparmaßnahmen für die folgenden vier Jahre in einem Volumen von rund 30 Mio Euro beschlossen. Infolgedessen mussten unter anderem die Hörfunkwelle Radio Multikulti Ende 2008 eingestellt werden. Zudem benötigte der der RBB Hilfe aus dem ARD-Verbund. Der Sender erhielt von den fünf größten ARD-Landesrundfunkanstalten (WDR, SWR, NDR, BR, MDR) in den Jahren 2009 und 2010 in Form eines zinslosen Darlehens insgesamt 20 Mio Euro als Liquiditätshilfe. Das Geld muss der RBB im Zeitraum von 2016 bis 2023 in acht Raten zurückzahlen. Ende vorigen Jahres hatte Intendantin Reim vor dem Rundfunkrat erklärt, dass die wirtschaftliche Situation des Senders sich aufgrund der Kostensenkungsmaßnahmen, aber auch durch gestiegene Einnahmen stabilisiert habe; der RBB stehe inzwischen besser da, als man noch vor einigen Jahren angenommen habe (vgl. FK-Meldung).

Landesfunkhausdirektorin beim NDR

Dagmar Reim wurde am 4. November 1951 in Heidelberg geboren. Sie studierte Geschichte, Germanistik und Publizistik in Mainz und München. Nach Studienabschluss arbeitete sie zunächst als Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk (BR) in München und wechselte später zum Westdeutschen Rundfunk (WDR) nach Köln. 1986 kam Reim als Radioredakteurin zum Norddeutschen Rundfunk (NDR) nach Hamburg. Dort leitete sie zur Zeit von NDR-Intendant Jobst Plog von 1992 an die Pressestelle. Als Plog zwei Jahre lang als ARD-Vorsitzender amtierte (1993 und 1994), war Reim für diese Zeit ARD-Sprecherin. 1995 wurde sie dann Chefredakteurin des NDR-Hörfunks und Programmbereichsleiterin von NDR 4 (heute: NDR Info). Von 1998 bis April 2003 war sie Direktorin des NDR-Landesfunkhauses Hamburg. Reim ist auch Vorsitzende des Aufsichtsrats der ARD-Filmtochter Degeto.

Die ARD-Vorsitzende und WDR-Intendantin Monika Piel gratulierte Dagmar Reim zu ihrer Wiederwahl als RBB-Intendantin. Die Bestätigung durch den Rundfunkrat des RBB zeige „nicht nur das hohe Maß an Wertschätzung, sondern ist zugleich Anerkennung für ihr großes Engagement für den RBB wie auch für die ARD“, so Piel am 22. Juni laut einer Pressemitteilung des WDR. Reims Wiederwahl „bedeutet auch, dass wir in der ARD auch künftig auf ihre wertvollen, pointierten und lösungsorientierten Beiträge zählen können“, erklärte die ARD-Vorsitzende.

• Text aus Heft Nr. 26/2012 der Funkkorrespondenz (heute: Medienkorrespondenz)

29.06.2012 – FK

Print-Ausgabe 23/2019

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